Manu: Hallo.
Rachel: Hi.
Manu: Hi. Hi. Hi.
Rachel: Oh Gott, ich hab schon wieder Pollen. Es geht schon wieder los. Das ist schlimm. Meine Augen sind auch noch so zu. Birkenpollen. Ja, meinst du, das sind die Birken?
Manu: Das sind die Birken und die Eschen. Komische lange Stille am Anfang 1 Podcast-Folge.
Rachel: Wir sind mal wieder allergiegeplagt.
Manu: Ja, die Saison fängt wieder an.
Rachel: Die Saison fängt an, das sind schon wieder die Wellen, die jetzt über uns hereinbrechen. Bei dir wird es dann immer erst so Ende Mai, Anfang Juni.
Manu: Ende Mai, Anfang Juni ist bei mir absolute Horrorzeit.
Rachel: Dann müssen wir dich total aufgepumpt, vollgepumpt mit irgendwas auf die Republik erstecken.
Manu: Ja, ja, ja. Ja, wahrscheinlich komme ich dann auch wieder nicht die strong Anti-Histaminika rum.
Rachel: Du bist total sediert. Du sitzt da so nur in der Ecke, starrst vor dich hin, aber hast keine roten Augen.
Manu: Ja, ich glaube, ich muss da dieses Jahr noch mal so ein bisschen rumprobieren, noch mal andere Sachen ausprobieren.
Rachel: Genau, aber jetzt geht’s, wir merken jetzt quasi schon die Vorboten dieser Phase.
Manu: Ja, genau. Ja, wie war deine Woche?
Rachel: Oh, so aufregend.
Manu: So aufregend?
Rachel: Es war irgendwie aufregend dann doch, aber positiv aufregend.
Manu: Was ist passiert?
Rachel: Was ist passiert? Das ist wie der, das ist wie der, wie der Grieche vorne an der Ecke, der hier, Was kostet, das heißt, was kostet, was ist passiert?
Manu: Was kostet, das, besser Name für ein griechisches Restaurant, finde ich. Ja.
Rachel: Was ist passiert? Ich habe jetzt, ich kann es tatsächlich verkünden. Es ist offiziell, es ist vollbracht, Ich habe jetzt ein funktionstüchtiges Arbeitszimmer. Ja! Ich habe einen Schreibtisch, ich habe einen Schreibtischstuhl. Ich kann die Tür zumachen, ich kann da arbeiten. Und es funktioniert richtig gut. Also man ist noch so ein bisschen lost im Raum, weil einfach, der dann dafür, dass da echt gerade nur ein Tisch und ein Stuhl…
Manu: … und ein paar Kartons… Lost in space? Bist du lost in space?
Rachel: In dem Space, ja. Es ist dann doch ein recht großer Raumverhältnis für das Fleckchen, was ich da gerade okkupiere. Aber das wird ja mit der Zeit ein bisschen wachsen. Und nee, das ist echt schön. Also ich habe da letzte Woche schon gemerkt, dass es sich dort gut arbeiten lässt.
Manu: Es sieht mega cozy aus.
Rachel: Ja, jetzt schon, obwohl da noch nicht viel passiert.
Manu: Total, weil du da ja auch so in der Dachschräge drin sitzt und so. Also es sieht wirklich, wenn man vorbeiläuft, das sieht super cozy aus. Gestern Abend, sagst du da, hast du noch gelesen,
Ich bin ein paar Mal vorbeigelaufen. Und auch so mit der Lichtstimmung jetzt, also nur mit dieser einen Lampe, aber das sah so gemütlich aus.
Rachel: Ja, es funktioniert. Der Plan geht auf. Schön. Jetzt wieder so einen Rückzugsort zu haben. Das habe ich gemerkt, dass mir das sehr gefehlt hat. Und ich habe jetzt wirklich das Gefühl, hier ankommen zu können, so dass mein Nervensystem auch mal irgendwie runterkommt und sich daran gewöhnt, dass man jetzt hier auch wieder Routinen aufbaut. Das ist tatsächlich so das, was ich die Woche viel gemacht habe. Also ich habe ein paar kleinere Kundenprojekte weiter oder fertig gemacht, aber sonst einfach viel daran gearbeitet, wie ich jetzt in Zukunft hier arbeiten will. Mal so eine Wochenstruktur. Ich habe meinen Quartalsplan fertig gemacht.
Manu: Da kann man dann mal am Ende des Quartals darüber reden, ob das so auch geklappt hat.
Rachel: Genau, und so eine Tagesstruktur, weil ich merke, dass das was ist oder was war, was mir in den letzten Jahren auch einfach echt gefehlt hat.
Manu: Warst du lost in time?
Rachel: Ja, ich war auch lost in time. Wow, das zieht sich jetzt richtig auf die letzte Folge. Ja, weil ich glaube, dass gerade durch dann die, durch das Studium und dann diese externen Termine einfach rein zu bekommen, wo ich nicht in der Hand hatte, was da passiert und wo ich ja auch nicht über ein Semester hin immer die gleichen Termine hatte, sondern es halt oft irgendwie einen Wechsel gab. Es war selten so, dass jede Woche terminlich irgendwie gleich aussah. Und dann war ich ja auch lang in einem Kundenprojekt drin, wo es auch sehr viele Termine und Abstimmungsmeetings irgendwie gab. Und ja, das ist jetzt dann quasi die Herausforderung, mich dann aber selbst zeitlich nochmal neu zu strukturieren und zu gucken…
Manu: …was funktioniert für mich.
Rachel: Und da bin ich gerade dran, und so ein bisschen rum zu probieren und gleichzeitig nebenher noch an meinem Vortrag, also meinem Angebot im Workshop, accelerator weiterzuarbeiten. Also es passiert gerade recht, recht viel. So jetzt, wenn ich drüber nachdenke, dann doch hinter den Kulissen passiert recht viel. Und wir haben jetzt eine Waschmaschine.
Manu: Wir haben eine Waschmaschine? Das stimmt. Also wir sind jetzt autark.
Rachel: Ja, also wir haben jetzt Die Ausstattung in der Wohnung ist so das Minimum, was wir jetzt gebraucht haben, von hier aus quasi dann doch irgendeine Art von Gemütlichkeit weitermachen zu können und dann so peu a peu uns den Rest zusammen zu sammeln. So ab jetzt, ich hab’s gestern aufgeschrieben, ab jetzt ist alles eigentlich so Luxus.
Manu: So ein Bett und ein Sofa oder ein Regal, das ist jetzt eigentlich Luxus.
Rachel: Das muss jetzt auch nicht sein. Zumindest nicht sofort. Genau, und das fühlt sich gut an. Es ist immer noch ein bisschen Chaos, aber ich kann es besser temporär ausschalten.
Manu: Ja, ist gut. Das freut mich.
Rachel: Genau. Wie war deine Woche?
Manu: Relativ unspektakulär, ehrlich gesagt. Ich hänge so zwischen Projekten nach wie vor. Ich glaube, das war ja gestern, letzte Folge, hatte ich das auch, glaube ich, schon so ein bisschen angeschnitten. Ich hänge zwischen Projekten, ich mache viel Akquise gerade, weil dadurch, dass ich zwischen den Projekten hänge, habe ich irgendwie das Gefühl, ich muss was tun, ich muss neue Projekte akquirieren. Genau, also das habe ich viel gemacht. Und ja, irgendwie so einen Umgang damit finden, Also ich habe mich viel damit auseinandergesetzt, auch aus so 1 objektiven Perspektive irgendwie. Wie geht man als Selbstständiger damit oder ich als Selbstständiger damit mit diesem Leerlauf, mit diesen Leerlaufphasen, weil die Gefahr besteht darin, dass man dann mit der Zeit gar nichts macht, Aber die Gefahr besteht auch darin, dass man irgendwie die ganze Zeit das Gefühl hat, man muss irgendwas tun und diese Zeit dann auf Druck mit irgendwas füllen, was aber irgendwie überhaupt keinen Sinn macht unter Umständen oder irgendwie doppelte Arbeit ist dann. Und da pendel ich. Ich merke, ich habe noch keinen guten Umgang damit gefunden. Ich werde besser darin. Warum schaust du mich so panisch an?
Rachel: Ich bin nicht panisch. Das sind meine müden Äuglein. Die Gucken so ein bisschen verstörend, wenn sie versuchen…
Manu: Die allergiegeschwängerten Euglein.
Rachel: Wenn sie versuchen offen zu bleiben. Das aktive Offenbleiben.
Manu: Du hast wirklich gerade ganz angestrengt die Augen so weit geöffnet.
Rachel: Ja, weil du erzählst dir so schön und ich bin noch ein bisschen müde.
Manu: Das hat mich gerade so aus dem Konzept gebracht. Ich dachte, das ist eigentlich… So ein bisschen wie so eine Eule.
Rachel:
Ich bin gemütlich, ich sitze hier, ich höre dir zu. Nein, erzähl mir ruhig weiter.
Manu: Ich habe vollkommen den Faden verloren. Ja, also ich setze mich viel mit dem Thema einfach in Spannung auseinander. Und gleichzeitig eben aber auch, wie geht man dann, ich meine, wenn man in so Phasen ist, wo irgendwie nicht viel zu tun ist, ja klar ist dann auch mehr Zeit und mehr Raum für Existenzängste, für wie soll es weitergehen Und ich bin halt auch geprägt durch meine schon sehr lange Selbstständigkeit natürlich auch ein bisschen davon, von Erfahrungen, wo Projekte immer wieder verschoben wurden und immer weiter nach hinten gerückt sind und dann irgendwann gar nicht mehr stattgefunden haben. Und deswegen bin ich halt inzwischen so eingestellt, dass ich mir denke, für mich existiert ein Projekt eigentlich nicht, solange es nicht angefangen hat. Ich glaube nicht daran, dass ich an einem Projekt mitarbeite oder geschweige denn irgendwann Geld dafür sehe, solange es nicht auch wirklich angefangen hat. Weil einfach die Erfahrung als selbstständiger Künstler, das bei mir irgendwann gemacht hat. Es gibt so viele vermeintliche Auftraggeber, die sagen, ja, hier, ich hab hier ein Projekt, ich möchte das unbedingt machen. Und am Schluss stellt sich raus, dass es überhaupt nicht spruchreif war. Und Gottes Willen, das ist jetzt nicht generalisierend gemeint, aber das ist einfach da, das ist dabei. Es gibt immer diese Form von in Anführungsstrichen Projekten. Genau, und das sind so gerade ganz viele Themen, die ich versuche mal anders zu behandeln und auf eine entspannte Art und Weise damit umzugehen und das viel auch irgendwie aufzuschreiben, damit zu journalen, damit auch auf eine künstlerische Art und Weise umzugehen, das irgendwie zu verarbeiten. Und das ist eigentlich ganz gut. Ich merke, das ist so eine leichte Wellenbewegung, aber es ist gut.
Rachel: Ja, ich glaube, diese Phasen, das ist einfach immer … Du hast es jetzt gerade eigentlich schon ganz gut erklärt, du gerade dieses Warten, … Das ist dann irgendwie, dass Projekte anfangen oder dann konkret werden, dann auch die Bestätigung zu haben,
Manu: ja, die kommen jetzt auch tatsächlich.
Rachel: Ich habe mich jetzt aber gerade einfach und noch mal total erinnert gefühlt, ich bin ja jemand, und das habe ich dir die Woche auch immer mal wieder gesagt oder dich gefragt, hast du dann irgendwelche To-Do’s oder Projekte, die bei dir schon so lange auf der langen Bank liegen, dass jetzt so die Zeit wäre, das mal zu tun. Also so dieses, sich da Beschäftigung in Anführungsstrichen zu suchen, so, wo man dann irgendwie den Eindruck hat, okay, da bin ich dann manchmal dann zu gut da drin, solche Sachen zu machen, statt dann irgendwann wieder in die echte Arbeit zu gehen. Das ist dann so mein Thema. Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, ich kenn das aus meiner Angestelltenzeit, dass man da ja Phasen hat, wenn man angestellt ist, dass man, und das will ich auch nicht generalisieren, das war halt vielleicht dann einfach für einem Unternehmen, wo ich war, wo ich auch wirklich sagen kann, da Gab es Zeiten, wo wir einfach zu wenig, wo man zu wenig zu tun hatte, wo auch einfach irgendwie dann noch das so ein offenes Geheimnis war, dass alle gerade irgendwie Zeit absitzen. Aber du musstest ja trotzdem so tun, als wärst du gerade total produktiv. Und das war immer so ein, das war so ein, sich dann, das war die schwierigste Herausforderung am Tag, sich zu überlegen, wenn jemand fragt, woran ich gerade arbeite, mir was Stichhaltiges aus den Fingern zu saugen oder vorher schon bereitzulegen.
Manu: Ja.
Rachel: Damit, aber eigentlich wussten alle, dass gerade irgendwie Sommermonate oder irgendwie im Winter oder vor Jahresende, dass jetzt nicht mehr viel passiert so, ne? Also wenn du in einem Job bist, der einen bestimmten Zyklus irgendwie hat, wo auch klar ist, das ist auch irgendwie vielleicht gewollt, oder das ist dann wiederum die Balance. Du hast Zeiten, Phasen, die sehr, sehr intensiv sind und dann wiederum direkt danach, oder dann so Abbauphasen. Also es ist auch so eine Phase, so eine Wellenbewegung. Vielleicht eben auch gerade in der Kultur- und Kreativwirtschaft, wenn du ja viel irgendwie auch auf Events hinarbeitest oder sowas. Aber wie bescheuert da eigentlich auch schon, das ist was, was mich ja glaube ich insgesamt in diesem Angestelltenverhältnis generell so ein bisschen auch immer genervt hat, so diese offenen Geheimnisse. Und das ist glaube ich in einem Unternehmen unglaublich schwer, da eine Kultur zu schaffen, wo Leute sagen, jupp, ich bin fertig, ich habe jetzt nichts zu tun.
Manu: Ohne schlechtes Gewissen, ne?
Rachel: Ohne irgendwie zu antizipieren, dass das jetzt negative Konsequenzen hat.
Manu: Ja, ja, ja. Aber interessant, spannend, dass du das sagst, weil ich habe mich eben ertappt und deswegen versuche ich da jetzt auch so seit 1 Woche irgendwie produktiver zu reflektieren darin. Ich habe mich eben ertappt, wie ich das in meiner Selbstständigkeit mir selbst gegenüber mache. Also dass ich das Gefühl habe, ich muss so und so viel Stunden am Tag mit irgendwas voll machen, was ja total absurd ist. Also bei wem bin ich Rechenschaft schuldig? Nur mir selbst. Und eben dann lieber die Zeit zu nutzen, eben also wieder Spaß am Lernen zu entwickeln. Ich hab jetzt wieder angefangen.
Rachel: Irgendeinen Online-Kurs hat man immer rumliegen.
Manu: Irgendeinen Online-Kurs hat man immer rumliegen, genau. Ja, einfach auch wieder, in meinem Fall jetzt, auch wieder einfach Spaß am Musizieren zu entwickeln. Also nicht zielgerichtetes Musizieren. Wo kein, da muss nichts damit passieren. Sondern einfach nur Fingerübung. Und dann merkt man, wie absurd das ist in der Selbstständigkeit und gerade dann auch noch in der künstlerischen Selbstständigkeit irgendwie davon auszugehen, dass man irgendwie ja seine Tage mit Lohnarbeit zwangsläufig vollstopfen müsste. Also Das macht auch einfach nicht glücklich.
Rachel: Nee, das funktioniert auch nicht.
Manu: Nee,und es ist, nee, eben. Und man kommt ja dann irgendwann immer zwangsläufig auch an den Punkt, wo Körper und Geist einem dann Signale schicken und sagen, also so wie du das gerade machst, so funktioniert das aber nicht. Mit diesem Pseudodruck, den du dir da aufhebt.
Rachel: Können wir das mal anders ausprobieren?
Manu: Genau, können wir das mal anders machen? Wie wär’s denn?
Rachel: Gib ihm mal was anderes.
Manu: Genau. Ja gut, sollen wir, Sollen wir mal ins heutige Thema einsteigen? Ich habe ein Thema mitgebracht.
Rachel: Ja, bitte.
Manu: Ja. Oh mein Gott, ich habe mich vorbereitet. Ein bisschen.
Rachel: Ja, Ich bin ganz gespannt, was jetzt passieren wird.
Manu: Ja, wir reden heute über ein Thema, was mich natürlich aktiv gerade beschäftigt. In der Selbstständigkeit ist es auch ein sehr interessantes Thema, weil es oft auch sehr angstbehaftet ist.
Rachel: Tu nicht so, als wäre das bei dir nicht auch so.
Manu: Ja, ich sag ja. Also gerade bei mir ist das total angstbehaftet. Also weil ich ja als freiberuflicher Künstler, hab ich unfassbar Angst vor Feedback. Auf meine… Ja klar, weil das ja mein…
Rachel: Auf Deine was? Feedback auf was?
Manu: Auf meine Arbeit und was? Wieso? Du guckst mich so erwartungsvoll an.
Rachel: Genau, ich dachte, du sagst auf deine Arbeit, aber Akquise, das ist ja das Thema, verrückt, wenn wir sprechen, habe ich richtig schön vorweggenommen. Aber das ist ja fast so, da hat man Angst vor dem Feedback auf die eigene Existenz.
Manu: Ja, richtig. Viel besser.
Rachel: Genau das ist es. Das ist ja noch viel fundamentaler. Es geht ja überhaupt nicht die Arbeit, weil da wird ja keiner sagen, boah, das ist schlechte Arbeit, die du machst.
Manu: Es ist eigentlich die Angst vorm gesellschaftlichen Tod. Das ist das, was einen Tag bei 1 Akquise begleitet.
Rachel: Der soziale Tod.
Manu: Der soziale Tod. Es geht nämlich viel weiter. Es ist wirklich die Gesamtbewertung der eigenen Person. Genau, wir reden heute über Akquise.
Rachel: Aber nur um euch keinen Druck aufzubauen.
Manu: Ich weiß nicht, wie lange wir brauchen. Ich habe ein paar Sachen, ein paar Fragen mitgebracht.
Rachel: Ja, können wir ja sonst auch strecken.
Manu: Und eigentlich haben wir es jetzt gerade schon beantwortet. Nein, ich glaube eher, dass es in die andere Richtung geht. Ich glaube, dass wir eher ein bisschen mehr Zeit brauchen heute. Aber dann ist das so.
Rachel: Ja, wir können sie auf 2 Folgen strecken, meinte ich.
Manu: Ach so.
Rachel: Wieso kannst du nicht mit dem Kopf lesen? Wieso siehst du das nicht? Warum müssen wir das immer noch vor laufender Kamera durchsprechen?
Manu: Entschuldigung, ich bin heute verwirrt von deiner Augenaktivität. Ich kann es nicht richtig lesen. Du schickst mir widersprüchliche Signale.
Rachel: Ich mache die Augen einfach zu und du stellst mir Fragen, okay?
Manu: Das würde mich total verwirren jetzt. Wenn du deine Augen schließt.
Rachel: Wie in der Psychoanalyse.
Manu: Dann habe ich das Gefühl, dass du die ganze Zeit schläfst und es einfach nicht interessant ist, was ich erzähle.
Rachel: Nein, nein. Bitte. Was?
Manu: Also, wir haben es eigentlich vorweggenommen, aber was ist dein erstes Gefühl, wenn du an eine Krise denkst?
Rachel: Existenztod. Nein. Ja, ich finde dieses Wort, das ist ein Wort, das ist erst mal so ein Gefühl,
Manu: Erstmal so ein Gefühl.
Rachel: Unleicht.
Manu: Hm, schwer.
Rachel: Nein, nein, nicht schwer. Es ist so, im Englischen gibt es ja dieses Uneasy, es ist so ein bisschen so, aber ich wollte jetzt nicht Englisch werden, ich dachte mir, ich sage einfach Unleicht, weil das trifft es mehr.
Manu: Ja, hättest du es Englisch gesagt, hätte ich es verstanden.
Rachel: Weil das bei mir schon damit anfängt, dass, wenn ich über das Wort Akquise nachdenke, wenn man das schreibt, ob es jetzt an der Tastatur getippt oder mit der Hand ist. Ich finde, das ist immer so ein, das fühlt sich nicht richtig an.
Manu: Ich finde, ich stolper immer über das K vor dem Q.
Rachel: Genau, das meine ich ja. Es ist immer so ein Hindernis. Man ist so hesitant. Es fühlt sich so ein bisschen uneasy an.
Manu: Ja, ich verstehe es. Ich verstehe es. Feel you.
Rachel: Und das ist jetzt quasi nicht nur auf das Schriftbild bezogen, sondern auch die Tätigkeit oder das, was dahinter steht.
Manu: Man bleibt im Akt stecken.
Rachel: Ich glaube, man ist so in der Selbstständigkeit und gerade wenn man vielleicht irgendwie sagt, man hat auch im privaten Bereich so ein bisschen Schwierigkeiten damit Fremde Menschen zuzugehen oder generell so Sozialkontakte. Ich will es gar nicht so pauschalisieren, schüchtern. Oder man hinterfragt halt viel die Sozialkontakte, die man hat, auch wenn man irgendwie die Leute schon gut kennt und mag. Und man weiß, die mögen einen auch. Man hinterfragt einfach viel. Und sich trotzdem bewusst zu sein, das braucht es aber. Also niemand ist so gut oder das Produkt ist so hervorragend, dass man einfach im Äther existiert und dann davon leben kann und dann kommen plötzlich alle. Also Akquise ist ja total breitgefächerte. Es ist sehr lange Rede, sehr kurzer Sinn ein notwendiges Übel. Das ist mein Gefühl dazu.
Manu: Ja, kommt’s, aber wir kommen da später nochmal drauf. Ich will jetzt am Anfang noch nicht einordnen, was es für Formen gibt. Das würde ich gerne ein bisschen später noch machen. Aber ich finde, da kommt es auch ein bisschen drauf an. Es gibt ja unterschiedlichste Formen von Akquise oder was man Akquise nennen kann und ich finde da ist auch so eine Abstufung von da fühle ich mich wohl, da fühle ich mich gar nicht wohl.
Rachel: Ja, aber jetzt so dieses erste distanzierte sich mit Akquise auseinandersetzen, das ist jetzt nichts, wo ich aufspringe und sage, ja, ich freue mich heute richtig drauf.
Manu: Hattest du in deiner Selbstständigkeit schon mal einen Moment, wo du sagen würdest, ja, da habe ich so richtig klassisch Akquise gemacht. Dass du auch selber das so nennen würdest.
Rachel: Nee. Ich kann tatsächlich zu dem ganzen Thema nichts sagen, deswegen wird das jetzt eine Solo-Folge ab hier. Nein, nein, ich weiß, was du meinst. Ich glaube, das, was vielleicht so ein bisschen, da bei mir am ehesten noch reingehen würde, ist bei 1 Art von, bei Live-Events, Live-Veranstaltungen.
Manu: Ja, genau, Da wollte ich nämlich hin.
Rachel: Genau, da dann, wenn es jetzt eben ein Vortrag war oder sonst was, da im Nachgang dann auf Menschen zuzugehen, wo ich vorher vielleicht schon ein bisschen rausgehört habe oder recherchiert habe, das ist irgendwie interessant oder das könnte passen. Und dann in einem lockeren Gespräch meine Tätigkeit ein bisschen einfließen zu lassen, was ich denn so mache. Das wäre jetzt glaube ich das, was ich an Akquiseleistung bisher getätigt habe.
Manu: Das finde ich nämlich schön, dass du das sagst, weil das ist nämlich und ich glaube das vergisst man viel zu häufig, dass das ja auch Akquise ist. Und das ist zum Beispiel eine Akquise, die mir dann auch Spaß macht. Wir hatten da neulich ein Gespräch mit jemand anderem noch. Und da fand ich, der Satz ist einfach bei mir so hängengeblieben, ähm dass man dass man dass die gute Akquise die ist, wo man erst mitten im Gespräch merkt, dass man ja grade Akquise betreibt.
Rachel: Mhm.
Manu: Also, man kommt in ein lockeres Gespräch, man unterhält sich, man stellt Fragen, was der andere macht und so. Und dann merkt man erst im Laufe des Gesprächs, ach krass, diese Person hat ein Problem, was ich lösen kann. Und jetzt geht sozusagen das Akquise-Gespräch richtig los. Und ich finde, das ist die einzige Form der Akquise, die mir persönlich Spaß macht. Also, wo ich irgendwie merke, dass es angenehm. Weißt du, was ich meine? Und deswegen hatte ich dir die Frage eben so gestellt, weil ich da hin wollte zu dieser Definition von Akquise, weil, jetzt gehen wir nochmal ein paar Schritte zurück, Ich habe jetzt auch im Vorfeld einfach auch noch mal so ein bisschen recherchiert, oberflächlich. Und es gibt ja eine absolute Wissenschaft zu Akquise. Also gerade im Unternehmensbereich. Also wie geht man Akquise an? Wie sind da die Regelsätze? Und das ist Für mich, glaube ich, ein ganz großer Punkt, weswegen ich Akquise so scheue oder kalt Akquise vor allem so scheue, ist, dass es da so viele Regelsätze dazu gibt. So eine krasse Einordnung. Also, dass man ja zum Beispiel allein schon so Einordnungen dafür hat, dass man sagt, okay, wenn du Akquise machst, da muss dir klar sein, dass erst in 4 bis 6 Monaten dabei irgendwas rumkommt und so weiter und so fort. Und das ist immer schon direkt für Leute, die so geprägt sind wie wir, kognitiv, schon ein totaler Abtörner. Wo man sich irgendwie denkt, so weit in die Zukunft jetzt investieren und dafür irgendwie 5000 E-Mails verschicken. Und dann auch noch die ganze Zeit im Hinterkopf haben, oh Gott, hoffentlich kriege ich kein negatives Feedback.
Rachel: Auf meine Existenz.
Manu: Genau, hoffentlich schreibt mir nicht jemand, was bist du denn für ein Abschaum? Und ich glaube, das ist, das ist, deswegen ist es gut, dieses Feld so ein bisschen aufzumachen. Was ist eigentlich Akquise und was sind eigentlich die Formen von Akquise, die mir mehr liegen und die mir weniger liegen?
Rachel: Ja und wie würdest du deine Akquise jetzt beschreiben oder definieren?
Manu: Ja, ich würde erstmal … Ohne auf die Unterschiedlichkeiten oder Unterpunkte einzugehen. Ach so. Ich glaube, Akquise muss, erfolgreich zu sein, authentisch sein.
Rachel: Ja, Aber was ist Akquise?
Manu: Was Akquise ist? Im Endeffekt Problemlösungen anbieten. Problemlösungen anbieten im Optimalfall Menschen, wo man schon weiß, dass sie ein Problem haben, das man lösen kann. In den meisten Fällen Leuten, von denen man noch gar nicht weiß, ob sie ein Problem haben, das man lösen kann, Lösungen dafür anzubieten. Dass man Lösungen dafür anbieten kann?
Rachel: Mhm. Ich hätte jetzt tatsächlich ganz, ganz versucht, das irgendwie ganz simpel runterzubrechen.
Manu: Jobs generieren.
Rachel: Nee, nee, nee. Es sind erstmal so Erstkontakte knüpfen. Weil wenn ich beispielsweise mit jemandem mich auf einem Event voll gut unterhalten habe. Und da, vielleicht muss man da auch dann in 1 gewissen Weise irgendwann dann einen Unterschied natürlich machen zwischen was ist Networking und was ist Akquise. Also da dann irgendwann…
Manu: Deswegen habe ich das vorhin auch gesagt. Also dieses Gespräch, ich mag das am liebsten, wenn es praktisch ganz smooth von dem Networking-Moment in den Akquise-Bereich überleitet. In einem Gespräch.
Rachel: Ich würde fast sogar dann auch noch so weit gehen zu sagen, wenn ich mit 1 gewissen, ich habe vorher schon was gelernt über die Person, ob das jetzt im Rahmen der Veranstaltung war oder vorher schon durch eine Recherche und dann quasi schon mit 1 klaren Verkaufsintention, Verkauf im breitesten Sinne, vielleicht auch einfach nur so, hey, ich habe eine Lösung für dein Problem, das würde ich dir gerne mitteilen. Mit dieser Intention in das Gespräch reinzugehen, das Gespräch zu suchen, das würde ich, glaube ich, tatsächlich schon Akquise nennen. Einfach jemanden kennenzulernen, zu gucken, hey, was machst du denn eigentlich? Ist das irgendwie interessant? In welchem Bereich bist du tätig? Ich weiß vorher überhaupt nichts von dir. Oder erst im Gespräch, ich habe vielleicht vorher schon was recherchiert oder wie auch gesagt, ich kriege vielleicht ein bisschen was mit über deine Tätigkeit oder was du machst, was dich interessiert. Und im Gespräch merke ich dann so, ah ok, da könnte ich jetzt auch schon konkret einen neuen Kontakt für einen potenziellen Kunden aufbauen, dass es dann zu so 1 Akquise wird. Aber sonst, wenn es einfach nur ein Austauschen ist, was machst du eigentlich, was mache ich eigentlich, dann würde ich das eher so als Networking sehen. Vor allem glaube ich, dass das Akquise oder dass das dieses dann aus diesen Erstkontakten, die man geknüpft hat, online, offline, wie auch immer, Der nächste Schritt, der nächste Kontakt, also sich dann bei LinkedIn nochmal zu melden oder nochmal eine E-Mail zu schreiben oder zu sagen, hey, das war so nett, lass uns irgendwie digital nochmal treffen. Das ist ja dann nicht mehr diese, finde ich persönlich, nicht mehr diese Hürde, wo ich das Gefühl habe, das ist jetzt Akquise, da habe ich jetzt den Fisch am Haken und muss den jetzt ranziehen.
Manu: Ja.
Rachel: Sondern für mich und gerade dann auch dieses Gefühl, uneasy, weiter an diese Akquise zu knüpfen, Ich glaube, es ist wirklich einfach so für mich persönlich, wir sprechen jetzt wirklich einfach von persönlichen Definitionen und Interpretationen, ist es dieses, diesen Erstkontakt, diese Überwindung auf sich aufmerksam zu machen. Ja, ja, absolut. Okay, fertig.
Manu: Genau, und da sind wir eigentlich auch schon bei dem nächsten, was ich direkt anschneiden wollte. Und zwar, also ich habe letzte Woche tatsächlich, ich habe das schon ein, 2 Mal gemacht in meinem Leben, habe ich letzte Woche zum ersten Mal seit langem wieder richtig kalt Akquise gemacht. Also wirklich Firmen und Agenturen rausgesucht und die halt direkt angeschrieben mit, Also vor allem halt Agenturen und Firmen, die ich sehr interessant fand, immer projektbezogen irgendwie angeschrieben und so. Und da ist, finde ich, Und das ist das, was mich dann immer so an Kaltakquise so stört, ist dieser schmale Grad von Authentizität und Schema F. Also Schema F im Sinne von, das muss halt eine Akquise-Mail erfüllen. Da gibt’s irgendwie so ein Musterbeispiel, was man im Kopf hat oder was man auch so aus Erfahrungen hat oder auch nach Recherche. Und dann eben, wie bringe ich mich da noch rein in dieses Schema F, dass das wirklich auch irgendwie persönlich ist trotzdem, dass das irgendwie mich auch widerspiegelt als Person. Und ich finde, das ist so eine unfassbar schwere Gratwanderung, weil da ja genau dann auch diese Ängste mit rein spielen. Sobald ich da ja ein bisschen was Persönliches mit reingebe, wird ja automatisch für mich als derjenige, der diese Mail schreibt, …
Rachel: Ja auch das Persönliche bewertet. Ja, eine Existenz.
Manu: Und das finde ich, ich finde das so schwer. Ich finde wirklich, Kaltakquise ist so schwer, ehrlich gesagt.
Rachel: Ja, das ist ja auch so ein Ding oder so ein Grundprinzip, dass das ja auch nur ein Pfeiler ist. Also das ist ja was, was man nicht machen muss. Also es gibt auch Leute, und ich glaube das für sich trotzdem aber mal irgendwie auszuprobieren und zu sagen, da eine Form zu finden oder eben, also ich glaube die besondere Situation und das muss man halt auch dann mal ganz individuell betrachten, ist jetzt in unserem Fall dieses, wir sind hier total neu in der Stadt. Mhm. Es gibt irgendwie noch wenig Netzwerke. Durch dieses ganze große Projektabenteuer irgendwie haben wir die letzten Monate einfach generell viel einfach nur an bestehenden Projekten und mit bestehenden Kunden gearbeitet. Und wie kommt man jetzt an neue Kunden und neue Kontakte? Und das ist halt jetzt einfach so dieser Hebel, den man jetzt mal versucht. Und wenn halt was bei rumkommt. Aber eben mir ist es total wichtig und das wird eine Vielzahl von euch da draußen, die zuhören, wahrscheinlich ihr schon wissen, ich möchte es trotzdem ausgesprochen haben, dass dieses Kaltakquise-Ding nichts ist, was man machen muss.
Manu: Ja, das stimmt.
Rachel: Weil das ist ja das, Was mich selber da beispielsweise bei Social Media oder sowas immer so nervt, wenn man irgendwelche, da haben wir glaube ich auch schon mal drüber gesprochen, in so eine Vertriebler-Bubble kommt und dann diese Videos sieht, wo Leute irgendwie dann diese Skripte vorlesen und richtig unangenehm.
Manu: Das meine ich mit unauthentisch.
Rachel: Genau, genau. Und wenn ich mir denke, Und dann die dir eigentlich mal verkaufen wollen, dass du das machen musst und dass das Team von deinem Ich denke so, nee, Digga.
Manu: Nee, finde ich auch, absolut. Das muss überhaupt nicht sein. Ich habe das jetzt auch eher gemacht aus so einem Antrieb heraus, dass ich so, ich glaube aufgrund unseres Umzugs oder dass dieser Prozess abgeschlossen war, kam halt, und da hatten wir ja letzte Woche auch schon ein bisschen darüber gesprochen, kam halt so die Realität so reingeschwappt und ich glaube dann war das auch so ein bisschen so eine Panikreaktion und es war auch jetzt gut, dass ich das gemacht habe die letzten 2 Wochen. Alles gut, ich bereue das jetzt auch nicht, das gemacht zu haben, aber ich glaube eben auch, das ist es nicht für mich. Also, ich hab mich mit der Akquise, die ich letztes Jahr gemacht hab, über Social Media Damit hab ich mich sehr wohl gefühlt. Und eben mit so Networking-Events Ich bin da tierisch aufgeregt davor. Aber damit fühl ich mich wohl oder wohler. Ähm Oder im Optimalfall, wenn’s über 2 Ecken geht, weil irgendjemand im Netzwerk, das man schon hat, jemanden kennt, der jemanden kennt und so, ne? Also, das sind so Sachen.
Manu: Aber genau aufgrund dieser Authentizitätsgeschichte merke ich, dass das echt nicht meins ist. So dieses kalt anschreiben.
Rachel: Ich stelle mir vor, es gibt Leute, die finden es viel entspannter, kalt anzurufen.
Manu: Oh Gott, ey, das ist ja absoluter Horror. Also eine Kaltaquise anrufen, das wäre für mich, das ist wirklich, das hat Herzinfarktpotenzial für mich.
Rachel: Ja, ja. Für mich leider auch und trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich da irgendwann mal vorstehen werde. Da habe ich, ja.
Manu: Weiß ich nicht, glaube ich nicht. Ehrlich gesagt. Glaube ich nicht, dass du das machen musst. Ich glaube, wo wir beide manchmal ein bisschen unterschätzen, wie gut wir darin sind, und das ist mir jetzt auch im Zuge dessen nochmal aufgefallen.
Rachel: Du meinst, wie charmant wir sind?
Manu: Einfach im 1 zu 1 Gespräch. Ja, also das ist das, was einfach am besten funktioniert. So schwarz auf weiß funktioniert das einfach nicht so gut. Es gäbe eine, und das ist jetzt noch mein nächster Punkt, es gäbe Eine Form der Kaltakquise, die ich mir für mich vorstellen könnte, wenn ich die Zeit und die Energie dazu hätte.
Rachel: Bin ich gespannt.
Manu: Dass ich wirklich komplett ausgearbeitete Pitches mache. Ah. Weißt du, dass ich eine Firma habe, wo ich sage, boah, das ist so cool, was sie machen und ich mache da jetzt ein komplettes Audio-Branding schon als Pitch. So das wäre noch eine Form von Kalterquise, wo ich mir denke, das wäre cool. Da habe ich nicht, ich habe weder die Zeit und die Energie dafür, das zu machen, Aber das wäre noch eine Form der kalten Quiz, die ich mir vorstellen könnte. Auf der anderen Seite denke ich mir dann auch immer, als jemand, der das bekommt, bisschen übergriffig.
Rachel: Ich glaube, es kommt voll darauf an, wer der Empfänger ist.
Manu: Ja, das stimmt.
Rachel: Das ist, glaube ich, total unterschiedlich. Ich glaube, das kann man gar nicht so pauschalisieren.
Manu: Ja, das stimmt. Ja. Noch eine letzte Frage. Kalter Quiz über LinkedIn. No Go? No Go. No. No, no, no, no. No.
Manu: No Go. Frag für einen Freund.
Rachel: Nee. Ich finde auch, das geht nicht. Ich finde, dafür gibt es, ist es ja ein Konzept des Social Networks, dass du halt dann jemandem folgst, jemandem mal einen Kommentar hinterlässt, auf einen Kommentar antwortest.
Manu: Ja, ja, ja.
Rachel: Also schon vorher irgendwie mal zeigst, ich hab mich mit deinen Inhalten, mit deinem Thema auseinandergesetzt.
Manu: Ja, ja, ja. Ja und damit eigentlich darauf hinarbeiten, dass einem dann jemand schreibt und sagt, hey, ich würde deine Leistung gerne in Anspruch nehmen. Weil ich find’s interessant. Ich find’s so rum ist okay.
Rachel: Ja, also wenn ich jetzt jemanden wiedererkenne, weil jemand liked oder kommentiert oder teilt oder irgendwie schon mit mir in Kontakt auf diesem öffentlichen Space im Feed geht und mir dann irgendwann schreibt, so hey, Bezug nehmt auf, ich finde das total spannend oder das und das, ich kann mir vorstellen, dass das vielleicht passt oder ich mache das und das. Ich finde, das ist ein ganz anderes Grundprinzip, als wenn mir jemand noch nicht mal folgt, sich nicht mal mit mir vernetzen will und dann gerade so die ersten Wörter gesehen hat in meiner Bio, bis dann dieses Punkt, Punkt, Punkt kommt, dass es abgekürzt wird und dann sagt, oh ich hab gesehen, du machst das und das, ich bin, ich verkaufe, wo ich mir denke, so nee, also wenn du, wenn du an meinen Kontakt willst, dann setz dich mit meinem Thema auseinander.
Manu: Ja, ja, voll.
Rachel: Also ich finde da ist es dann schon okay, wenn mir dann jemand schreibt und sich vernetzen will oder schon über das Angebot redet oder sonst was. Das ist was anderes, wenn ich denjenigen, diejenige wiedererkenne und merke, ah okay, die ist… Aber klar, dazu muss man halt auch wiederum in Anführungsstrichen Anknüpfungspunkte schaffen, indem man eben selber Beiträge veröffentlicht oder man das kommentiert, wo Leute dann eben drauf reagieren können. Aber So dieses komplett aus dem Kalten heraus, wo man irgendwie auch schon so sich denkt, wo ich das Profil dann sehe oder selbst dann nur so ganz klein und ich mir dann denke so, wie bist du auf die Idee gekommen, dass wir allein von unserer Personality her matchen?
Manu: Das finde ich auch. Oder auch, also was ich ja richtig lustig finde, das kriege ich echt regelmäßig so Akquise-Nachrichten, wo ich mir denke, Wie bist du auf die Idee gekommen, dass dein Angebot in irgendeiner Weise interessant für mich sein könnte? Wenn wir dann so Freelancer-HR-Typen schreiben, so, brauchst du Personal? Ich denke, hast du mal geguckt, was ich mache?
Rachel: Ja, oder was für mich nicht nur ein No-Go ist, sondern ein Burn in Hell, ist, wenn mir dann jemand schreibt, auf LinkedIn beispielsweise, und sich dann noch nicht mehr mit meinem Geschlecht auseinandergesetzt hat.
Manu: Oh, schwierig. Finde ich auch richtig schwierig.
Rachel: Und dann Herr Backes schreibt.
Manu: Ja, das ist richtig schwierig. Das geht gar nicht, finde ich auch.
Rachel: Und das hatte ich jetzt schon ein paar Mal und das sind dann tatsächlich die Nachrichten, auf die ich auch antworte.
Manu: Ja, okay.
Rachel: Wo ich dann auch irgendwie einen Erziehungsauftrag sehe.
Manu: Bildungsauftrag.
Rachel: Und irgendwie versuche klarzumachen oder irgendwie so von wegen schön und gut, dass du denkst, dass das vielleicht funktioniert oder dass diese Art von Akquise erfolgreich sein könnte, aber das absolute Minimum wäre halt einfach mal die richtige Anrede.
Manu: Ja, voll, finde ich auch. Also das geht gar nicht. Und das ist eben der Punkt. Deswegen ist Kaltakquise auch in der Form nichts für mich, weil ich auch gemerkt habe, ich habe immer Angst, auch so wahrgenommen zu werden. Und ich will nicht mal annähernd so wahrgenommen werden. Weißt du, was ich meine?
Rachel: Ja, man hat eigentlich keine Lust, auch nur im Entferntesten in den gleichen Topf wie diese Leute geschmissen zu werden. Oder auch nicht mal nur der gleiche Topf, sondern auch nur in die gleiche Küche geschoben. Ja, ja. Kann ein anderer Topf sein, aber man ist irgendwie trotzdem in dieser Hemisphäre und das da welken.
Manu: Und deswegen merke ich auch wieder, und da hat mir jetzt das Gespräch auch nochmal heute total geholfen, dass ich glaube, ich werde das anders machen. Ich bin einfach ein Fan von, und das war ja auch der Grund, weswegen ich mit Social Media angefangen habe und meine Arbeit auf Social Media zeige, weil Lieber zeige ich, was ich mache und aufgrund dessen kann sich jemand ein Bild machen, anonym, und sich dazu entscheiden, Kontakt mit mir aufzunehmen, weil der oder diejenige das interessant findet oder halt nicht. Aber ich glaube, das ist einfach, das ist viel eher meine Form. Oder man sieht sich halt auf irgendeinem Event oder Dreiecken und knüpft irgendwie in Kontakt. Aber ja, also dieses kalt Anschreiben, ich weiß nicht.
Rachel: Ist ja auch nur, wie gesagt, nur eine Form von Akquise, aber es ist ein Thema, das mich durchaus eben unleicht zurücklässt. Dieses Thema Akquise.
Manu: Ja, war das ein Fehler…
Rachel: Dass wir darüber gesprochen haben? Nein, nein, überhaupt nicht. Aber jetzt in der allgemeinen Auseinandersetzung, dass man da auch, dass ich merke für mich, ich muss dann noch mal darüber nachdenken. Nicht sehr denken, aber schon auch darüber nachdenken, warum mir das so schwer fällt, weil ich eben merke, dass das nicht nur eben jetzt in potenziellen nur eben jetzt in potenziellen Kaltakquisenachrichten oder sowas ein Thema ist, sondern auch in 1 zu 1 Gesprächen beispielsweise, wenn jemand mal komplett noch keine Berührungspunkte mit mir hatte und fragt, was machst du denn eigentlich, dass ich da immer sehr mich klein mache. Das ist ein ganz anderes Thema, ein Thema für eine ganz andere Folge. Aber Das ist ja durchaus ein Umstand, der dann wiederum kalte Akquise nochmal sehr viel schwieriger macht. Ja. Genau. Aber es ist so dieses, sich damit mal immer wieder auseinanderzusetzen, das ist, glaube ich, nicht verkehrt.
Manu: Ja, glaube ich auch. Können wir auch gerne mal drüber reden, über das Thema jetzt.
Rachel: Ja, können wir auch.
Manu: Ja. Gut. Boah, heute haben wir lang geredet.
Rachel: Ja, und mal wieder richtig schön klassisch über ein Thema in der Selbstständigkeit.
Manu: Ja, voll.
Rachel: Sehr schön. Gut.
Manu: Alles klar. Dann …
Rachel: Wenn ihr da draußen irgendwelche Gedanken zum Thema Akquise habt, dann … Ihr dürft uns immer gerne in die DMs leiten.
Manu: Ja.
Rachel: Entweder auf unsere jeweiligen Profile oder das gemeinsame Instagram-Profil für diesen Podcast. Da findet ihr die Links in der Bio. Jetzt hast du gerade so gehockt.
Manu: Ja, ich wollte noch ganz kurz erzählen. Ich habe neulich eine akquise Nachricht in großen Anführungsstrichen über Instagram bekommen, eine DM, wo jemand geschrieben hat, hey, ich habe gesehen, du bist selbstständig, voll cool, wie steht es denn dein Aktienportfolio? Da dachte ich mir wirklich, hä?
Rachel: Hey, ich habe gesehen, du hast 2 Augen, wie steht es denn dein Aktienportfolio?
Manu: Ja, sorry, das ist nochmal ganz kurz eingeschoben.
Rachel: Also ihr dürft uns in die DMs sliden und teilt uns gerne ein paar Gedanken zum Thema Akquise mit. Vielleicht auch Tipps.
Manu: Da sind wir auch froh drum.
Rachel: Vielleicht teilen wir die dann auch in der nächsten Folge. Vielleicht behalten wir sie für uns.
Manu: Schauen wir mal. Gatekeeping.
Rachel: Genau. Ihr wisst, dass das unser größtes…
Manu: Ja, das ist absolut unser…
Rachel: Unser größter Wert ist, möglichst wenig kundzugeben. Deswegen haben wir einen Podcast.
Manu: Um Sachen für uns zu behalten. Alles klar. Ich hasse es, wenn ich so viel lachen muss, dass ich davon husten muss.
Rachel: Okay.
Manu: Dann bis hier. Bis nächste Woche.
Rachel: Tschüssi.
Manu: Tschüssi.