#065 – Was hättest Du Dir früher nicht zugetraut – und heute ist es ganz normal, Manu? (1)

Manu faked nicht mehr, er maked schon. Und das ist eigentlich auch schon die Antwort auf unsere Frage diese Woche. Natürlich holen wir nochmal ein bisschen aus, sprechen über Autodidakten, Privilegien und Träume, die uns in der Realität abhanden gekommen sind... Im Wochenrückblick sprechen wir unter anderem über das MACHN-Festival 2025 in Leipzig und darüber, dass wir nicht leer sondern voll sind. P.S.: Willkommen in der Sommer-Edition! ☀️

Transkript

Rachel: Oh mein Gott!

Manu: Sommer!

Rachel: Das war ja mega!

Manu: Ein Sommerintro!

Rachel: Ist es euch auch aufgefallen? Euch da draußen? Wir hatten am Wochenende mit Sommersonnenwende und jetzt haben wir ein Sommerintro.

Manu: Ja. Ich habe es gemorpht.

Rachel: Es ist gemorpht. Jetzt ist es ein bisschen Inselvibe.

Manu: Bisschen Urlaubs-Karibik-Feeling.

Rachel: Als wären wir im Urlaub, aber sind es nicht.

Manu: Aber wir sind es nicht. Nein.

Rachel: Aber für euch ist es jetzt quasi wie Urlaub auf den Ohren.

Manu: Oh, schön. Das ist schön.

Rachel: Ja, ein bisschen raus aus dem Alltag. Oder, wenn ihr wie ich seid, was Podcasts angeht, besonders viel Alltag.

Manu: Hä?

Rachel: Was? Was? Nein, weil wenn ich Podcasts höre, dann ist das oft so, während man halt was macht, was halt klassisch Alltag ist. Achso, ja stimmt. Also irgendwie sauber machen, Wäsche waschen.

Manu: Ja. Ähm. Putzen, kochen.

Rachel: Putzen, kochen. Ja. Also. Stimmt. You get it. Aber mit ein bisschen Urlaubsfeeling jetzt.

Manu: Ja, jetzt ist so ein bisschen Sommer. Ich wollte unbedingt ein Sommerintro haben. Ich fand das wichtig.

Rachel: Das ist jetzt aber, dann müssen wir noch, dann dürfen wir entscheiden, wenn der Sommer auch wieder vorbei ist, finde ich gut. Der geht dieses Jahr bis November.

Manu: Und dann geht es direkt in den Advent rein.

Rachel: Direkt. Ganz kurz Winter, 4 Wochen und dann ist auch wieder Sommer.

Manu: Und dann kommt das Advents-Themed Intro. Genau.

Rachel: Sehr schön. Danke, dass du da rumgebastelt hast.

Manu: Ja gerne. Nichts zu denken. Es hat Spaß gemacht. Ja. Es hat auch erstaunlich gut funktioniert, weil das ja auch diese Stimmen sind, diese Vocals und so. Es hat echt erstaunlich gut funktioniert, das auf so einen Karibik-Vibe zu morphen.

Rachel: Ja, Das stelle ich mir auch irgendwie eine coole Art mal zu arbeiten vor, wenn du das dann wie so ein Puzzle fasst oder wie so ein Rätsel, wenn du halt wirklich schon was bekommst, was schon da ist und das, damit musst du dann spielen.

Manu: Ja, ist ein bisschen wie Sudoku.

Rachel: Ja, cool. Ja, ist cool.

Manu: Macht Spaß.

Rachel: Sehr schön. Genau. Gut. Da können wir direkt Community-Aufruf starten. Ihr wünscht euch eine Theme-Variante. Genau. Ja. Warum nicht?

Manu: Dann haut uns mit Stichwörtern oder ein Moodboard.

Rachel:  Ich hab ein bisschen Spaß dran. Bilder, Fotos, sonst was. Gebt uns eine Mood. Manu macht den Track dazu.

Manu: Das sowieso. Ist ja ein bisschen mein Job.

Rachel: Stimmt. Du hast vollkommen recht.

Manu: Also jetzt, wenn du es so ausdrückst, muss man sagen, das ist eigentlich meine Jobbeschreibung.

Rachel: Wow. Ja, ich, also Werbung kann ich. Schauen wir mal, ob das mein Metier wird noch. Sei Gott. Ist einfach auch ein Lernfeld für mich.

Manu: Aber es hat, es hat, es hat, glaube ich, gut funktioniert. Es ist subtil rübergekommen, was du sagen wolltest.

Rachel: So Dienstagmorgen.

Manu: Wir sitzen hier. Wie war deine Woche?

Rachel: Boah, voll irgendwie. Also ich merke in letzter Zeit wirklich, dass ich weiß nicht, ob es eben an diesen an diesen Sommermonaten liegt, die man sich so voll klatscht oder auch voll geklatscht werden. Ja. Das ist ja gerade eher so mein Problem, wenn ich so von außen irgendwelche Termine und Verpflichtungen bekomme, da habe ich gerade sehr, sehr starke innere Revolte dagegen. Ne, es ist einfach super viel los. Vor allem habe ich das Gefühl gerade auch weil an den Wochenenden viel los ist und die so voll sind. Es fehlen gerade so Regenerationsphasen.

Manu: Ja, das merke ich sehr stark. Sehr stark.

Rachel: Mir kam jetzt aber jetzt, just in diesem Moment auch der Gedanke, vielleicht ist das auch so jetzt, diese Umstellung wirklich wieder auf diesen Alltag, auch so einen Arbeitsalltag und Lebensalltag, nachdem wir jetzt irgendwie diese 6, 7 Monate Abenteuer hatten, dass man einfach vergessen hat, dass Alltag einfach auch echt busy ist.

Manu: Okay, Interessant. Oder was meinst du? Finde ich ehrlich gesagt nicht. Weil ich hatte das Gefühl hier schon mal in eine totale Routine reingekommen zu sein. Und in eine Arbeitsalltagsroutine. Und die war sehr gut. Und ich habe mich nicht ausgebrannt oder erschöpft gefühlt. Ich fühl mich aber gerade so. Und ich hab irgendwie eher das Gefühl, dass das was mit mangelnden Regenerationsphasen zu tun hat.

Manu: Und mit auch so 1 gewissen Überstimulation. Bei mir jedenfalls. Das war auch das gestern Abend, wo ich irgendwie so plötzlich mega traurig geworden bin und hier gar nicht kommunizieren konnte, warum, was da jetzt irgendwie der Grund ist. Und ich hab versucht, dem heute Morgen mal so ein bisschen auf den Grund zu gehen. Und es ist einfach wirklich schlicht und ergreifend, hat das was mit Überforderung zu tun gerade? Und ich glaube eben nicht, ich persönlich, bei mir jetzt, hat das eigentlich weniger was mit Arbeitsalltag zu tun. Genau, Entschuldigung. Wollte ich nur kurz einwerfen.

Rachel: Nee, das ist ja ein Gespräch. Du darfst du darfst durchaus daran teilhaben. Ja, ja. Ich weiß, was du meinst.

Manu: Ich persönlich war in den letzten 3 Wochen zu viel unterwegs. Ich merke jetzt, also nicht zu viel, es hat mir alles unglaublich vorbereitet auch. Und da waren unglaublich schöne Momente dabei, aber ich merke jetzt, es ist so, so der Tank ist voll an Erfahrungen und ich muss das jetzt irgendwie erstmal verarbeiten und verdauen, weil dafür irgendwie keine wirkliche Zeit blieb.

Rachel: Das ist interessant, dass du jetzt gerade gesagt hast, der Tank ist voll, statt zu sagen, der Tank ist leer im Sinne von, ich kann nicht mehr weitermachen.

Manu: Nein, ich fühle mich…

Rachel: Aber eben, du eben, voll, du hast so viele Eindrücke, Reize, es ist so, Es ist zu viel an, es ist kein zu wenig.

Manu: Richtig. Und deswegen, ich fühle mich nicht erschöpft oder ausgebrannt. Nicht wirklich. Wenn ich es nochmal nachdefinieren kann. Du hast gerade eben genau das gesagt. Ich merke gerade, das ist nicht der richtige Terminus. Das stimmt nicht. Ich fühle mich nicht erschöpft und ausgebrannt.

Manu: Ich sehne mich. Ich sehne mich nach einem Alltag gerade. Ich sehne mich, ehrlich gesagt, gerade nach einem geregelten Tagesablauf. Und ich sehne mich auch danach, so im Hyperfokus hier zu sitzen und meine Arbeit zu machen. Ich habe nur gerade keinen Bock mehr unterwegs zu sein, muss ich echt gestehen.

Rachel: Ja, vollkommen rechtfertigt.

Manu: Aber weißt du, kannst du das nachvollziehen? Deswegen ist es bei mir eher so.

Rachel: Ja, aber das ist gut und richtig, dass du da, dass wir das nochmal, dass wir das da differenzieren. Ja. Und ja, mir geht’s ähnlich. Also mein Problem ist ja, eben ich war ja mit dir jetzt viel unterwegs, wir waren ja zusammen unterwegs, große Überraschung. Genau, diese Sehnsucht nach einem Alltag, das habe ich gestern gemerkt, nachdem ich mir da am Sonntag, seit langem im Zug, ein paar Gedanken diesbezüglich gemacht habe und wie ich jetzt meine Woche strukturiere oder generell mal so Arbeitsabläufe, Tagesabläufe. Und gestern dann schon so diese erste Tag war, wo richtig schön klassisch ADS der Plan, den ich mir gemacht habe, nicht funktioniert hat. Allein schon, weil ich einfach Schlaf nachholen musste. Und ich den ganzen Tag über damit so gehadert habe und so schwer in irgendwas überhaupt reingekommen bin. Bei mir kommt diese, wenn der Tank voll ist, also die Reize und Eindrücke einfach zu viel sind überstimuliert in 1 gewissen Weise, Dann folgt bei mir auch ganz oft so eine Entscheidungsmüdigkeit. Und dann driftet man ab in so ein Ablenken, sich berieseln lassen, das absolut nötig zu machen, weil dann kommt diese Entscheidung, ich setze mich jetzt daran, geht nicht. Und das war gestern so ein Tag tatsächlich, wo ich auch gemerkt habe, dass ich habe so viel, so oft irgendwie ans Handy gegriffen und mich irgendwie berieseln lassen.

Manu: Ja, verstehe ich.

Rachel: Und abends ja dann, also ich fand es total schön, dass wir dann einfach ein bisschen Serie geguckt haben, aber das habe ich bei dir dann auch gemerkt, dass du dich einfach nicht mit der Entscheidung auseinandersetzen wolltest, so, was spiele ich denn heute Abend? Also dieses, dann lieber den Weg des geringsten Widerstandes zu machen. Wir hatten ein Serial angefangen, es war irgendwie klar, da müssen wir jetzt die nächsten Folgen gucken.

Manu: Doctor Who.

Rachel: Genau, und dem komme ich gerade so ein bisschen auf den Grund, dass Das dann so ein Thema ist, wenn ich einfach keine Entscheidung treffen kann und das dann eigentlich in so einen Leerlaufalltag kommt, der einem auch nicht gut tut.

Manu: Aber man fühlt sich ja gleichzeitig und deswegen würde mich jetzt interessieren, ob das bei dir auch so ist, man fühlt sich ja gleichzeitig auch total rastlos. Also man hat eigentlich so ein bisschen so übersprudelnde Energie.

Rachel: Die hatte ich gestern nicht, aber ja.

Manu: Ne, also so eine nervöse Energie und mir geht’s so oder mir ging es gestern auch so und hat aber gleichzeitig eben diese Schwierigkeiten, in welche Bahn lenke ich das jetzt. Genau deswegen eben, also ich merke so, ich fühle mich nicht ausgebrannt, ich fühle mich eher so überladen im Sinne von, da ist zu viel in mir gerade. Too much. Genau. Ich bin mir selbst auch ein bisschen zu viel gerade.

Rachel: Nein, warum?

Manu: Es ist einfach eben genau deswegen. Das macht so eine Rastlosigkeit und bei mir schlägt es da manchmal auch dass ich dann viel rumfluche und mich ärgere und so.

Rachel: Ja. Gestern war ich unterwegs, hast du in der Zeit viel geflucht?

Manu: Oh mein Gott.

Rachel: Nein, hast du?

Manu: Ja. Ich war echt froh, dass du nicht da warst in dem Moment. Ich habe gestern echt richtig viel rum geflucht.

Rachel: Hast du mir gar nicht erzählt?

Manu: Nein.

Rachel: Gut, dass wir diesen Podcast haben, wir hätten das nie erfahren. 

Manu: Gut, dass wir in diesem Podcast zumindest miteinander reden.

Rachel: Oh nein, was war los?

Manu: Nichts Besonderes. Das ist bei mir dann einfach so, weil irgendwie technische Schwierigkeiten, keine Ahnung, meine DAW ist abgestürzt oder so. Dann kommt so 1 zum anderen. Und ich hab dann manchmal, eben wenn ich in so 1 Grundstimmung, die wir vorher schon besprochen haben, bin, dass ich dann auch so ein Gefühl von, ich hab keine Zeit. Ich muss jetzt alles hier, Mann ey, ich hab jetzt keine Zeit für so einen Scheiß, wenn jetzt irgendwie die Technik streikt oder so. Und ich werd dann so richtig unruhig und ich werde so ungeduldig mit mir selbst und allem, was irgendwie essentiell ist für meine Arbeit. Und ich weiß eigentlich in dem Moment auch, dass es totaler Quatsch ist, weil ich bin der Einzige, der mein Tempo bestimmt. Aber trotzdem ist es dann so ein, man ich hab jetzt keine Zeit dafür, ich muss es jetzt alles schaffen. So und dann werde ich richtig sauer. Ja genau und deswegen habe ich gestern ziemlich viel rum geflucht hier.

Rachel: Ja, trotzdem… Trotzdem solltest du ja eigentlich auch fluchen dürfen, wenn ich da bin. Oder das… Weißt du, was ich meine? Es ist ja nicht gut, wenn du dir das irgendwie verkneifst. Weil es ist ja oft auch einfach dann die Möglichkeit, Gefühle zu regulieren und einfach auszudrücken, das irgendwie zu unterdrücken.

Manu: Ja, aber das ist also…

Rachel: Ja, ich glaube, ich habe dir zu oft gesagt, dass mich das so nervös macht, dass mich das irgendwie triggert, wenn du zu viel, wenn du fluchst, so aus dem Nichts, dass ich dann so alert bin. Und ja, Ich muss da mal irgendwie vielleicht selber mehr fluchen. Damit, also weißt du, was ich meine? Das soll ja…

Manu: Ich hab ja, das Ding ist, ich hab da ja selber eigentlich eine Vorbelastung. Ich kann ja eigentlich auch ganz schlecht damit umgehen, wenn andere Leute fluchen oder sich aufregen oder wütend sind.

Rachel: Ich meine schon, nächste Folge wird so eine Schocktherapie. Wir fluchen die ganze Zeit und beleidigen alles und die Welt. Das wird deine erste Explicit ab 18 Folge.

Manu: Das wäre schon witzig.

Rachel: Schocktherapie für alle da draußen, die nervös werden, wenn irgendjemand flucht.

Manu: Ja, wir brauchen da jetzt auch gar nicht mehr viel tiefer reingehen. Da könnte man durchaus wirklich mal drüber reden, warum das so ist und was das eigentlich macht. Ich merke nur dann in dem Moment, das ist mein einziges Ventil, mich irgendwie auszugleichen.

Rachel: Und gerade an so einem Tag wie gestern, wo es einfach alles zu viel ist, zu voll.

Manu: Voll, aber du bist jetzt nicht der primäre Grund, weswegen ich das nicht tue, sondern es ist auch so, dass ich mir selbst das verbiete.

Rachel: Das eher zu unterdrücken.

Manu: Eher zu unterdrücken und wegzudrücken. Und Ja, ist auch nicht gut. Keine Ahnung. Das ist ein größeres Thema, glaube ich.

Rachel: Wir haben die Woche Kimchi gemacht. Ja. Das war ein richtiges…

Manu: Da hat auch was gegärt.

Rachel: Ja, das war auch… Da ist was hochgekommen irgendwo. Es hat gesprudelt. Zu deiner Frage zurückzukommen, wie die Woche war. Das war echt ein Highlight.

Manu: Kimchi machen war ein Highlight, finde ich auch. Wir haben es auch gestern schon verköstigt. Ja. Es war sehr gut.

Rachel: Es ist sehr gut. Es ist sehr gut, glaube ich. Und ich hatte danach keinerlei Beschwerden. Ich auch nicht. Also, das man jetzt irgendwie… Wir haben das endlich gemacht, wir haben es schon so, so lange vorgenommen und da fand ich gut, dass wir das jetzt endlich mal gemacht haben. Was ein großes Learning bei der Geschichte war, beim nächsten Mal ziehe ich Handschuhe an. Meine Hände haben echt noch den halben Tag lang so gebrannt von dem Chili. Das habe ich irgendwie unterschätzt.

Manu: Und wir müssen den Kohl ein bisschen kleiner schneiden.

Rachel: Wir müssen den Kohl kleiner schneiden.

Manu: Aber ansonsten, Kimchi rules.

Rachel: Oh, was ist denn letzte Woche noch passiert? Ah, ich war auf dem Machen Festival.

Manu: Ja, du warst da. Du hattest ja noch richtig volles Programm letzte Woche.

Rachel: Genau, ich war hier in Leipzig, bin ich relativ spontan hingekommen, hab da auch eine Karte quasi für bekommen. Ich habe das nicht selber gezahlt, so viel sei vorab disclosed. War ich auf dem Machen Festival hier in Leipzig in der Baumwollspinnerei. Die Location ist mega. Also Solltet ihr da draußen mal zu irgendeiner Veranstaltung in Leipzig anreisen und die wäre in der Baumwollspinnerei, dann feiert das, geht da hin. Das ist echt irgendwie ziemlich cool. War, glaube ich mal, was habe ich gelernt? Die größte Baumwollspinnerei Europas.

Manu: Ach, wirklich? Ja, ist schon auch echt riesig. Ja. So ein Riesengeländer.

Rachel: Mega, mega cool. Genau. Auf jeden Fall, das ist halt so ein Business-Festival irgendwie gewesen. Thema eben Business, Media, Tech and Arts. Also irgendwie alles. Und ich war so ein bisschen überfordert, weil ich auch im Programm jetzt im Vorhinein nicht so viel gefunden habe, was mich jetzt total angesprochen hat. Und dann war ich da auf dem Gelände am Mittwoch und da war, jetzt habe ich auch mal eine Story gepostet, da war so ein Plakat wie LinkedIn nur in offline. Und in dem Moment dachte ich mir so…

Manu: Würde mich direkt abschrecken.

Rachel: Ja, es ist jetzt für mich gar nicht so das Verkaufsargument, habe ich dann auch gesagt. Und dann so, nee, irgendwie hätte ich eigentlich in dem Moment schon… Nein, so schlimm war es nicht. Ich hatte auch ein paar echt schöne Gespräche.

Manu: Stimmt, ich erinnere mich. Du hast es ja gepostet. Da musste ich so lachen.

Rachel: Nee, aber weißt du, hm. Nee. Nee, weiß ich nicht.

Manu: Ich stehe aber auch auf Kriegsfuß mit LinkedIn.

Rachel: Man kommt irgendwie nicht ganz rein. Ach nee. Ja, gibt ja Leute, die da echt… Genau, aber auf jeden Fall, da war ich und ich hatte ganz am Anfang der erste Vortrag, der war richtig cool, der war spannend. Danach gingst du noch bergab. Das spricht jetzt irgendwie auch nicht dafür. Wieso bin ich da so kritisch? Ich glaube, wir sind natürlich, oder ich war jetzt auch natürlich verwöhnt. Wir waren jetzt 3 Wochen vorher auf der Republika.

Manu: Ja, die war krass.

Rachel: Das ist natürlich irgendwie auch nochmal so was anderes. Aber ich glaube, ich weiß, was mich da auch so ein bisschen gestört hat. Wie gesagt, ich hab das Ticket nicht selber gekauft, aber regulär hätte das Ticket…

Manu: …200 Euro gekostet für…

Rachel: …die 2 Tage. Wäre aber komplett ohne Workshops gewesen. Also nur für irgendwie Vorträge und da rumlaufen. Und wenn ich mir dann überlege, für die Republika haben wir 330 oder so waren es. Weiß ich nicht genau. Aber das sind 3 Tage Festival und viel mehr Programme. Natürlich viel größer das Ganze auch. Sowohl Republika als auch das Machen, die kann man auch nicht in einen Topf schmeißen, wie auch immer, hatten viele Aussteller. Aber eben bei dem Martin-Festival hatte ich das Gefühl, da war echt viel mit Werbung und Aussteller und Leuten, die da Business-mäßig Werbung machen wollten für sich. Aber nicht wirklich gut integriert und eingebunden, dass man das themenmäßig verstanden hätte. Eingebunden, dass man jetzt themenmäßig oder irgendwie verstanden hätte, sondern es war einfach so Messe, Messegefühl irgendwie. Also irgendwie hat mir so dieses, das Storytelling oder der rote Faden so ein bisschen gefehlt und ich finde es auch immer geil, wenn solche Veranstaltungen eben, Business-Veranstaltungen, sich auch Arts draufschreiben, also die Künste. Und das, was halt da war, war ein DJ vor Ort, der die ganze Zeit gespielt hat. Und ich denk so, yo. Und ihr seid klar in 1 Location, wo irgendwie viele Galerien und Ateliers und Studios sind, aber sonst so, das fand ich ein bisschen schade. Ich weiß nicht, also irgendwie war, muss ich jetzt nicht nochmal hin. So.

Manu: Verstehe ich.

Rachel: War so das Learning.

Manu: Verstehe ich.

Rachel: Würde mir auch so denken. Im Gegenteil dazu haben wir aber letzte Woche, ich glaube am selben Abend dann noch, war das Mittwochabend, haben wir schon unsere Unterkünfte für die nächste Republika gebucht.

Manu: Ja, stimmt. 

Rachel: Da ist dann nämlich die Daten online gekommen, 16. Bis 18. Mai glaube ich, wenn ich mich nicht irre. Und genau, da werden wir dann nächstes Jahr wieder antanzen.

Manu: Mittwochabend, nach der BO, nach dem BO-Treffen.

Rachel: Ich glaube es war Mittwoch. Mittwoch war ein voller Tag. Und da war ich auch auf dem Festival. Volle Woche, es war viel los. Ihr merkt, wir springen. Aber das sind gerade so die Themen, die uns beschäftigen.

Manu: Ja und ich merke wirklich so, ich bin voll. Ich brauche jetzt mal eine Woche stumpfes Sitzen und Arbeiten, irgendwie runterzukommen.

Rachel: Vielleicht kriegen wir noch ein paar Grad weniger in die Wohnung, dann ist es auch ein bisschen angenehmer.

Manu: Ich hätte gerne noch ein paar Auftraggeber, das wäre auch cool, damit ich noch mehr Sturmstrahl setzen kann.

Rachel: Ja, ich habe am Anfang der Folge ein bisschen Werbung für dich gemacht. Ja, stimmt, ist cool. Danke. Da kommen jetzt die Aufträge reingeflattert.

Manu: Stimmt, sorry, ich habe den Werbeblock schon wieder total vergessen. So, wir sind jetzt auch schon 22 Minuten drin in der Folge. Sollen wir mal über das Thema reden?

Rachel: Ja, also gut, das ist ja nichts Neues für uns, dass wir durchaus philosophisches, küchenpsychologisches und unser Wochenrückblick da durchaus mal das alles zusammenbringt. Ich habe ein Thema mitgebracht. Das ist jetzt ähnlich küchenpsychologisch, aber ich dachte mir, Das machen wir jetzt mal mit Struktur, dass wir uns da ein paar Fragen stellen.

Manu: Cool.

Rachel: Und dann da ins Gespräch kommen. Und zwar würde ich mit dir gerne mal darüber sprechen, was wir uns früher nicht zugetraut hätten und heute trotzdem oder vielleicht sogar mit 1 gewissen Selbstverständlichkeit machen. Gibt es da jetzt irgendwas, was dir so top of the notch irgendwie sofort einfällt? Ja, sehr gut.

Manu: Geld dafür zu verlangen, Musik zu machen.

Rachel: Also deinen Job.

Manu: Ja. Nein, das klingt jetzt platter, als ich es meine. Ich habe mir das wirklich ganz lange nicht zugetraut. Da erstens mich auch in gewisser Form als Experte, ich bin kein Experte, ich bin noch lange nicht da, wo ich sein könnte, aber das wird man nie sein vom Wissen her und man kann immer noch was lernen, aber ich habe mich so lange nicht getraut, mich hinzustellen und zu sagen, ich kann das und das ist was wert und ich verlange dafür Geld. Und das hat wirklich lange gedauert, bis ich mich das getraut habe.

Rachel: Was glaubst du woran das liegt? Oder anders gemeint hat, ich kann mir vorstellen und du bist herzlich eingeladen mir zu widersprechen, wenn dem nicht so ist. Ich kann mir vorstellen, dass das bei dir vielleicht auch tatsächlich damit zu tun haben könnte. Wow, das ist alles sehr vorsichtig formuliert. Jetzt bist du gespannt, was jetzt kommt. Es ist daran liegt, dass du ein Autodidakt bist.

Manu: Ja, das spielt da auf jeden Fall mit rein. Ja, ganz sicher. Und ich glaube diesbezüglich, da hatten wir schon mal in 1 anderen Folge darüber geredet, habe ich ganz lange im eigenen Saft gekocht und mir keine Role Models gesucht, denen ich diesbezüglich auch Fragen stellen konnte oder mit denen ich mich vernetzen konnte und wo ich gemerkt habe, ach krass, andere machen das auch. Ab dem Moment, wo ich das dann hatte und mir auch andere Leute dann, oder diese Leute dann auch gesagt haben, ja klar, du machst da künstlerische Leistung, klar verlangst du da Geld dafür, War das ja auch was vollkommen anderes, aber das hat mir ganz lange einfach gefehlt irgendwie. Und ich glaube, das war 1 der Gründe. Und das ist tatsächlich etwas, wo ich sehr stolz auf mich bin, inzwischen mich hinstellen zu können und auch stolz über meinen Beruf reden zu können. Und mit Stolz sagen zu können, ich bin Musiker und Sounddesigner. Und Das ist etwas, was ich mir lange nicht zugetraut habe und mir jetzt zutraue.

Rachel: Aber du hattest ja am Anfang, in Anführungsstrichen, oder ganz lange, und ich weiß, das war auch zumindest noch am Anfang, als wir uns kennengelernt haben, war ja so das Berufsbild, das du eigentlich hattest oder was du machen wolltest, gemacht hast, war ja wirklich klassisch Produzent, So Musikproduzent.

Manu: Nee, das war auch schon eine Notlösung.

Rachel: Ja genau, aber das ist letztendlich die Weiterentwicklung dessen, worauf ich hinaus will.

Also dass du ja eigentlich letztendlich ein Berufsbild hattest, vorher oder ganz am Anfang, oder als wir uns kennengelernt haben oder eben schon davor, das ja sehr eindimensional war, oder? Das halt einfach dieses klassische, medial reproduzierte als Musiker, genau, stehst halt auf 1 Bühne und, ja, oder Wie war das Berufsbild damals, was du hattest?

Manu: Das ist tatsächlich immer ein bisschen schmerzhaft, da reinzugehen, weil ich glaube ursprünglich, Und diese Sehnsucht ist immer noch da. Ich sehne mich schon immer noch danach, einfach Musik zu machen und auf 1 Bühne zu stehen und da Musik zu machen und Leute zu begeistern mit meiner Musik. Und dann dieser Beruf des Produzenten oder Komponisten war halt dann einfach auch so ein bisschen aus dem Ding heraus, ja gut, irgendwie muss ich ja auch Geld verdienen. Und schlimm wäre das natürlich, wenn ich das mit meiner Musik mache. Und ich glaube, deswegen habe ich mich dann immer mehr diesen Dienstleistungen, kreativen Dienstleistungsjobs geöffnet. Und bereue das auch überhaupt nicht. Ich meine, ich bin da unglaublich dankbar. Ich hatte auch mega viel Glück bei vielen Dingen und habe da mega viel gelernt. Aber ich glaube, das war so erstmal der Antrieb dahinter, bis ich dann gecheckt habe, ach cool, das macht mir total Spaß und das dann immer mehr rausgearbeitet habe, was ich jetzt heute mache. Auf diesem ganzen verschlungenen Weg, der da hinter mir liegt. Aber ich glaube, der ursprüngliche Antrieb, dann nicht zu sagen, okay, ich bin einfach nur Künstler, sondern ich bin auch irgendwo Dienstleister und ich produziere Musik oder Sound für andere. Das war erstmal einfach aus dem Druck heraus, okay, ich muss ja irgendwie Geld verdienen.

Rachel: Es war quasi keine Entscheidung des Wachsens, sondern eine Entscheidung aus einem Mangel heraus.

Manu: Es war eine Entscheidung aus einem Mangel heraus und trotzdem hat es aber ganz viele Probleme dann gelöst, weil ich dann plötzlich gezwungen war wirklich zu lernen, was ich davor nicht gemacht habe. Und dieses Learning oder dieses Lernen generell und diese Erfahrung, die ich gesammelt habe durch diese Entscheidung, die eigentlich ursprünglich aus 1 Note heraus getroffen wurde, hat mich dann zum Beispiel dahin geführt, dass ich dann irgendwann eben Filmmusik machen durfte oder so. Und dann plötzlich gemerkt habe, boah, krass, diese Musikwelt, die ist ja noch viel, viel größer und da gibt es ja noch viel, viel mehr interessante Sachen. Und dann plötzlich eine unfassbare Leidenschaft dafür entwickelt habe und ja, und dann Wissensdurst auch damit einhergehend. Und das war natürlich viel besser als frustriert einfach Künstler zu sein, einfach in Anführungsstrichen, als Künstler zu sein, der nur seine eigene Musik, in Anführungsstrichen nur seine eigene Musik macht und irgendwie mit 1 Gitarre zu Hause sitzt und Songs schreibt, die nie jemand hört und da immer nur im eigenen Saft kocht. Und ich glaube eben, diese Komfortzone zu verlassen, auch das hat mich dann irgendwann fast schon süchtig gemacht. Ich habe dann einfach immer wieder meine Komfortzone verlassen und immer wieder mich hingestellt so nach dem Motto fake it till you make it. Im Endeffekt wurde ich mit Sachen auch ganz oft beauftragt, eine ganz lange Zeit, die ich noch gar nicht konnte musikalisch und mir dann im Prozess des Erschaffens das auch beigebracht habe währenddessen. Und dieses fake it till you make it Ding mir natürlich auch ein totales Selbstvertrauen dann irgendwann gegeben hat, dass ich gemerkt habe, ach krass, ich kann mega schnell lernen Und dadurch kann ich auch theoretisch schon Sachen, die ich eigentlich noch gar nicht kann oder die ich noch nicht gemacht habe. Und ich glaube, das hat dann auch irgendwann dazu geführt, dass ich mir das heute zutraue zu sagen, hey, ich bin das alles und selbst wenn du mich mit etwas beauftragst, wo ich noch überhaupt keine Berührungspunkte habe, ich mach’s trotzdem. Punkte habe, ich mache es trotzdem, weil es mir nicht nur mein Leben finanziert, sondern ja viel mehr auch noch im besten Fall auch noch immer wieder konfrontiert mit Dingen, die ich lernen kann. Und das hat mir das Selbstvertrauen gebracht, eben das heute irgendwie da ganz anders dahinter zu stehen.

Rachel: Das ist natürlich auch die totale Grundhaltung, sag ich jetzt mal, die viele Selbstständige haben. So dieses erstmal, ja weiß ich nicht, ob ich das kann, aber ich sag mal zu. Ja. Den Auftrag nehm ich jetzt mal an. Ich glaub, das ist ja was, was viele von uns Selbstständigen irgendwie kennen.

Manu: Ja, ich, ohne das jetzt anderen unterstellen zu wollen, aber ich war da am Anfang überhaupt nicht kaltblütig darin. Ich hab einfach immer, ich hab so einen super verkrampften moralischen Kompass auch darin total lange gehabt. Im Sinne von, ich kann doch den Leuten nicht sagen, Ich kann das, aber ich kann es eigentlich noch gar nicht. Weißt du, was ich meine?

Rachel: Ja, aber das war ja auch bei dir, also zumindest jetzt in den letzten Jahren, wo ich dich beobachtet habe oder so Anfragen, waren das ja nie komplett fachfremde Sachen, wo man jetzt irgendwie sagen würde, oh, da hast du jetzt aber irgendwie weit daneben.

Manu: Nee, nee. Nein, nein, nein. Aber trotzdem.

Rachel: Die Angst davor, dass man dann an die Qualität am Ende nicht rankommt.

Manu: Hochstapler-Syndrom. Ja, ja. Sagen wir es, wie es ist. Das habe ich natürlich auch und das muss man auch erst mal in den Griff kriegen.

Rachel: Du hast gerade gesagt, fake it till you make it. Hast du es gemaked?

Manu: Ich bin dabei.

Rachel: Bist du noch am Faken oder bist du schon am Maken? 

Manu: Nein, ich bin schon am Maken.

Rachel: Bist du schon am Maken?

Manu: Oh ja. Oh ja, ich weiß inzwischen, dass ich in dem, was ich jetzt gerade beruflich mache, bin ich sehr gut. Ja, bist du. Das weiß ich.

Rachel: An wie vielen Tagen in der Woche glaubst du das selber? Auch mittlerweile?

Manu: An, ich würde sagen, an 5 von 7.

Rachel: Hoffentlich sind das die 5 Werktage.

Manu: Ja, meine Selbstzweifel verschieben mich immer aufs Wochenende.

Rachel: Voll gut.

Manu: Nein, ich, also ansonsten hätte ich mir das ja jetzt auch nicht so geshaped. Ich bin, ich weiß, dass ich, ich bin kein, ich bin kein herausragender Komponist, das weiß ich inzwischen. Das muss ich aber auch nicht sein. Da gibt’s mal andere in meinem Umfeld, die da fantastisch sind. Aber ich weiß, dass ich in dem, was ich jetzt gerade mache, bin ich echt richtig gut. Da habe ich echt eine, wow, ich merke es jetzt erst, wenn ich es sage, da habe ich echt eine große Überzeugung.

Rachel: Ich finde das total spannend, gerade jetzt auch wenn wir dieses Gespräch irgendwie zusammenführen oder miteinander führen und du das am Anfang so erzählt hast, dass diese Frage zu beantworten, dass in 1 gewissen Weise auch jetzt noch mal eine schmerzhafte Erinnerung ist und so. Ich würde da jetzt vielleicht gerne kurz auf eine kleine Meta-Ebene gehen, wenn das für dich okay ist. Außer du hast dem vorangegangen, noch etwas hinzuzufügen.

Manu: Ich hätte dir die Frage gerne zurückgestellt, aber da sind wir noch nicht. 

Rachel: Nee, da sind wir noch nicht. Ich habe dir ja gerade nicht nur als Podcast-Co-Hostin zugehört, sondern auch als deine Partnerin, als deine Verlobte, sagen wir wie es ist. Und als du das jetzt gerade gesagt hast mit dem, natürlich ist da irgendwie noch der Musiker in dir, der am liebsten nur das den ganzen Tag machen würde oder zumindest mehr machen würde oder…

Manu: Da bin ich gerade in einem interessanten Punkt, aber stell erstmal deine Frage.

Rachel:  Oder sagen wir mal, als du gesagt hast, dass du ursprünglich eben diesen Musikertraum hattest und dann aus einem Mangel heraus irgendwie jetzt heute das machst, was du machst. So. Ist natürlich, oder war jetzt mein erster Impuls, als ich das gehört habe. Es ist falsch zu sagen, dass mich das jetzt gerade irgendwie traurig gemacht hat, aber es war so, ich wünsche dir natürlich, dass du alle deine Träume leben kannst. Und ich habe gerade gemerkt, dass mir das ein bisschen weh getan hat. Oder dass ich mitgefühlt, ich hatte Mitgefühl, mit diesem Erwachsenwerden, diesen Träumen, dann mal kurz irgendwie zur Seite zu stellen. Oder mal abzulegen und dann zu sagen, es geht halt gerade nicht. Es ist halt die Realität, sagt halt, ich muss jetzt andere Sachen machen. Und immerhin bist du jetzt nicht in einem Job gelandet, wo du inhaltlich überhaupt nichts mehr damit zu tun hast, machst ja immer noch viel das. Aber das fand ich jetzt gerade so interessant, dass das jetzt bei mir was ausgelöst hat, so dieses, dir da irgendwie viel mehr, vielleicht auch jetzt, den Wunsch zu haben. Die Folgen sind nicht geskriptet, ihr merkt das, wir sind da nur am rumstammeln und überlegen, was ich eigentlich sagen will. Ich würde dich gerne viel mehr darin unterstützen, Teile dieser alten Träume, wenn sie noch so da sind, wieder mehr in deinem Leben zu integrieren. Und dass es nicht Vollzeit geht, okay, klar. Und dass es jetzt auch nicht Vollzeit geht oder nicht gehen muss, weil du auch jetzt in deiner Arbeit irgendwie viel Erfüllung findest. Aber ich merke so, das ist, ich habe das gestern Abend zwar so ein bisschen im Scherz gesagt, aber ich sehe das schon als meine Lebensaufgabe. Klingt so unfreiwillig, aber das ist ja das, worauf wir uns irgendwie geeinigt haben. Das ist so ein unausgesprochenes Versprechen oder eine Entscheidung. Wenn wir in 1 Beziehung sind und da zusammen irgendwie durchs Leben gehen, dann gehört das auch dazu, uns in diesen Dingen zu unterstützen. Und ich hatte gerade gemerkt, dass ich das gerne viel mehr machen wollen würde. Das ist eine Folge von anders, wie, in welchem Form und so, aber das hat gerade deine Antwort mit mir gemacht. Danke. Wow, das war jetzt viel hin und her. Sorry.

Manu: Alles gut.

Rachel: Was wolltest du noch sagen? Oder wie ist das, wenn du das jetzt von mir hörst?

Manu: Das ist schön. Danke. Das berührt mich sehr und es ist schön, das zu hören. Ich merke, ich bin gerade in der Phase, wo ich auch so ein bisschen hinterfrage, wie authentisch dieser Traum überhaupt war, den ich da hatte. Spannend. So jetzt aus der Perspektive 8 bis 10 Jahre später. Das ist etwas, was mich auch viel beschäftigt in letzter Zeit. Oder ob es dahinter praktisch einen Traum gibt, der gar nicht so fest gebunden ist an eine Disziplin. wie ich stehe auf 1 Bühne und singe da. Ich, äh, weißt du, was ich meine? Mhm. Oder ob da eigentlich irgendwie was anderes dahinter ist. Aber auch das ist ein Thema für eine andere Folge.

Rachel: Ich hoffe, du hast mitgeschrieben. Oder jemand da draußen, wenn ihr mitgeschrieben habt, was die kommenden Folgen sind, dann gerne eine kleine Nachricht an uns.

Manu: Da muss man mal über Träume reden. Träume, die man hat oder hatte und wie authentisch die wirklich sind oder wie oft da auch manchmal Bilder rein spielen, die man von sich selbst hat, die aber mit der Realität eigentlich nicht wirklich was zu tun haben. Und ich glaube, das ist etwas, womit ich mich durchaus beschäftigen sollte, will, möchte. Und klar, ich hab auch eine totale Sehnsucht danach, wieder einfach auch meine Musik zu machen als Künstler. Und das tu ich auch, und das tu ich ja gerade auch immer mehr. Aber im Schaffen dessen merke ich auch, das geht nicht so schnell, da wieder völlig authentisch reinzufinden und irgendwie so diese Leidenschaft auch zügellos zu entfachen. Das geht nicht von heute auf morgen, das ist gerade auch echt ein Prozess. Und da spielt eben auch zum Beispiel die Frage dann rein, so was will ich da eigentlich wirklich und inwieweit habe ich damals auch, und vielleicht hat mich das dann auch frustriert, versucht irgendwie Sachen zu kopieren, Sachen irgendwie darzustellen, die ich gar nicht war und so.

Manu: Genau, Authentizität, da bin ich gerade irgendwie auf der Suche. Und das ist gut, dass da gerade mein Leben nicht davon abhängt, sondern ich das irgendwie spielerisch machen kann und gleichzeitig aber auch dieses unfassbar schöne Privileg habe, echt Arbeit, mit Arbeit mein Geld zu verdienen, die ich absolut Liebe und die mir auch unfassbar viel Freude bereitet und das ist wirklich ein Privileg, das sehe ich auch.

Rachel: Du hast gerade gesagt, dass es schwer ist, die Leidenschaft so zu entfachen, wie da.

Manu: Ja.

Rachel: Wie sähe das denn aus, wenn sie entfacht ist oder wie sah das Äquivalent dazu vor 8 bis 10 Jahren aus?

Manu: Da habe ich den ganzen Tag einfach nichts anderes gemacht. Da habe ich einfach 12 Stunden am Tag Musik gemacht. Da habe ich mich einfach komplett rein vergraben. Das kann ich gerade nicht. Und ich glaube, das ist auch in gewisser Weise gerade ein Schutzmechanismus, dass ich mich da nicht komplett reinfallen lassen kann.

Rachel: Hot Take?

Manu: Jo.

Rachel: War das dann damals wirklich Leidenschaft oder einfach eine gewisse jugendliche Naivität im Sinne von so einem Luxus, den man sich halt rauslässt.

Manu: 100 Pro. Ganz sicher. 100 Pro. Total. Das hatte ganz, ganz viel mit Naivität zu tun. Ja. Total. Naivität und gleichzeitig eben auch mangelnde Reflektionen im Sinne von, wie soll ich das beschreiben, also Das war nicht zu 100% authentisch, was ich da gemacht habe. Das war einfach geprägt von diesem Willen, hey, ich will berühmt werden, ich will möglichst viele Menschen damit erreichen. Weißt du, so. Da ging es nicht den authentischen Ausdruck. Nicht ausschließlich. 

Rachel: Ja und was du ja auch nicht vergessen darfst und das ist, ist jetzt nicht so, ich weiß oder ich gehe mal davon aus, dass du nicht den ganzen Tag hier sitzt und dir denkst, oh Gott, ich wünschte, ich könnte jetzt wieder wie damals 12 Stunden Musik machen. Aber solltest du mal in so eine Situation kommen, geht es ja darum, sich bewusst zu werden, dass du ja damals auch in der Situation warst, da warst du auch Schauspieler, das heißt du hattest deine 30 Drehtage im Jahr und den Rest hattest du ja die Zeit, rumzusitzen, in Anführungsstrichen. Das ist ja einfach eine ganz andere Lebensrealität. Hast dann zwischendurch ein paar Barkeeperjobs noch gemacht, aber eigentlich ist das ja eine Lebensrealität, die du heute in dem Maße ja gar nicht mehr hast.

Manu: Nein, nein. Nein, ist auch gut so.

Rachel: Ich kann mir voll vorstellen, dass wir vielleicht irgendwann ein Leben führen mit unserer Selbstständigkeit. Mhm. Weil ich verstehe, wir haben ja auch ein paar Mal schon darüber geredet, dass wir so alles oder nichts Menschen sind. Und du ja auch bisweilen da irgendwie so drin bist. Mhm. Ich glaube, ich fände es richtig cool, wenn man sich ein paar Mal, ein-, zweimal oder mehrmals im Jahr so Zeitblöcke nimmt, ein-, zwei-, oder mal komplett extendet 4 Wochen und dann auch nicht zu Hause, sondern woanders, wo man halt sagt, das ist jetzt nicht wirklich Urlaub, Urlaub im Sinne von ich mach gar nichts, sondern das sind jetzt meine 4 Wochen, 12 Stunden am Tag in ein künstlerisches Projekt, in Ausdruck, in einem Passion Project wie auch immer reinzustecken und zu sagen, das ist jetzt, ich mache jetzt dieses Album in 4 Wochen.

Manu: Ja, finde ich cool.

Rachel: Ich glaube, man hat immer Alltag und immer irgendwie so dieses, man kann vielleicht mal am Wochenende oder wenn man sich unter der Woche das variabel flexibel gestaltet, vielleicht mal irgendwie ein paar Stunden reinstecken, aber ich glaube, es ist doch zu viel Alltag irgendwie drin und ich glaube so als Selbstständige, wie wir es einfach sind, auch wenn wir in der Theorie die Freiheiten haben, ist es halt unglaublich schwer, sich aus so einem 9-to-5 auszuschälen, wenn einfach das System drumherum im 9-to-5 feststeckt.

Manu: Ja und natürlich jetzt in meinem Fall ist es auch so, dass ich merke, wenn ich jetzt einen ganzen Tag irgendwie Ich hab 8 Stunden lang Soundeffekte für ein Spiel gemacht, dann hab ich nicht unbedingt noch Bock, abends dann auch noch mal irgendwas zu tun, wo ich genau hinhören muss. Ja.

Rachel: Aber das dachte ich mir gerade, vielleicht muss man einfach so eigene, so selbst, selber so Residencies für sich selbst organisieren.

Manu: Das ist eine ziemlich coole Idee, Finde ich auch. Das ist echt eine coole Idee.

Rachel: Vielleicht auch tatsächlich so mit ein paar, entweder man macht es wirklich alleine oder wir zu zweit oder halt dann noch mit 2, 3 anderen Leuten, die auch irgendwie, und dann sagt man sich, hey, dann, dass man irgendwie abends zusammen isst oder mal irgendwie ab und an zusammen kocht oder so, aber dass man eigentlich sagt, man macht so ein privates Residency-Programm.

Manu: Ja, finde ich cool.

Rachel: Also das finde ich cool, wenn wir irgendwann dahin kommen.

Manu: Ich habe natürlich auch Angst, dass ich dann feststelle, ich kann das gar nicht mehr oder ich kann das gar nicht oder das ist doch überhaupt nicht das, was ich will, aber wahrscheinlich genau dafür ist es auch gut.

Rachel: Genau dafür, ja. Und wenn du irgendwie nach 1 Woche merkst, bloß kommt gerade gar nichts, dann wird es halt ein Urlaub. So be it. Nein. Nein, ein Urlaub. A wild vacation appears. Nein! Nein, ein Urlaub! Ah! A wild vacation appears!

Manu: Sollen wir, weil wir jetzt schon bei 45 Minuten sind, sollen wir das Thema in 2 Folgen splitten und ich stelle dir nächste Woche dieselbe Frage?

Rachel: Ja, ich weiß nicht, ob wir das nächste Woche dann schon machen, aber ich fand, das war jetzt trotzdem ein gutes Gespräch. Ich habe gerade auch gemerkt, ich finde, es muss nicht immer ich beantworte das und du beantwortest es dann auch.

Manu: Weil mich würde deine Antwort auch total interessieren.

Rachel: Mich auch. Ich weiß nicht, ich wüsste gerade auch noch nicht genau, was ich sagen würde. Aber von daher, war jetzt trotzdem ein gutes Gespräch, was da irgendwie rausgekommen ist, mit vielen Erkenntnissen und Erfahrungen.

Manu: Wir werden das auf Mikrofon mal besprechen, ob wir das nächste Woche machen.

Rachel: Nächste Woche oder wann auch immer, aber Ja, genau.

Manu: Okay, bist du damit fein?

Rachel: Ich bin fein. Okay. Sowieso. Gut.

Manu: Alles klar.

Rachel: Das war Jourfix für 2, Folge 65. Die erste im Sommermodus.

Manu: Die erste Sommeredition.

Rachel: Die erste Sommeredition und wenn euch die Folge gefallen hat, folgt uns, wenn euch gefallen hat, dann lasst gerne ein Abo da. Folgt uns auch gerne auf Instagram oder schreibt uns da mal euer Lieblingsschimpfwort. Das fände ich jetzt auch richtig gut.

Manu: Das fände ich richtig gut, ja.

Rachel: Den Link zu unserem Instagram findet ihr in den Show Notes. Und witzig, wenn wir jetzt einfach so random irgendwelche Beleidigungen bekommen von fremden Accounts und Instagram, die dann… 

Manu: Das wäre total…, du meinst einen Shitstorm.

Rachel: Nein, es ist ja nicht öffentlich. Wenn wir Nachrichten bekommen, dann schaukelt sich das ja nicht so hoch. Wie auch immer, lange Rede, kurzer Sinn. Schön, dass ihr dabei wart und wir hören uns nächste Woche wieder.

Manu: Jawohl, genießt den Sommer. Nächste Woche.

Rachel: Den Sommer bis nächste Woche. Ich denke, also den Sommer danach hören wir uns ja noch.

Manu: Ja, schon klar. Ich meine jetzt also die sommerlichen Tage. Bis nächste Woche.

Rachel: Wenn ihr sommerliche Tage habt.

Manu: Okay, alles klar. Gut, klugscheißer Out. Dann bis nächste Woche.

Rachel: Bis nächste Woche. Tschüss.

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