#067 – Halbjahresgespräch: Was 2025 bisher geschah

2025 ist zur Hälfte rum und wir schauen nochmal zusammen zurück: viele erste Male, viel über uns hinauswachsen, viel Ehrlichkeit und ein paar Tränchen. Aber im Großen und Ganzen das Gefühl, jetzt - also genau hier und heute - am richtigen Punkt zu sein.

Transkript

Manu: Ja, Folge 67.

Rachel: Ah, sehr gut. Gut, dass wir das noch kurz geklärt haben.

Manu: Ja, letzte Woche war 66. Nächste Woche kommt dann die 68. Und

Rachel: Bist du ein Wahrsager?

Manu: Das ist klassisches Mainstream.

Rachel: Naja, das ist jetzt nicht unbedingt, dass ich es per se besser weiß, aber du lest ja die Datei immer schon an und bist dann up to date, wenn es dann los geht.

Manu: Wenn ich dran denke, die Datei auch zu speichern, bevor wir loslegen.

Rachel: Hast du das heute gemacht?

Manu: Habe ich heute gemacht.

Rachel: Und  das obwohl Montag früh ist und du bist schon voll im Game.

Manu: Ich bin schon voll da in der Woche. Ja.

Rachel: Ja. 

Manu: Wird heute ein guter Montag, ne?

Rachel: Ja, weil wir wieder ganz viel Zeit miteinander verbringen.

Manu: Das stimmt.

Rachel: Freust du dich?

Manu: Ja, ich freue mich nur nicht auf die Tätigkeit, die wir machen.

Rachel: Was machen wir denn heute?

Manu: Wir machen meine Steuer. Ja. Ich danke dir, dass du mir hilfst.

Rachel: Ja, nachdem du ja kurzfristig von deinem Steuerberater sitzen gelassen wurdest, machen wir das jetzt einfach selber.

Manu: Ja, so ist es.

Rachel: Nach bestem Wissen und Gewissen.

Manu: Ja, und dann gucken wir mal, was das Finanzamt sagt.

Rachel: Wenn da draußen ein Steuerbereiter mit freien Kapazitäten rumläuft und uns hört, dann melde dich gerne bei uns. Die Chiffre dazu findest du in den Show-Notes. Was für ein Lachen. Sehr schön. Nein, aber ich freue mich auch, weil das habe ich gestern gemerkt. Wir stellen uns ja auch im Privaten manchmal die Frage, was war so irgendwie das Schönste in der Woche oder so.

Manu: Oh, mein Morgen gestern.

Rachel: Dein Morgen gestern? Ja. Ja? Ja. Erzähl.

Manu: Es ist total simpel. Es ist super simpel, aber es ist etwas, was ich mir lange nicht, lange nicht mehr gemacht habe und mir irgendwie auch nicht erlaubt habe. Ich bin gestern Morgen kurz aufgestanden, habe Kaffee gemacht, du hast noch geschlafen und bin mit der Kaffeetasse wieder zurück ins Bett und hab wirklich dann einfach morgens über 2 Stunden einfach gelesen im Bett noch. Das war so geil. Das war so gut.

Rachel: Hattest du dann auch so einen Metamoment, dass du währenddessen schon gemerkt hast, boah, ich find das grad so toll, dass ich das mache?

Manu: Ja, Ja, ja, ja, voll. Wenn man sich so in den Moment einkuschelt. Ja, schön. Ja, ja, genau. Das hatte ich richtig krass.

Rachel: Schön.

Manu: Nein, das war echt gut. Das war, glaube ich, ja, das Beste. Aber tu ich mir nicht,

Rachel: …ich bin jetzt voll reingegrätscht…

Manu: Ja

Rachel: nein, es war auch schön, dass du dann da warst, als ich aufgewacht bin.

Manu: Ja, fand ich auch. 

Rachel: Das hatten wir auch schon lange nicht mehr.

Manu: Das fand ich auch schön.

Rachel: Sonst sneakst du dich immer schon zu Herrgottszeiten, Alter-Mann-Syndrom. 

Manu: Ja, irgendwie so senile Bettflucht, Aber schon ein bisschen früh, so mit Anfang 30. Ja. Ja. Aber ich bin dir voll reingekretscht gerade. Du wolltest eigentlich…

Rachel: Nein, weil ich das… das war echt 1 der schönsten Momente oder ich… ich… letzte Woche Montag, als wir dann auch schon so viel Zeit miteinander verbracht haben, weil wir uns unserem Podcast-Projekt nochmal angenommen haben und uns da irgendwie dann spontan den ganzen Tag Zeit für genommen haben. Das war echt 1 der Highlights. Ich hatte letzte Woche viele schöne Momente, aber das war so im Großen und Ganzen war das ein richtig schöner Tag. Und deswegen, ja klar, heute steuern, aber ich freue mich trotzdem darauf, den Tag mit dir zu verbringen.

Manu: Ich mich auch.

Rachel: Schön. Könnte uns schlimmer treffen.

Manu: Das stimmt durchaus.

Rachel: Was hat deine Woche sonst noch gebracht? Kurz und knackig, außer dass du…

Manu: Arbeit.

Rachel: Arbeit.

Manu: Und

Rachel: Heiß war’s.

Manu: Heiß war’s. Ich habe immer wieder so Phasen, wo ich es so ein bisschen schwer mit mir selbst habe. Da hatte ich jetzt auch wieder irgendwie so eine Phase. Und ich glaube, das lag jetzt einfach auch irgendwie so auch zusammen mit der Arbeit irgendwie so in so 1 gewissen Form von Überreizung. Das merke ich einfach, ich bin irgendwie so ein bisschen überreizt. Aber heute, ich habe das Gefühl, das ist so jetzt alles am Wochenende so ein bisschen kulminiert. Dann war dieser Morgen gestern schon sehr gut, dann tagsüber wurde es wieder nicht so gut. Aber ich habe so das Gefühl, heute Morgen, ich stehe so ein bisschen so auf ein bisschen so wackeligen Beinen noch, aber irgendwie ist ein ganz gutes Gefühl. Und irgendwie passt auch so zum Beispiel auch die Wetterstimmung dazu. Es hat heute Nacht geregnet zum ersten Mal seit langem wieder. Und dann heute, wo wir die Kongtür aufgemacht haben, so dieser Geruch von Sommer, wenn es in der Nacht geregnet hat. Und irgendwie das sind so alles so gerade so kleine Momentaufnahmen, wo ich merke, nee, jetzt irgendwie, ich hab das Gefühl, es geht gerade so, knock on wood, geht gerade irgendwie so wieder ein bisschen bergauf mit mir.

Rachel: Ich glaube, das ist schon der richtige Impuls, was du gerade gesagt hast, dieses Momentaufnahmen. Ich glaube, es ist so wichtig, einfach immer mal wieder, das ist nur wieder beim Thema Achtsamkeit, müsste man eine Bingo-Liste führen, eben diese Momentaufnahmen zu machen und sich da irgendwie mal kurz Zeit dafür zu nehmen.

Manu: Sich auch daran zu erinnern, vor allem auch, das ist bei mir was, ich bin die ganze Zeit immer in der Zukunft oder in der Vergangenheit unterwegs, im Kopf. Ich bin in den seltensten Fällen hier so esoterisch, wie das jetzt klingen mag, aber das ist schon ein Thema, das merke ich schon.

Rachel: Ja und das ist ja echt, das ist schon fast eine richtig gute Überleitung zu unserem Thema heute. Ja. Weil klar ist es jetzt ein bisschen dieser Blick zurück, aber ich finde das hilft auch immer, dann Momente besser wahrzunehmen, sich dann eben später bei dem Rückblick daran zu erinnern. Wo überredet ihr? Ich weiß nicht, ob ihr es mitbekommen habt, aber wir sind jetzt tatsächlich in der zweiten Jahreshälfte angekommen. Das heißt, wir führen mal unser Halbjahresgespräch und gucken auf die erste Hälfte 2025 zurück. Andere Sache, hast du das letzte Mal, ich hab dir ein Review geschickt, ich weiß gar nicht, ob du es dir angeguckt hast. Ich glaube, es war am 2. Juli oder so, wo wir den Punkt erreicht haben, an dem wir mehr an 2025 sind als an dem Jahr 2000, äh 2050 sind als an dem Jahr 2000.

Manu: Ja, der ist jetzt überschritten.

Rachel: Das ist jetzt überschritten. Das ist jetzt crazy.

Manu: Das ist verrückt.

Rachel: Das ist verrückt. Zeit! 2050, Oh Gott, oh Gott. Da bin ich dann 55.

Manu: Uff. Oh mein

Rachel: Gott, ich bin so gespannt. Aber jetzt bleiben wir erstmal im Jahr.

Manu: Lass mal hier bleiben.

Rachel: In der zweiten Jahreshälfte. Ich krieg Beklemmungen. Wir gucken nochmal zurück auf das erste Halbjahr. Genau, das haben wir uns so ein bisschen für heute überlegt. Du bist viel besser vorbereitet als ich. 

Manu: Ich glaube nicht, dass ich viel besser vorbereitet bin als du.

Rachel: Ich freestyle das ein bisschen, du hast dir schon mal ein paar Stichpunkte aufgeschrieben.

Manu: Also ich glaube wichtig festzuhalten ist ganz am Anfang, dass es wirklich 1 der, wenn nicht sogar das spannendste und aufregendste Halbjahr bis jetzt war?

Rachel: Mhm. Ich glaube, ich hatte noch nie so 6 Monate, in denen so viel passiert ist.

Manu: Nee, ich auch nicht. Und auch so viel in mir passiert ist. Also, ich glaube, das muss man da auch mit einschließen. Weil klar kann man sagen, so ja, okay, ihr seid halt in eine andere Stadt gezogen und irgendwie das war alles aufregend, ja. Aber ich habe auch gemerkt, dass es halt in mir auch total viel losgetreten hat. Dann glaube ich, ist noch so ein wichtiger Punkt.

Rachel: Machen wir so Disclaimer?

Manu: Ich weiß nicht, sollen wir das so Monat für Monat durchgehen oder willst du es einfach so allgemein durchgehen?

Rachel: Also ich habe ein paar Reflexionsfragen, die wir uns angucken können. Wir müssen die ja nicht so in der ganzen Tiefe bearbeiten, vielleicht so ein bisschen auch aus dem Bauch heraus und wenn wir dann später merken, es gab bestimmte Dinge, die immer wieder gekommen sind.

Manu: Aber dann würde ich gerne noch so ein bisschen so ein paar allgemeine Sachen abfrühstücken und mal gucken gerne, wie es dir damit geht. 

Rachel: Kann man auch gerne machen, leg los.

Manu: Also damit mal anfangen, dann deine Reflexionsfragen und dann können wir ja noch gucken, ob wir so Monat vor Monat mal, ich wäre theoretisch darauf ein bisschen vorbereitet, aber auch nur ein bisschen. Es war vor allem, finde ich, auch ein Halbjahr der ersten Male. Irgendwie. Es war Für mich das erste Mal in 1 Zwischenmiete zu wohnen. Es war das erste Mal wirklich unter solchen Umständen zu arbeiten, mit minimalster, sag ich mal, Gegebenheiten, so platztechnisch, techniktechnisch, die an diesen Platz gepasst hat. Das war spannend und das war irgendwie auch so 1 der ersten Male. Es war auch das erste Mal, ich habe als Kind mit meinen Eltern viel so Abenteuerurlaube gemacht, wo wir nur mit dem Auto unterwegs waren oder so. Und irgendwo wild gecampt haben. Ähm Aber es war für mich zum ersten Mal so dieses Gefühl von ähm, zusammen mit dir, aber irgendwie ja dann wir beide als erwachsene Menschen und dadurch allein ohne so dieses diesen Schutzmechanismus von Eltern mit dabei.

Rachel: Da hat jemand anders einen Plan.

Manu: Da hat jemand anders einen Plan und passt auf mich auf. So dieses völlig losgelöst zu sein im Sinne von wirklich keine Heimat zu haben. Heimatlos zu sein. Das war das erste Mal und das war ein beängstigend aber gleichzeitig berauschendes Gefühl. Oder? Wie ging es dir damit?

Rachel: Ja, also jetzt mit so ein bisschen Distanz auf diese ersten paar Monate zu gucken, es fühlt sich an wie im Tunnel, fühlt sich viel länger her an, muss ich gestehen. Ja. Die ersten zweieinhalb, 3 Monate. Ja, für mich war es auch das erste Mal wirklich so weit weg von den eigenen Wurzeln zu sein. Also ich bin ja nie fürs Studium, Ausbildung etc. Aus der Stadt weg, in der ich seit meinem 11. Lebensjahr gewohnt habe. Und allein diese Umverortung war dann doch irgendwie so ein großes Abenteuer.

Rachel: Genau, und dabei eben jetzt diese komplette Eigenverantwortung zusammen mit diesem, dass wir das ja ohne Not gemacht haben. Also es gab ja hier keinen Anker im Sinne von Familie oder Beruf, weswegen wir hergezogen sind, sondern dass wir jetzt gezwungen sind, selber diesen Anker auszuwerfen und zu gucken, wo bleibt er denn hängen, was machen wir denn mit dieser Stadt. Aber ja, das war für mich auch das erste Mal so dieses total runterreduzierte, auch in einem eigenen Hab und Gut. Ich merke jetzt gerade in der Wohnung, wo wir wirklich einfach noch vieles in Kisten haben und das ist manchmal noch ein bisschen Chaos und es wird irgendwann anders und besser, aber es ist schon auch geil, nicht so viel Zeug zu haben. Ich glaube, vieles, was in den Kisten ist, Bin ich mal gespannt, ob das wirklich seinen Weg dann fest in die Wohnung findet oder dann nochmal wieder weiter verschenkt und gespendet wird.

Manu: Ja, da ist durchaus was dabei.

Rachel: Also da freue ich mich, also das habe ich schätzen gelernt, nicht so viel haben und gut zu haben.

Manu: Ich auch.

Rachel: Nicht so viel Stuff einfach.

Manu: Ja, die Reduktion.

Rachel: Ja, das war ein sehr schönes Gefühl. So aus dieser, und diese Zwischenphase, die wir davor im Herbst hatten, wo wir schon unsere Sachen einreduziert hatten und nicht so viel unser eigenes Zeug hatten, aber eben in einem Haushalt waren, wo alles war, als wir da bei deinen Eltern überbrückt haben und da jetzt dann wirklich so auf unseren eigenen Sachen zu gucken, okay, was haben wir, was brauchen wir? Und da mal zu merken, was machen denn diese materiellen Dinge eigentlich mit einem? Und das jetzt nochmal weiter so runter reduziert zu fahren, finde ich, ist irgendwie eine gute, mehr oder weniger unbewusst bewusste Entscheidung, die wir da getroffen haben.

Manu: Mhm.

Rachel: Genau, das war auch ein erstes Mal für mich.

Manu: Ja. Wo wir schon bei materiellen Dingen sind, es fällt mir unglaublich schwer darüber zu reden, aber ich würde es ganz gerne transparent machen. Du kannst aber gerne dann dein Veto setzen und wir schneiden es raus. Ende des ersten Quartals, Anfang des zweiten Quartals, das war das erste Mal, dass wir beide so dermaßen pleite waren, wie niemals zuvor. Ja, ich glaube, das kann man schon…

Rachel: Und wir sind ehrlich, ja.

Manu: Ich glaube, das ist auch wichtig in einem Podcast, wo man über Selbstständigkeit redet, dass man auch das erzählt. Aber wie gesagt, also ich habe dich vorher nicht gefragt.

Rachel: Lassen wir drin, wir sind ehrlich.

Manu: Ja und trotzdem war es auch das erste Mal, dass ich natürlich Existenzängste hatte, aber trotzdem schlafen konnte. Und das war ein ganz interessantes Erlebnis, weil bei mir wirkt sich sowas eigentlich als allererstes auf den Schlaf aus. Ich bin jemand, der wirklich ganz schnell Unterschlafprobleme leidet oder Schlafstörungen wirklich hat. Und ich konnte trotzdem schlafen. Also irgendwie hat sich es trotz dieser Existenzängste angefühlt wie, das ist schon die richtige Fahrbahn hier. Und es hat sich ja jetzt auch rauskristallisiert, dass das auch stimmt.

Rachel: Dieses Urvertrauen zu haben, dass es eben die richtige Entscheidung war, dass man die richtigen Fundamente gesetzt hat. Ich glaube, Bei mir waren es jetzt auch so aufs letzte halbe Jahr 3, 4 Nächte vielleicht, wo ich wirklich deswegen nicht schlafen konnte. Ja genau, also noch nie so Pleite wie jetzt. Oder Ja, bei mir ist es tatsächlich wie jetzt. Das dauert ein bisschen länger, Zeitversetzung.

Manu: Ich muss noch eine Fußnote bei mir setzen. Ich war zu Zeiten, wo ich als Schauspieler gearbeitet habe, mit Anfang 20, da war ich schon mal noch schlimmer pleite.

Rachel: Ja, aber da hattest du ein anderes Sicherheitsnetz auch noch einfach. Genau. Ja. Nee, das stimmt schon. Das ist halt, ja, das gehört dazu, das gehört zu den Entscheidungen, die wir getroffen haben. Es gibt so irgendwie diesen schönen Satz, I’m the architect of the chaos I created, oder irgendwie sowas, keine Ahnung. Aber es ist halt einfach, wir sind selber schuld.

Manu: Ja, ja, absolut. Das muss man wirklich sagen. 

Rachel:So schön, dass es irgendwie klingt.

Manu: Das muss man wirklich sagen, ja. 

Rachel: Und ja, es ist aber, es ist aber, und bei mir ist es ja dieses Paradoxon auch, und das habe ich auch schon ein paar guten Freunden und mit dir auch schon besprochen, eben so pleite zu sein, wie jetzt, aber gleichzeitig noch nie so optimistisch in der eigenen Arbeit und Leistung und dass es der richtige Weg ist und noch nie so viele Schritte, große Schritte gemacht zu haben, wie in den letzten 6 Monaten. Das ist es halt eben auch so. Und ich freue mich jetzt schon, so ein bisschen schon nach vorne zu gucken. Aber ich freue mich jetzt schon, ich bin sehr gespannt, was die nächsten 6 Monate bringen. Ich glaube und hoffe, dass wir uns da jetzt echt irgendwie am eigenen Schopf da irgendwie rausziehen. Es tut manchmal jetzt noch so ein bisschen weh, wenn wir eben durch diese Stadt gehen und denken so, okay gut, das machen wir dann nächsten Sommer. Das sind manchmal noch so Kleinigkeiten, aber das gehört dazu. Wir werden in ein paar Jahren zurück gucken und denken, krass, das haben wir gemacht. Gehört dazu.

Manu: Das ist interessant, weil ich glaube, wir haben da ein bisschen unterschiedliche Wahrnehmungen gerade. Ich habe eher das Gefühl, dass das jetzt etwas ist, was wir zum Teil schon diesen Spätsommer noch machen können.

Rachel: Da bist du vielleicht ein bisschen optimistischer als ich.

Manu: Ich bin da optimistischer, aber auch weil es bei mir jetzt auch gerade…

Rachel: Weil du einfach ein bisschen früher dran bist schon mit deiner Wiedergeburt, mit deinem Phönix-Moment.

Manu: Aber es ist interessant, okay. Ja. Und du bist auch definitiv die sparsamere von uns beiden. Das muss man dazu auch sagen. Wir haben unterschiedlichen Bezug zu Geld. Ich bin eher derjenige von uns beiden, der sagt, komm, das gönnen wir uns jetzt mal.

Rachel: Ich bin dann die Spaßbremse so ein bisschen. Nein, nein, nein, du bist keine Spaßbremse. Die, die dann durchaus mal fragt, ist das gerade, ist das jetzt, sollten wir das wirklich machen? Und dann ja, das stimmt.

Manu: Und ich finde, da ergänzen wir uns auch sehr gut. Ja. Braucht ja beides.

Rachel: Ja. Ja, das andere, ja. Und ja, aber klar, du hast vollkommen recht. Wir hatten, ich glaube, wir haben da nie aktiv drüber geredet, von wegen sprechen wir das im Podcast an oder nicht, aber wenn wir auf dieses letzte halbe Jahr zurückgucken, dann gehört das einfach dazu.

Manu: Das ist ganz wichtig, ja.

Rachel: Wir haben viele Entscheidungen getroffen, die nicht, Aus finanziellen Aspekten, weil es dann einfach nicht anders ging. Es tut mir immer noch im Herzen weh, dass ich auf der Hochzeit meiner ältesten Freundin nicht dabei sein konnte, weil einfach klar war, das können wir uns einfach grad nicht leisten. Das war so ein Moment, wo wir halt entscheiden mussten, fahren wir dahin oder kaufen wir uns Lebensmittel

Manu:

in

Rachel:

den nächsten Monaten, Wochen. Das sind Dinge, die wehtun, aber die, für die wir uns entschieden haben. Und ich glaube auch, dass eben die Masterarbeit oder das Masterstudium, so wie ich das durchgeführt habe und umgesetzt und wie auch immer ja auch natürlich bei mir ein großer Faktor in dem Bereich war und das habe ich auch dieses halbe Jahr noch gemacht. Also Januar, Februar habe ich meine Masterarbeit geschrieben, aber ganz ehrlich, sind ja auch nur in diesen beiden Monaten.

Manu: Und davor hast du dich die ganze Zeit fertig gemacht?

Rachel: Ja, genau. Also es ist ja nicht, da hätte ich nichts gemacht.

Manu: Das war ziemlich anstrengend für dich, glaube ich. Du hast dich ganz schön selbst gegeißelt.

Rachel: Also das ist ja dann auch noch dieses Halbjahr passiert. Das ist krass. Dann so das ganze Aftermath davon, also die Events von einem Stipendium, wo ich war, dann die Disputation. Ja, also wir haben auch schon einiges erlebt. Und dann hatten wir hier noch den Umzug, wir haben diese Wohnung gefunden. Das muss ich sagen…

Manu: Das war auch ein erstes Mal auf eine gewisse Art und Weise. 

Rachel: Das war ein erstes Mal, dass wir zusammen Wohnung suchen. Ein Zuhause, der kein Kompromiss sein sollte. Und ich hätte nicht gedacht, dass es dann doch so schnell geht. Also wir haben zwischendurch irgendwie dagegen gehabt. Ich hatte mal Muffensausen, dachte Gott wir finden nichts und da da da.

Manu: Da warst du auch ein bisschen pessimistischer als ich.

Rachel: Da war ich auch pessimistischer, da lernt man auch einiges nochmal über sich und als Partnerschaft, wenn man mal zusammen zurückguckt. Nee, es war aber letztendlich dann schneller als gedacht. Und wir haben, wann haben wir ungefähr, wir haben, warte mal, in der dritten Januarwoche haben wir den Rest unseres Zeugs hier hochgeholt nach Leipzig und haben, glaube ich, dann so richtig angefangen zu gucken nach Wohnungen.

Manu: Ja.

Rachel: Und dann waren es eigentlich 3 Wochen und dann hatten wir die Wohnung.

Manu: Ja, ging ziemlich schnell.

Rachel: Also dann ging es dann doch ziemlich schnell. Gerade da immer der Disclaimer, wenn man halt aus München kommt, dann sind das für Münchner Verhältnisse sehr, sehr schnell.

Manu: Leipziger, denen wir das erzählen, sind so, what?

Rachel: War die 10. Wohnung?

Manu: Ja

Rachel: Wir haben angefangen, uns parteipolitisch zu engagieren.

Manu: Auch ein erstes Mal.

Rachel: Wir haben mit unserem Ehrenamt angefangen. Das erste Mal, dass wir uns jetzt aktiv überlegen mussten, wie lernen wir Leute kennen, wie gehen wir auf fremde Menschen zu. Das war ein erstes Mal.

Manu: Und gleichzeitig darin aber auch, und das merke ich, dass es für mich auch eine ganz wertvolle Erfahrung darin auch nicht verkrampft zu sein. Ja. So, weil ich habe schon auch viel so Social Anxieties und das ist auch schön, einfach das auch so ganz entspannt anzugehen.

Rachel: Ja, da irgendwie von Anfang an und ich glaube deswegen war es auch ganz gut, jetzt im Nachhinein denke ich mir, das war voll smart von uns, sich so ein Ehrenamt zu suchen, weil das für uns beide ja auch dann irgendwann so ein Kippschalter-Moment war oder manchmal auch immer noch ist, wenn Leute, die schon länger sich ehrenamtlich da auch engagieren, wir sind ja auch in so 1 kleinen Arbeitsgruppe, wo man durchaus auch mal mehr Kontakt immer mit den gleichen Leuten hat. Und da dann auch mal die Rückmeldung kam, so Leute, ist das nur Ehrenamt. Ihr macht einfach das, was ihr machen könnt. Und wenn ihr dann irgendwann merkt, boah nee, doch nicht, ich habe den Mund zu voll genommen, oder ich habe doch keine Zeit oder wie auch immer, dann ist das okay, weil wir machen das hier nur zum Ehrenamt. Und das war so ein Moment, gerade als Selbstständige, wo du denkst,

Manu: Boah

Rachel: Ich kann, Ich bekomme Wertschätzung, obwohl ich vielleicht dann sage, ich kann was nicht erfüllen, was ich versprochen habe im weitesten Sinne und werde dafür aber nicht abgestraft, sondern man versucht gemeinsam das zu halten und zu sagen, okay, dann finden wir da gemeinsam eine Lösung. Das war so eine interessante, auch erste Erfahrung für mich und deswegen schön im Ehrenamt jetzt anzukommen und darüber Leute kennenzulernen, weil man halt das Gefühl hat oder da sehr schnell das Gefühl bekommen hat, ja okay, ich kann halt einfach, ich muss da jetzt nicht outperformen, sondern es ist für uns alle was, was wir neben dem Job machen, neben anderen. Und man kann einfach, man muss nicht so tun als ob, sondern klar wir tappen da auch noch irgendwie rein, aber es fällt einem ein bisschen einfacher, als wenn es jetzt so ein Leistungshobby wäre, wenn es jetzt irgendwie ein Sportverein wäre beispielsweise oder sowas. Ich glaube da wäre es ein bisschen anders, aber ja, das war interessant.

Manu: Voll, total. Dass eigentlich im Endeffekt eine Wertschätzung da ist für den minimalsten Beitrag, den man leistet. Das ist ein sehr schönes Gefühl. Und gleichzeitig hat das auch den Nebeneffekt, das merke ich bei mir, dass es meine Selbstwirksamkeit wirklich gesteigert hat. Also jetzt auch in Anbetracht der Nachrichtenlage und so weiter und so fort.

Rachel: Da im kleinen Mikrokosmos sich was zu suchen.

Manu: Ja voll, weil ich ja im ersten Quartal diesen Jahres, also gerade rund die Wahl, ja auch ein bisschen politischen Content gemacht habe und auch viel damit mit dem Gedanken gespielt habe, das noch mehr zu machen und weiter zu verfolgen und dann aber auch gemerkt habe, wie sehr mich das anstrengt, wie sehr mich auch die Konfrontation anstrengt, was mich das auch kostet. Und eben gerade als Selbstständiger man ja auch mit den eigenen Energien und Ressourcen sehr gut haushalten muss und ich bin da wirklich manchmal auch nicht so gut drin. Und ich auch gemerkt hatte, dass es mich sehr viel kostet, obwohl ich ja jetzt auf meine Arbeit bezogen da nicht so viel daraus ziehen konnte. Und jetzt dieses Ehrenamt ist für mich so der Moment, wo ich gemerkt habe, ach cool, hier kann ich mich einbringen, so wie es meine Energie erlaubt und meine Ressourcen erlauben und merke aber trotzdem, dass meine Arbeit eine Wirkung hat und irgendwie, ja, ich eine gesteigerte Selbstwirksamkeit habe, ohne dass es mich auffrisst oder ich mich allein damit fühle. Das ist ja auch ein Aspekt, den er mit rein spielt. Das war auch ein erstes Mal. Es gibt noch ein anderes erstes Mal. Ich habe dir einen Antrag gemacht.

Rachel: Oh ja. Stimmt, das war auch der erste Antrag, den ich bekommen habe.

Manu: Das war auch der erste Antrag, den ich gemacht habe.

Rachel: Ja, oh Gott, das ist ja auch noch passiert. Ja, wir haben uns verlobt. So richtig erwachsen irgendwie.

Manu: Wow. Ich glaube, das war das Spießigste, was mir je passiert ist. Hahaha.

Rachel: Bisschen, bisschen. Aber, ähm, aber hat sich auch, fühlt sich auch immer noch richtig an.

Manu: Ja, voll. Fühl ich auch.

Rachel: Ist aber nichts auf der Liste dann später, auf den Dingen, die du bereut hast im ersten Jahr, oder?

Manu: Oh Gott, machen wir da auch noch eine Aufzählung? Ich hab nichts, ich hab ehrlich gesagt, ich hab nicht so wirklich so große Punkte, die ich jetzt irgendwie bereut hätte.

Rachel: Mir fällt jetzt auch sehr oft die Schneide und nichts ein, wo ich jetzt sagen würde, okay, dass es einem so klar ist.

Manu: Es gibt eine Sache.

Rachel: Ach doch, er meldet sich. Ja, Manu, du bist dran?

Manu: Der erste Schreibtisch, den ich mir gekauft habe, den habe ich wirklich echt bereut.

Rachel: Ja, den hast du bereut, Das verstehe ich.

Manu: Den habe ich richtig bereut. Ja.

Rachel: Ich habe immer wieder Angst, das habe ich jetzt letzte Woche gemerkt, als es hier so heiß geworden ist in Leipzig und dann auch mit der Dachgeschosswohnung. Ich merke, dass ich total Angst davor habe, dass du diese Wohnung bereust.

Manu: Du hast sowieso immer Angst davor, dass ich irgendwas bereue. Mehr als, dass du selbst etwas bereust. Das ist sehr spannend. Nein, tu ich nicht. Ich schwitze wie ein Schwein, aber ich bereue nicht, dass wir diese Wohnung genommen haben. Ich liebe diese Wohnung.

Rachel: Wir werden uns noch daran gewöhnen und Lösungen finden für die Sommersituation hier.

Manu: Ja, natürlich.

Rachel: Aber da habe ich, ja, das merke ich, dass mich das manchmal nervös macht. Ich glaube, weil ich so froh bin, dass wir jetzt hier unser Zuhause haben.

Manu: Ich auch. Ich bin auch sehr, sehr froh, dass wir hier unser Zuhause haben. Und ich bin sehr froh über diese Wohnung. Und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Wohnung entdeckt habe. In diesem minimalen Zeitfenster, das es dafür gab.

Rachel: Ja, das ist wirklich so ein Es-sollte-sein-Moment mit dieser Wohnung. Ja. Und. Ja.

Manu: Ich bereue es nicht. Okay.

Rachel: Okay. Was hast du noch auf deiner Liste? Was hast du noch für Erinnerungen?

Manu: Ich habe noch eine Sache. Und zwar erste Republika.

Rachel: Ja. Das stimmt.

Manu: Und das war echt cool. 

Rachel: Haben wir auch gemacht. Das war auch so ein erstes Mal auf so ein großes Event gehen. Ja. Ja, das erste Mal Menschen aus dem Internet treffen, im echten Leben, auch ein ziemliches Highlight. Wenn ich jetzt so auf dieses erste Halbjahr zurück gucke, war das für mich, ist es für mich eine total schöne Erkenntnis, dass ich meine sozialen Beziehungen ganz anders gepflegt habe. Dass ich tatsächlich mit meinen FreundInnen aus dem realen Leben, so, aber aus der Zeit beispielsweise, als wir in München gelebt haben und so, anders und bewusster Kontakt halte. Das tatsächlich. Und die Freundschaften und, oder auch aufblühenden Freundschaften, Bekanntschaften aus dem Internet, sage ich jetzt mal so, dass ich denen mehr Raum gegeben habe in meinem Leben. Und das ist total schön. Das ist für mich gerade, wenn ich so ein bisschen eben auch die letzten Jahre gucke, wo ich arbeitsbezogen oder eben auch mit dem Studium, da war es so ein bisschen vorgegeben, mit wem man Zeit verbringt, weil, also Kommilitonen kann man sich nicht aussuchen. Und jetzt irgendwie sich bewusst zu überlegen, mit wem möchte ich interagieren, mit wem möchte ich Kontakt halten, wen möchte ich irgendwie, an wen denke ich eigentlich so. Und das aber nicht nur auf Menschen zu beziehen, sondern auch auf das Thema Hobbys und Interessen. Ich bin ja jemand, der jetzt nicht das eine große Hobby hat, was ich jetzt irgendwie pflege. Und ich glaube, das ist einem ADHS durchaus auch geschuldet. Diagnose habe ich ja, Klammern, noch nicht. Aber das habe ich im letzten halben Jahr bei mir gemerkt, dass ich da immer wieder Impulse habe, auch da das wieder mehr in mein Leben zu lassen, mich damit auseinanderzusetzen, was möchte ich denn, wie möchte ich denn meine Zeit gerade noch verbringen, mehr oder weniger auch aktiv neben der Arbeit. Also nicht nur Filme, Serien zu gucken oder nicht nur zu spielen, sondern auch noch mal andere Sachen und Interessen so wieder in mein Leben zu lassen. Mhm, verstehe ich. Und, ähm Das ist ganz schön. Und da war auch gestern dann beispielsweise wieder so ein Tag, wo ich den halben Tag wirklich einfach Das klingt jetzt wieder Hä? Ist da auch noch Berieselung? Einfach für YouTube verbracht habe, weil ich mir Tutorials für Photoshop angeguckt habe. Und dann wieder gemerkt habe, im nächsten Leben würde ich wahrscheinlich gerne Grafikdesignerin werden oder so. Also da wieder zu merken, es gibt auch noch andere Dinge neben der Arbeit, für die man dann wieder brennt oder Interesse hat. Und so dieses, so einen guten Hyperfokus oder so ein Projekt, wo, Ich weiß gar nicht, wer mir dieses Bild letzte Woche in den Kopf gepflanzt hat, aber so Projekte, wenn man die dann wieder angeht und ob die jetzt interessens-hobby-basiert sind oder wie auch immer, das ist ja auch immer so ein Stück weit wie sich verknallen.

Manu: Ja.

Rachel: Und da hatte ich in den letzten 6 Monaten einige solcher Momente, wo ich mich einfach gerade wieder in Themengebiet, in Interessen, in Hobby, irgendwas wieder so ein bisschen verknallt habe. Und mir dachte, ja, schön, da kriege ich gerade einfach wieder ein bisschen Dopamin drüber, kann meine Zeit neben meiner Arbeit für mich sinnvoll gestalten und genau, das war jetzt irgendeine lange Erklärung dafür, dass ich gerade Freude wieder daran entdecke, mir Hobbys zu suchen.

Manu: Geht mir aber auch so.

Rachel: Oder meine Freizeit zu gestalten. Sagen wir mal so, das ist was Neues, das ist was, was ich in den letzten Jahren sehr vernachlässigt habe, aber Ich bin jetzt wieder aktiver dabei, Freizeit zu gestalten und das ist echt schön.

Manu: Ja, ich auch. Ich auch. Und Freizeit auch wirklich als solche auch abzustecken. So, ich finde da sind wir auch deutlich besser geworden. Ja, genau. Ansonsten habe ich jetzt hier eigentlich nur noch meine monatliche Auflistung, aber ich glaube wir machen jetzt einfach noch schnell deine Reflektionsfragen, oder? Würde ich sagen. Wir sind schon bei 33 Minuten, 34 Minuten.

Rachel: Ja, ich überlege mal gerade. Es sind natürlich einige. Wir könnten auf sowas gehen wie, gab es etwas das anders gelaufen ist als geplant und was hast du daraus mitgenommen?

Manu: Boah, es sind total viele Sachen anders gelaufen als geplant. Ich glaube, und das passt eigentlich ja auch zu dem, was du jetzt am Schluss gesagt hast oder was wir generell auch mit diesen ganzen ersten Malen gesagt haben, wenn man so viele erste Male irgendwie auf so kurzem Zeitraum hat und dadurch ja auch dann flexibel bleiben muss, weil Sachen durchaus ganz anders laufen als geplant und es ist wirklich viel anders gelaufen als geplant. Also gerade bei mir auch arbeitstechnisch. Ich dachte ja, dass ich Januar, Februar, März echt richtig gut zu tun habe. Pustekuchen, weil sich Projekte verschoben haben, weil sich andere Sachen verschoben haben und dadurch ist ja dann auch so, sag ich mal, dieses finanzielle Tief entstanden. Und trotzdem, und damit sind wir eigentlich in das Gespräch eingestiegen, habe ich gemerkt, ich bin viel, viel besser darin geworden, einfach hier zu bleiben. Nicht mit meinen Sorgen wegzufliegen, irgendwie in die Zukunft oder in die Vergangenheit und irgendwie versuchen, irgendwelche Sachen im Griff zu bekommen, die ich gar nicht im Griff haben kann. Und das hat mir, und da zehre ich immer noch davon, eine gewisse Ruhe gegeben. Ich bin immer noch nicht da angekommen, wo ich gerne wäre, was Ängste und so betrifft und nervöse Zustände und so. Aber es ist schon deutlich besser geworden dadurch. War ein bisschen wie so eine Schocktherapie. Das würde ich jetzt dazu sagen. Und du? Gibt es da was bei dir, wo du sagst, es ist ganz anders gelaufen?

Rachel: Ich glaube, ich hatte so keinen Plan. Stimmt auch nicht ganz. Nee, es ist eigentlich über Umwege dann doch am Ende so gekommen, was ich geplant habe. Oder es ist im Laufe der Zeit, dann sind dann Dinge hab ich mir selber aus meinem Plan weggestrichen, weil ich gemerkt hab, nee, eigentlich ist das Quatsch. Eigentlich will ich das überhaupt nicht. Aber nee, also oder es ist im großen und ganzen ist es eigentlich alles so, wie ich es geplant habe, mit Umwegen und in manchen Bereichen vielleicht noch nicht ganz so weit, aber es sieht sehr danach aus, dass es so weit kommt. Also ich glaube, es ist so ein Stück, eben dieses Stück Urvertrauen, was so in den letzten Monaten einfach sich nochmal gesetzt hat und gemerkt hat, nee, eigentlich haben wir beide alles, was wir brauchen.

Manu: Wir haben uns.

Rachel: Wir haben jetzt die Erfahrung gemacht, wir können neu anfangen. Ich glaube, das ist auch etwas, was in den nächsten Monaten oder Jahren auch einfach echt oft irgendwie, sagen wir mal, grounden wird. Und auch ob die Gefahr hin, dass das jetzt vielleicht so ein bisschen sich dann darin wiederholt, aber ich würde es gerne noch mal auf den Punkt bringen, vielleicht mit 1 Frage, mit 1 letzten Frage. Ich weiß nicht, wie lebhaft du das Bild noch vor dir hast. Ich werde es nochmal versuchen zu zeichnen, auch für euch da draußen. Wir sind am 30. Dezember mit 2 großen Koffern nach Leipzig gekommen, auf der Höllenzugfahrt unseres Lebens.

Manu: Ja, erinnere mich nicht daran.

Rachel: Es war grauenvoll, aber es war uns sehr wichtig, dass wir an Silvester schon hier sind. Einen Tag später, wir haben die wichtigsten Einkäufe erledigt, weil Feiertag am nächsten Tag und wir mussten schon fertig sein. Und es war Silvesterabend. Wir standen dann hier in unserer Zwischenmiete auf dem Balkon. Blick aufs Wasser, Feuerwerk. Was würdest du deinem Ich in dem Moment, damals gerne sagen?

Manu: Alles wird gut. Ja.

Rachel: Oh, Manu! Jetzt bringst du mich auch zum Weinen. Stop it.

Manu: Und natürlich auch, du bist sehr mutig. Ich glaube, diese 2 Sachen. Ich habe mich gerade nur erinnert, wie fertig ich da war.

Rachel: Oh wir waren so fertig. Oh mein Gott, aber es war so surreal, oder? Es war eigentlich so surreal, dass wir da standen und dachten, das haben wir jetzt gemacht.

Manu: Boah, ja. Huiuiui. Ja, aber alles sehr gut. Ja, aber alles sehr gut. Genau. Das hat mich jetzt gerade erwischt. Entschuldigung. Was würdest du sagen? Ich würde…

Manu: Was würdest Du dir sagen?

Rachel: Weil ich weiß, wie aufgeregt und nervös und wie viel Angst ich in dem Moment vielleicht auch hatte, weil wir haben irgendwie alles auf neu gedreht. Und weil ich das jetzt wirklich mit dem Brustton der Überzeugung und auch mit allen Schwierigkeiten, in denen wir gerade oder in den letzten Monaten auch noch gesteckt haben. Freu dich. Du wirst noch nie so glücklich gewesen sein.

Manu: Das stimmt.

Rachel: Das mal ganz kurz festhalten.

Manu: Das nehme ich auch.

Rachel: Ähm, oh, wieso bringen wir uns jetzt gerade gegenseitig zum Heulen. Das war irgendwie nicht der Plan für diese Folge. 

Manu: Aber weil das schon echt richtig intensiv war.

Rachel: Ähm, ja.

Manu: Das war schon echt, boah.

Rachel: Ich hab manchmal jetzt das Gefühl, dass ich erst verstehe, wie wichtig das war, dass wir aus dieser alten Stadt, aus München weggehen und diesen Neuanfang wagen. Ich glaube, das verstehe ich jetzt erst, wie wichtig das für uns war und auch auf 1 einzelnen individuellen Ebene.

Manu: Oh ja.

Rachel: Okay. Gute Frage.

Manu: Oh ja. Ja. Okay. Gut, nächste Frage.

Rachel: Nee. 

Manu: Ich finde, lassen wir das so stehen.

Rachel: Das war ein gutes Schlusswort. Schön, dass ihr euch das jetzt auch da draußen angetan habt, uns da zuzuhören. Das war wieder ein bisschen gesprungen, aber ich hatte gerade viele Momente, einmal wo es schön war, sich daran zu erinnern, was in den letzten 6 Monaten passiert ist und auch so dieses jetzt noch mal diese Erkenntnis zusammenzufassen, es auszusprechen, bestimmte Sachen.

Manu: Fand ich auch. Gut, dann machen wir jetzt Steuer.

Rachel: Ja, und dann hören wir uns In 6 Monaten fürs zweite Halbjahr.

Manu: Achso und bis dahin gar nicht mehr.

Rachel: Nein, schon. Aber ich finde es gut, wenn wir das regelmäßig machen.

Manu: Ja, finde ich auch.

Rachel: Und sagen, hey, wir… Ja. Mal ein bisschen auf die Makro-Ebene zu gehen und zu schauen, okay, was ist eigentlich alles Krasses passiert.

Manu: Ja, hat mir auch heute viel gegeben. Gut, dann verdauen wir das mal. Dann bis nächste Woche. Bis nächste Woche. Alles klar. Tschüssi.

Rachel: Tschüss.

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