Rachel: Ich liebe diese Sommerversion. Ich kann es gar nicht nachmachen, aber der war gut. Ich liebe auch den Beat einfach.
Manu: Ja, muss ich mir selber ein bisschen auf die Schulter klopfen.
Rachel: Müssen wir noch schön zu updancen, solange die Sommerversion läuft.
Manu: Ja, ja, stimmt. Ist ja jetzt auch nicht mehr so lang.
Rachel: Vor allem, sag mal, wo ist er hin?
Manu: Sommer, wo ist er hin?
Rachel: Wir hatten Ende Juni, war es hier so richtig heiß.
Manu: So 10 Tage.
Rachel: Genau, wo dann auch CSD war und hier dann diese 34 Grad. Aber irgendwie so seit 10 Tagen, 2 Wochen ungefähr, Ist das so…
Manu: Ist irgendwie schwierig einzuschätzen, das Wetter.
Rachel: Gemischt anstrengend.
Manu: Gemischt anstrengend, ja. Es ist so eine bunte Tüte gerade irgendwie und es geht immer so auf und ab, habe ich so das Gefühl. Es ist anstrengend, ja. Mhm. Anstrengendes Wetter. Aber wie ist es sonst, abgesehen vom Wetter? Sag doch mal.
Rachel: Gut. Ich war, letzte Woche war so, Ich war in meiner Schaffens-Ära.
Manu: Ja, du warst echt voll…
Rachel: Ich habe Bananenbrot gebacken.
Manu: Achso.
Rachel: Wir haben unseren Kleiderschrank aufgebaut.
Manu: Interessant. Ich hab… okay, ja, Entschuldigung.
Rachel: Also Es war so richtig so, ich hatte so Hands-on. Man dürfte das nicht, da würde der Herr Autor gleich die Kaffeetasse geben ins Büro. Und am Wochenende mal gar nicht den Arbeitscomputer-Laptop aufgeklappt. Das war auch richtig gut. Das merke ich jetzt erst am Montag, wie schwer es mir fällt, da reinzukommen. Aber es war richtig gut. Ja, also es war eine gute Woche irgendwie. Wir haben viel geschafft. Am Freitag haben wir den ganzen Tag zusammengearbeitet. Da haben wir da und was rumgebastelt. Freitagabend waren wir dann mal wieder unterwegs seit langer Zeit. Wir waren hier in Leipzig Parkkonzert, also umsonst und im Park Musik hören. Das war schön.
Manu: Und danach haben wir noch Tapas gegessen. Ja. War auch cool.
Rachel: Überraschungstapas, mit denen wir nicht gerechnet haben. Ja, toll.
Manu: Einfach losgelaufen.
Rachel: Beste Tapas.
Manu: Ja, ich finde, das sind auch immer die besten Abende, wo man einfach losläuft ohne einen Plan.
Rachel: Ja, aber wir hatten eigentlich, als wir hier aus der Tür sind, gar keinen Bock.
Manu: Nee, 0. Und auch nicht wirklich einen Plan. Also nur so, ja wir gehen jetzt mal zu diesem Konzert.
Rachel: Und von da aus mal gucken.
Manu: Und dann sind wir einfach weitergelaufen und sind spät nach Hause gekommen.
Rachel: Ja, war schön.
Manu: Ja, fand ich auch.
Rachel: Genau, und ansonsten war Highlight die Woche Kleiderschrank aufbauen.
Manu: Wir haben einen Kleiderschrank.
Rachel: Vor allem ist es so, es ist so Ein bisschen lächerlich, also ein bisschen dumm auch von uns mit einem Kleiderschrank, der jetzt die ganze Zeit bei uns im Keller stand.
Manu: Ja, aber wir waren beide diesem Kleiderschrank-System sehr misstrauisch, ob der optisch in Darstellung eingestellt. Muss man schon sagen. Und dann waren wir aber beide so, nee, ist ja eigentlich voll cool.
Rachel: Aber deswegen, okay, du konntest dir das noch nicht vorstellen, oder was?
Manu: Nein, 0. Nein, gar nicht. Überhaupt gar nicht. Ich finde es jetzt mega cool, weil jetzt sieht das aus wie ein Klamottenladen.
Rachel: Also es ist so ein richtiger Kleiderschrank für euch da draußen. Es ist ein Wandregalsystem mit Kleiderschrank. Das Allgotsystem von Ikea. Wer kennt’s? So, Hashtag Allgotsystem. Hatte ich damals in meinem Azubi-WG-Zimmer. Da hatte ich mir das gekauft vor vielen, vielen Jahren. Dann hatte ich das in meiner Einzimmerwohnung, so in einem kleinen Kabuff, als begehbaren Kleiderschrank war das quasi. Die halbe Version davon, der hat ja noch nicht mal ganz reingepackt.
Rachel: Und in unserer gemeinsamen Wohnung in München stand es dann oder war es dann auch schon eingelagert im Keller.
Manu: Und hier dann auch.
Rachel: Und hier dann auch. Und dann bin ich vor 2 Wochen auf die Idee gekommen, hey, lass uns das doch mal aufhängen.
Manu: Ja, es einfach auszuprobieren. Ich finde es kommt mega gut.
Rachel: Und es ist so ein… Wieso reden wir jetzt über den kleinen Schrank hier so ausführlich? Aber es ist für mich wirklich gerade so ein…
Manu: Ich dachte du sagst, es ist ein weißes Thema, der voll geht.
Rachel: Ja, das haben wir für euch vorbereitet. Nein, weil es für mich so ein Indikator dafür ist, dass wir uns diese Wohnung jetzt tatsächlich immer mehr zu eigen machen. Da jetzt einfach, wir haben was in die Wand gebohrt. Das ist da jetzt erstmal…
Manu: Vor allem viele Löcher.
Rachel: Viele Löcher.
Manu: Das ist jetzt erstmal fix.
Rachel: Das hängt da jetzt erstmal.
Manu: Ja, das ist bombenfest.
Rachel: Und deswegen freue ich mich so über diesen Kleiderschrank. Ich stand am Samstag und Sonntag so oft in der Tür und habe da einfach hingeguckt und dachte mir, oh ist das schön. Das war ein bisschen süß, ja. Ja, vor allem ich habe, ich habe, du hast es ja wahrscheinlich auch sofort gesehen, aber ich habe bei der Kleiderstange, wo man die Sachen dann hinhängt, habe ich dann das so ein bisschen so farbcodiert, dass das schöne Übergänge sind. Also ich hatte da eine wahre Freude dran und habe dann gemeint, ja, ist das vielleicht echt ein ganz guter Plan von uns, so dieses peu à peu, nicht, dass man in eine Wohnung einzieht und dann sofort alles aufbaut und nach einem Monat ist man so drin.
Manu: Sich das nach und nach zu claimen.
Rachel: Ja und sich dann über jedes Möbelstück dann auch so richtig zu freuen.
Manu: Ja voll. Voll. Total.
Rachel: Also ich finde zum Beispiel das kleine Regal im Badezimmer, das wir aufgehangen haben, das geht jetzt ein bisschen unter.
Manu: Ja.
Rachel: Aber ist auch nicht schlimm.
Manu: Ist auch nicht schlimm. Ich glaube, das ist wirklich sehr klein.
Rachel: Aber es ist so ein Progress, es ist ein hier ankommen, es ist ein mehr zum zu Hause machen und das ist gerade das, ich weiß nicht, ob ich deswegen das Bedürfnis hatte auch Bananenbrot zu backen, aber ja, das war schön.
Manu: Ja, fand ich auch, also die Woche war echt gut.
Rachel: Hast du noch was hinzuzufügen?
Manu: Nö, ich hab nach wie vor irgendwie so ein bisschen Struggle mit mir selbst. Das merke ich, das begleitet mich gerade einfach immer noch. Aber es wird besser. Und ansonsten habe ich die Woche tatsächlich auch sehr genossen. Und es war auch so arbeitstechnisch irgendwie auch gut letzte Woche, habe ich gemerkt. Ich habe es echt geschafft, irgendwie letzte Woche wieder so einen guten Arbeitsalltag, weil wir ja auch neulich mal über Rituale und so und Strukturen im Alltag geredet hatten, habe auch letzte Woche gemerkt, da kam ich dann irgendwie wieder rein. Da hatte mein Tag dann wieder irgendwie einen Tagesablauf und das hat mir gut getan. Das war echt gut.
Rachel: Ja, ich hatte auch, also die letzte Woche war ich viel in Excel-Tabellen unterwegs und viel trockene Arbeit, die gar nicht kreativ-strategisch war. Und da war ich dann Donnerstagabend auch richtig stolz auf mich, dass ich dann, obwohl ich schon kurz davor war zu sagen, okay, nachmittags 4 glaube ich, ich kann nicht mehr, war jetzt irgendwie 3 Stunden Excel, nee, geht nicht mehr. Und habe mich dann trotzdem hingesetzt und was ganz Kreatives gemacht für ein Passion Project. Und da war ich stolz, dann da nochmal irgendwie ein, 2 Stunden dran zu hängen und das dann trotzdem noch gemacht zu haben.
Manu: Das hast du letzte Woche viel gemacht.
Rachel: Das hat mir sehr gut getan.
Manu: Ja, schön. Was hast du letzte Woche oft gehabt, irgendwie aus meiner Perspektive? So dieses, heute mache ich nicht lang, heute erledige ich nur das Nötigste und dann hast du aber immer so noch was drauf gesetzt, Weil die Inspiration da war oder die Energie dann doch sich entwickelt hat über den Tag.
Rachel: Ich muss das mal beobachten, ob das vielleicht auch was mit dem Zyklus zu tun hat. Aber das ist ein Thema für eine andere Folge.
Manu: Cool.
Rachel: So viel dazu an dieser Stelle.
Manu: Sollen wir mal ins heutige Thema rein starten?
Rachel: Ja, starte mal.
Manu: Soll ich starten?
Rachel: Erzähl mal das Thema.
Manu: Okay, also das Thema, was wir uns für heute vorgenommen haben, ist, ich bin nicht dein Coach, aber manchmal wäre ich es gern. Zwischen Mitgefühl, Ratschlag und Besserwisserei. Letzteres bin ich groß drin.
Rachel: Findest du?
Manu: Nicht mehr so schlimm. Lang nicht mehr so schlimm. Ich war früher echt ein Klugscheißer.
Rachel: Findest du?
Manu: Vielleicht nicht in deinem Maßstab.
Rachel: Weil ich ein größerer Klugscheißer bin? Vielleicht.
Manu: Nein.
Rachel: Findest du ich bin ein Besserwisser?
Manu: Nein. Nein. Du weißt sehr viel. Aber das ist ein Unterschied.
Rachel: Ob man Vielwisser ist oder Besserwisser? Ja. Ne, ich bin schon Besserwisser, aber ich finde dafür proportional gesehen, wie viel Zeit wir miteinander verbringen. Ja, ja, voll. Ich könnte noch viel mehr.
Manu: Ja, voll. Voll, total. Total. Genau, aber das ist das Thema unserer heutigen Folge. Wir haben uns das mit 1 gehörigen Portion Respekt ausgesucht, dieses Thema, als wir neulich Redaktionssitzung hatten. Weil beide irgendwie so das Gefühl hatten, es kann maybe echt ans Eingemachte gehen. Ich merke jetzt in meiner Vorbereitung darauf, habe ich gemerkt, nein, ich glaube nicht, weil nicht so sehr, Damit es richtig ans Eingemachte gegangen wäre, noch mehr hätte man vielleicht die Frage anders formulieren müssen.
Rachel: Okay…
Manu: Weil das wär gut für eine andere Folge dann noch. Das sag ich dir später.
Rachel: Nee, weil ich hab tatsächlich jetzt in der Vorbereitung ein paar Mal auch gesagt, ja, aber ich will es auch ergänzen,
Manu: Ah, okay. Ja, jetzt bin ich gespannt. Sag mal.
Rachel: Also wir reden eben noch über einen Coach, aber manchmal, wenn ich es kann. Aber ich finde, dazu gehört auch, ich bin nicht dein Coach und ich will es auch nicht sein.
Manu: Ja genau, okay dann hast du es mit reingenommen, weil ich habe es jetzt tatsächlich ausgeklammert ein bisschen, aber es macht nichts.
Rachel: Okay, spannend. Aber dann fangen wir ja an, sonst können wir ja erst mal den Fokus auf das eine legen und dann füllen wir da vielleicht noch eine zweite Folge mit. Aber dann start mal rein.
Manu: So das erste Gefühl, was bei mir aufkam oder der erste Gedanke, wo ich vor dieser Frage saß, war so sehr persönlich. Du kannst jetzt dann auch ein Veto reinhauen, aber wenn ich dich sehe, jetzt so im Alltag und wenn wir uns irgendwie unterhalten oder du kommst zu mir mit Zweifeln oder das ganz krasse ist, wenn es so rum ist, dass ich sozusagen dein Coach bin, dass das ganz oft darin resultiert, dass ich dich, ich immer, also ich habe mir aufgeschrieben, ich sehe was, was du nicht siehst, ist eigentlich immer das Spiel. Ein bisschen. Oder ich spiegle dir nochmal Sachen an, an die du dich nicht mehr erinnerst. An deine Erfolge, an dein Können, an deine Fähigkeiten. So, das ist immer so ein bisschen das, wenn ich in diese Rolle rutsche. Was auch vollkommen fein ist, wo ich mich auch sehe, was auch absolut in Ordnung ist. Aber das ist, finde ich, das ist so gerade in der Selbstständigkeit und gerade eben auch in der Konstellation, wie wir beide hier leben, beide selbstständig zu Hause arbeiten, das ist etwas, was da ganz oft mit rein spielt und zwar ist es die Außenwirkung versus die Selbstwahrnehmung. Das haben wir beide total krass und das ist eigentlich ganz oft auch der Inhalt unseres privaten gegenseitig Coachings.
Rachel: Ja, es ist dann weniger, dass jetzt 1 von uns irgendwie so zum Hype-Girl wird, sondern es ist so ein, genau dieses reflektieren. Ich glaube, weil wir mittlerweile eben schon so unsere Muster kennen und wie lange wir da schon an bestimmten Themen arbeiten oder dran sind, dass wir uns eben an Dinge erinnern, auch an Situationen erinnern, wo wir schon in 1 ähnlichen Situation waren oder von einem ähnlichen Problem standen und gesagt haben, hey, damals hast du das so und so gemacht oder damals haben wir das so und so gemeinsam irgendwie angegangen. Ja, Das stimmt und es ist ja auch mal so ein bisschen die Frage mit dem Coaching, das ist jetzt natürlich auch ein Buzzword, was das für uns jeweils bedeutet in der Beziehung und ob das nicht eigentlich auch was ist, was eine gute Beziehung, klingt jetzt auch so plakativ, aber für mich ist es glaube ich schon, ohne dass ich es jetzt bewusst oder ich jetzt gerade, wo ich darüber spreche, merke ich, dass es das erste Mal bewusst dieser Gedanke sich formt, dieses Ersatz. Für mich merke ich, ist das auch ein Anspruch an unsere Beziehung, dass wir uns coachen im Sinne von, und jetzt kommt die Definition, also Coaching ist ja keine Beratung, wo der eine zum anderen sagt, hey, du hast das Problem, das heißt, du machst ABC und dann kommt Schritt D und dann hast du das Ergebnis erreicht und ich weiß es besser als du. So, sondern Coaching ist ja letztendlich mit den Ressourcen, mit den Fähigkeiten, mit der Umgebung, die das Gegenüber mitbringt. Hilfe zu selbst, Hilfe die Lösung aus sich selbst heraus, wo willst du denn eigentlich hin? Also dieses bewusste Reflektieren und nicht ich schreibe dir vor wie du es machst oder ich mache es für dich, sondern ich helfe dir den Weg für dich zu gehen. Also dass du den Weg für dich gehen kannst. Und das ist schon was, was ich mir für meine Beziehung wünsche und zwar nicht nur jetzt die romantische, die wir führen, sondern auch mit Freundschaften, die ich pflege. Also das, natürlich gibt es Bereiche, wo man sagt, ja da brauche ich einfach einen Ratschlag, weil da weiß ich ganz genau, dass du oder FreundInnen da schon durch sind und es besser gemacht haben oder besser wissen oder da Experten drin sind, wie auch immer, geartete Art und da will ich dann einen Ratschlag haben, aber sonst ist es schon… Also ich wünsche mir auch die Reflexionsfläche und Gelegenheiten mit dir.
Manu: Mhm.
Rachel: Ähm… Von daher glaube ich, dass wir da schon auch, jetzt gerade auch in Bezug auf die Themenstellung bei der Folge, manchmal wäre ich es gerne, dass wir uns da beide schon auch relativ viel Raum lassen, das füreinander zu sein, würde ich jetzt mal sagen.
Manu: Ja, auch wenn es absolut, finde ich auch, ist für mich auch ein Anspruch, das auch noch zu ergänzen. Aber ich glaube, da sind wir auch besser geworden.
Rachel: Mhm.
Manu: Weil das ist ein unfassbar schmaler Grad.
Rachel: Mhm.
Manu: Also jemanden in 1 Beziehung, jemanden, für den man auch viel Gefühle hegt und wo man sich wünscht, dass es der anderen Person ja auch gut geht, möglichst gut geht. Und das ja manchmal auch durchaus auch so was Selbstsüchtiges auch unter Umständen sein kann, dieser Wunsch, weil alles muss gut sein, damit ich mich entspannen kann und so weiter und so fort. Da kommen ja dann ganz viele psychologische Muster noch on top. Da ist halt das auch voll der schmale Grat, da irgendwie so die richtige Menge an Coaching, nenne ich es jetzt mal, zu finden. Also eben dann auch nicht irgendwie in diesen Problemlösermodus zu fallen. Da bin ich ja ganz groß drin gewesen. Also Ich habe das Gefühl, ich bin besser geworden. Ich weiß, ich musste mir noch spiegeln, ob das wirklich so ist. Aber ich habe früher, also auch bei Freunden, mir dann immer sofort diese Problemlösermütze angezogen. Und das ist etwas extrem übergriffiges, habe ich irgendwann gelernt. Also einfach habe ich auch an mir gemerkt, wenn das andere bei mir gemacht haben und dadurch auch gemerkt, oh shit, ich mache das ja auch. Also so dieses direkt hier, ich habe sofort eine Lösung für dein Problem, obwohl die Person vielleicht einfach nur Trost gebraucht hätte oder so.
Rachel: Oder selbst einen ganz anderen Weg für sich nehmen würde und das für die Person gar nicht passt. Ich glaube, da war für uns dann wirklich ausschlaggebend, irgendwann an den Punkt zu kommen, dieses ganz klare, einfach nachfragen. Brauchst du gerade eine Lösung oder brauchst du Trost?
Manu: Das wollte ich jetzt gerade auch als Tool in den Raum stellen.
Rachel: Oder vielleicht sogar noch einen Schritt weiter zu gehen oder brauchst du einfach gerade jemanden, der mit dir schimpft? Auf die Welt, auf die Situation, auf Menschen, auf…
Manu: Gemeinsam ragen.
Rachel: Genau und das ist glaube ich, das braucht es auch einfach manchmal.
Manu: Ja. Kann ich mich gut an eine Situation im Winter erinnern.
Rachel: Das ist, ich habe so ein schlechtes Gedächtnis.
Manu: Das ist aber auch ein bisschen zu privat, aber da hast du dann gesagt, ey kannst du dich nicht einfach jetzt mal zusammen mit mir aufregen? Ich will nicht, dass du meine Wut jetzt gerade logisch kanalisiert und verarbeitest oder reduzierst, sondern ich will, dass du dich mit mir zusammen mal kurz aufregst.
Rachel: Ja.
Manu:Das war auch ein sehr guter Schlüsselmoment.
Rachel: Ja, weil ich glaube, ich das dann oft so schnell rationalisiere, dass ich dann denke, dass Gerade wenn es irgendwie schnell Lösung geht oder auch dann schnell Trost. Dass dieses erste initiale Gefühl, Wut, Enttäuschung, in der Intensität eigentlich gar nicht gerechtfertigt war. Mhm. So. Mhm. Von wegen, warum regst du dich dann so auf? Das sage ich mir dann selber, wenn Lösung und Trost zu schnell da sind. So.Und gerade in der Phase, wo ich irgendwie noch bin, wo ich lerne, dass Wut vollkommen okay ist und auch gerechtfertigt ist, in manchen Situationen. Ja, das war, glaube ich, Echt ein Schlüsselmoment, als wir damit angefangen haben. Und das kam ja in der Zeit, als ich tatsächlich mal eine Coaching-Ausbildung gemacht habe. Herbst 2020, genau, bis Sommer 2022 war das.
Manu: Da haben wir damit angefangen, ja.
Rachel: Genau, da habe ich damals eine Ausbildung gemacht, ging eben über diese 18 Monate ungefähr, bisschen länger. Und das war aber, was für mich damals eben das so interessant gemacht hat, so eine Kombinationsausbildung, Coaching und Mediation. Also dieser ganze Aspekt Mediation, Kommunikation, Verhandlungen von Konflikten, das war dem Ganzen vorangestellt. Und dann hat man quasi noch das Coaching drauf gemacht, so als Konflikte im Inneren quasi das noch weiter zu sehen. Und das war für mich 21 total wichtiger Schritt im Rahmen dieser Ausbildung letztendlich. Da bin ich auf den Trichter gekommen, was ich vorher in den Jahren der Therapie nicht geschafft habe. Diese Bedürfnisorientierung. Und das war für mich da wirklich totales Aha-Erlebnis. Das hat aber genau da war ich dann fast 26, bis das so weit gekommen ist. Dieses ganz klare Verarbeiten und Reflektieren, dass ich für meine Bedürfnisse selbst verantwortlich bin. Und auch in 1 Beziehung, die mir viel gibt und wo ich mich viel ausleben kann und auch da wieder, egal ob es jetzt freundschaften, Familie oder unsere Beziehung ist, dass am Ende des Tages bin ich für meine Bedürfnisse verantwortlich und kann das nicht dir irgendwie überstülpen und sagen, kümmere dich. Also ist natürlich toll, wenn du für mich kochst, aber es gibt aber auch ein bisschen mehr psychologische Bedürfnisse, die dahinter stehen. Da muss ich mich selber drum kümmern. Und das ist, glaube ich, auch in der Selbstständigkeit dann einfach ein großer Schritt irgendwie zu sehen, okay, ich muss mich da, ich muss mich da selber drum kümmern, ich muss da dranbleiben, ich kann nicht hier sitzen und Däumchen drehen und warten, dass jemand anders das Problem für mich löst. Und ich kann ganz tolle Gespräche und Beratungen und auch Coachings bekommen oder mir nehmen, aber die Umsetzung bleibt ja immer am Ende bei mir selber. Und auch Umsetzungen zu priorisieren, Also auch da ist gerade eine Selbstständigkeit oder gerade auch eine Solo-Selbstständigkeit, wenn du irgendwie auch nur dir selbst gegenüber verantwortlich bist und nicht die Arbeitszeiten anderer oder Arbeitspläne deiner Mitarbeiter irgendwie abchecken musst, bestimmte Dinge und Bedürfnisse zu priorisieren und zu sagen, ich kümmer mich jetzt hier drum und auch dazu verstehen, dass man sich da eben nicht gleichzeitig alles kümmern kann, sondern zu sagen, was ist jetzt gerade wichtig. Und das geht eben so ein bisschen einher dann mit diesem, wenn wir uns coachen oder davorstehen, da auch dann zu verstehen, dass klar, ich kann dich unterstützen oder ich kann eben versuchen, dir bestimmte Sachen anzugedeihen oder dich immer mal wieder zu erinnern, aber bestimmte Sachen, die dann umzusetzen, das kannst du halt dann doch nur alleine. Und da kippt es dann eben manchmal in dieses so, wieso machst du es nicht so, wie ich es dir?
Manu: Ja, das habe ich tatsächlich auch aufgeschrieben, Ungeduld versus Mitgefühl. Weil das Ding ist, und eigentlich, aber eigentlich hängen die beiden zusammen. Weil, was ich immer mehr gemerkt habe jetzt in den letzten Jahren, weil wir doch vorhin schon, weil ich das schon gesagt hatte mit dieser Problemlöser Mentalität, das hat ja oft etwas damit zu tun, dass ich zu viel Mitgefühl habe. Das heißt, dass ich zu viel das auch fühle, was du fühlst und das eigentlich nicht aushalten möchte. Und deswegen möchte ich dein Problem wirklich schnell lösen, damit ich das nicht mehr fühlen muss. So, und das schwappt dann auch manchmal über oder changiert dann manchmal auch über zu so 1 Ungeduld. Und ich meine, das kennst du auch. Wenn ich zum 5000. Mal zu dir sage, ich habe Angst. Weißt du, was ich meine?
Rachel: Ja, ich frage mich gerade, ob Ungeduld das richtige Wort ist. Das ist halt super, super komplex, weil natürlich als Partnerin möchte ich dir die Angst nehmen, so sofort, Pflaster drauf, lösen das jetzt, damit du jetzt aus dieser Situation, aus dem Modus irgendwie rauskommst.
Manu: Und ich würde sogar auch unterstellen, dass auch du dann möglichst schnell aus dem Modus rauskommst.
Rachel: Ja, auch. Und gleichzeitig ist mir dann auch bewusst, dass in vielen Themen beispielsweise eine längerfristige Entwicklung, Begleitung oder auch professionelle Hilfe in gewissen Rahmen auch irgendwo nötig ist und da kann ich ja nur so weit gehen, wie den Weg für dich zu ebnen oder da irgendwas vorzubereiten. Oder schwierig ist es dann, und das ist jetzt schon mal so ein bisschen dieser Hint, manchmal kann ich auch nicht helfen, wenn es mir selber gerade nicht gut geht. Und da, das habe ich tatsächlich schon beobachtet in den letzten Jahren, tendiere ich tatsächlich dazu, meine Themen dann wirklich mit mir auszumachen und unter Verschluss zu halten und dann noch nicht mal zu sagen, hey kannst du mir auch einfach nur Trost geben oder mit mir schimpfen oder mit mir heulen, sondern das dann komplett zuzumachen Und dann brodelt das in mir, bis es dann vielleicht irgendwann doch rauskommt. Aber wo ich dann, ich hab die Tendenz dann zu sagen, okay, wenn du gerade durch was gehst, dann ist da jetzt gerade kein Raum für meine Sachen. Und dann merke ich, dass ich auch sauer werde auf dich.
Manu: Es war bei mir übrigens genauso. Ja. Kenne ich auch sehr gut. Ja.
Rachel: Ja, ich bin nicht sauer auf dich.
Manu: Naja doch, doch, doch, doch, lass das doch einfach mal stehen.
Rachel: Nein, weil ich, es ist nicht, ich bin ja da nicht sauer auf dich, ich find’s…
Manu: Nein, man ist sauer, dass der Raum für die eigenen Emotionen nicht da ist. Scheinbar.
Rachel: Ja, man findet es ungerecht, von wegen, Wer von uns hat jetzt zuerst den Raum gefüllt mit seinen Problemen? Wer darf hier mehr rumheulen? Und das ist tatsächlich dann anstrengend. Ja. Und gerade wenn es dann auch wirklich so ganz, ganz komplex wird es dann, wenn wir beide die gleichen Probleme haben. Also wenn es gar nicht mal so ist, dass wir 2 auf unterschiedlichen Ebenen unterwegs sind, sondern es tatsächlich Existenzängste geht oder so wie im Herbst, als wir dann diese Unsicherheiten hatten, wie wird das jetzt hier mit der Wohnung und wir gehen diesen Schritt und wir haben aber eigentlich noch nichts und da irgendwie in der Schwebe zu hängen und so. Da merkst du halt, Wie wahr dieses Sprichwort ist, you can’t give from an empty cup. Also es ist halt, und wenn wir beide halt den gleichen Becher ausgeschüttet haben, dann ist halt auch nichts mehr da.
Manu: Ich blick jetzt auch einfach mal ganz offen und ehrlich eine Beichte ab. Da habe ich auch, ich glaube, das ein oder andere Mal auch Zuversicht simuliert.
Rachel: Ja, das lernt man auch. Gegenüber. Ich habe das auch schon ein paar Mal gemacht. Ja. Ja. Ja.
Manu: Ja. Aber ich glaube, das ist auch okay in dem Zusammenhang. Weil das ist auch irgendwo ein Schutzmechanismus, weil Sonst oder gerade in der Situation, in der wir da waren, ich glaube, wenn ich das nicht gemacht hätte, dann hätte das bei mir selbst dann auch zu einem Zusammenbruch geführt. Also war das auch ein Schutzmechanismus mir selbst gegenüber. Ja.
Rachel: Ja.
Manu: Ich glaube, das fällt unter White Lies.
Rachel: Ne, das sind so die Glitzern. Das ist ja damit, dass es besser wird. Ich dachte
Manu: Rainbow Lies.
Rachel: Das übernimmst du dann in dem Moment, damit es mir ein bisschen besser geht und wir uns dann zusammen da wieder rausholen. Aber es ist …
Manu: Also was man wirklich festhalten kann, ist, was ich immer mehr merke, ist und was für mich schön ist, dass ich es immer mehr aufgeben kann, deine Probleme lösen zu wollen in dem Moment, sondern eine ganz große Qualität darin entdeckt habe, einfach da zu sein. Und ich meine, das bei dir auch zu erkennen. Also gerade letzte Woche, wo ich, vorletzte Woche Freitag, wo ich so einen Breakdown hatte ein bisschen und auch weinen musste und so. Und ich aber dann in dem Zusammenhang auch schon direkt formuliert habe, das ist jetzt gar nichts, was du lösen kannst, sondern das ist etwas, wo ich mir professionelle Hilfe suchen möchte jetzt auch und das auch aktiv tue und du glaube ich aber auch dann in dem Moment, das hat sich nicht und das musst du mir jetzt sagen, ob das stimmt, das hat sich nicht danach angefühlt oder kein einziges Mal da so angefühlt, als ob du jetzt mein Problem lösen willst. Du warst da einfach da. Okay, Jetzt bin ich gespannt.
Rachel: Nein, natürlich will ich dein Problem lösen, aber in so einem Moment sehe ich halt auch, wo meine Grenzen sind. Genau. Und dieses, ich kann mich jetzt, worum ich mich kümmern kann, ist, dass es dir in dem Moment besser geht, wirklich im Sinne von dich einfach daran erinnern, wie du dich selbst halten kannst, Achtsamkeit, Atmen, hier sein, statt irgendwie mit dem Kopf irgendwohin zu gehen, nicht alles zu glauben, was dein Kopf denkt. Das ist das, was ich in dem Moment machen kann, so ein bisschen so stabile Seitenlage fürs Hirn. Das ist das, was ich leisten kann. Und ich glaube genau, was ich gelernt habe in den letzten Jahren, ist eben bei dir dann auch, oder generell zu sagen, dann dich darin auch zu ermutigen, dass du auf dem richtigen Weg bist. Dieses das zu formulieren, das zu erkennen, von dir aus dann auch zu sagen, sich da Hilfe zu suchen, sich da schlau zu machen, dass du deine Gedanken dazu aufschreibst und das sind Dinge, genau was ich glaube ich mittlerweile ganz gut kann auf dieser persönlichen, privaten Ebene. Was ich merke aber tatsächlich in der Selbstständigkeit oder in deiner Selbstständigkeit, habe ich das immer noch manchmal, dass ich da dann, wie sag ich das, wie habe ich es mir aufgeschrieben? Also ich habe es, glaube ich, so aufgeschrieben, dass wir in unserem Arbeitsalltag, glaube ich, seltener jetzt wirklich in so eine Coaching-Situation reinfallen oder da irgendwie Gefahr laufen. Das sind dann eher konkrete Ratschläge, also dass du dann irgendwie damit die Ecke kommst, so wie soll ich das und das jetzt machen oder formulieren. Aber wenn wir dann in was reingehen, wo ich dann merke, okay, ich kann, ich könnte dir jetzt sagen, wie du es machen sollst oder wie ich es machen würde, aber das wäre jetzt in dem Moment nicht, auch nicht der richtige Rahmen, dass ich dann in so einen Aktionismus verfalle und sage, hey, dann lass uns nächste Woche zusammensetzen, dann nehmen wir uns einen halben Tag und wir arbeiten das mal durch. Also ich habe da schon dann manchmal noch so einen Modus, dass ich dann so eine Coaching Session plane mit dir, einen Beruf und sage, wir bearbeiten das und dann was planst du, was zielst du, was sind die Zielvorgaben, was sind deine Ressourcen, Was sind deine Möglichkeiten? Also da merke ich, dass ich dann das weniger im Alltag habe, sondern wirklich in so einen strategischen Plan.
Manu: Ist das etwas, wo ich dich ausbremsen sollte?
Rachel: Ist das etwas, was du möchtest eigentlich? Was dir hilft? Oder ist das auch ein Aktionismus, der dann im ersten Moment wie ein Pflaster ist, aber eigentlich…
Manu: Ich glaube, es ist… Das Problem ist… Oder, es ist kein Problem, aber ich glaube, warum das bei mir auf sehr fruchtbarem Boden fällt, ist mein Bedürfnis, mich bei allem rückzuversichern. Und das ist etwas, was ich an mir selbst nicht so schätze und gerne ändern würde oder versuche es zu ändern, dass ich mich andauernd bei einem Rückversicher. Und Das Problem ist aber, dass das diesbezüglich natürlich offene Türen eintritt, wenn du sagst, hey komm, ich hab hier einen Masterplan für dich, weil dann ist das für mich wie eine einzige riesige Rückversicherung. Weißt du, was ich meine?
Rachel: Ich sehe es aber tatsächlich gar nicht so. Punkt. Folge vorbei. Gar nicht so. Ich finde, also wenn wir so Alltagsmomente haben und dann kommst du mit so einem, kannst du mir mal sagen, was du davon hältst. Und ich weiß jetzt nicht, wie nackig ich dich machen darf, aber oft sind es ja wirklich einfach so Kommunikationsformulierungen und wie macht man das und das so. Was auch okay ist, das Steuern, mit offiziellen Stellen kommunizieren.
Manu: Ja, ja,
Rachel: Wie schreibe ich das und das meinem Steuerberater? Das sind dann, das finde ich, sind so Sachen, die für mich eher unter Rückversichern fallen, die auch mich eher mal, eher das größere Potenzial haben, mich zu nerven.
Manu: Aha, okay.
Rachel: Aber eher im Sinne von, mich nervt, weil es mich halt rausreißt. Weil es halt so, du stehst dann in der Tür, klopfst, stehst dann in der Tür und dann bin ich halt einfach raus so. Deswegen nervt das nicht, weil ich jetzt irgendwie, Und weil ich da auch manchmal glaube, da könntest du dir auch einfach mehr zumuten.
Manu: Ja, möchte ich auch.
Rachel: Oder zutrauen.
Manu: Möchte ich auch.
Rachel: Aber diese anderen Dinge, also wirklich da, wo wir uns dann mal hinsetzen, 2, 3 Stunden und mal gemeinsam überlegen oder ich dich coache, wo willst du denn hin, was willst du denn da eigentlich machen, was sind so, hatten wir jetzt in den letzten Jahren immer mal wieder Occasions, ob das jetzt in Bezug auf Marketing war oder auf dein Angebot an sich oder das hat für mich tatsächlich weniger mit Rückversicherung zu tun, sondern mehr mit das halt, ich meine ich habe diese Ausbildung gemacht, warum solltest du das nicht für dich auch nutzen, wenn ich es dir anbiete und sage, hey, lass uns da einfach mal Zeit für nehmen. Gottes Willen. Nein, nein, aber, also ich finde, das ist
Manu: Ich bin da total dankbar dafür Und ich mache das auch total gerne mit dir. Aber du hast mich vorhin was anderes gefragt.
Rachel: Ob es dir hilft.
Manu: Ja, genau. Und, ach so, ja, stimmt. Du hast mich gefragt, ob es hilft.
Rachel: Und es hilft. Oder was meinst du?
Manu: Aber ich habe deine Frage eher danach so verstanden, ob das sozusagen okay oder was bei mir der Antrieb ist, das anzunehmen. So habe ich deine Frage vorhin verstanden. Und wenn das, wenn es darum geht, dann glaube ich, spielt mein Bedürfnis nach Rückversicherung eine Rolle dabei.
Und eine gewisse Form von Selbstzweifel.
Rachel: Ah, das ist okay.
Manu: Wenn du mich fragst, ob es mir was bringt, dass wir das machen, auf 1 ganz realen Ebene, ob es sozusagen effektiv ist, dass wir das machen, Ja, total. Total. Unabhängig von rückversichern oder nicht. Es hat mir extrem viel gebracht, dass wir diese Coaching-Sessions zu meinem Angebot und zu meiner Website und so weiter und so fort und zu meinem Branding gemacht haben. Total. Aber wenn es sozusagen den Antrieb geht, dahinter, dann glaube ich, spielt das schon eine Rolle.
Rachel: Ja, das ist interessant, weil ich jetzt dann auch gerade gemerkt habe und ich habe es auch in meinen Notizen drin stehen, dass ich manchmal Angst habe, gerade weil das dann oft so Situationen sind, weil du dann nicht von dir ausfragst, Herr, können wir da mal irgendwie anders formuliert. Oft ist es so, dass ich sage oder ich dir vorschlage, lass uns mal dazu hinsetzen und sowas machen, uns irgendwie Zeit fürnehmen zusammen oder ich nehme mir Zeit, das mit dir zu machen. Dadurch, dass der Vorschlag oft von mir kommt oder kam, weil ich denke mal, du mich damit nicht behältigen oder nerven willst, habe ich dann danach manchmal das Gefühl gehabt, dass ich dir das so auf übergestülpt habe, dass wir das jetzt in so 1 strukturierten Coaching Session machen und du irgendwann denkst, die traut mir nichts mehr alleine zu.
Manu: Ja, hab ich. Hab ich total, die Angst. Voll.
Rachel: Oh no!
Manu: Aber, aber, aber, das, das, das hat ja was mit mir zu tun und wenig mit dir, weil der Punkt ist ja der, dass ich das ja mit nicht nur mit dir habe, Ich habe das mit allen Menschen, die mir helfen oder helfen wollen. Mir fällt es unfassbar schwer, Hilfe anzunehmen. Mir fällt es unfassbar schwer, nach Hilfe zu fragen.
Rachel: Ja, aber da frage ich mich, ist das nicht ein Unterschied? Wäre es nicht ein Unterschied, wenn du von dir aus hingehst, also das mit der Webseite da irgendwie das zu formulieren oder rauszuarbeiten? Alleine fällt mir das total schwer, weil das Etikett der Flasche von innen zu lesen ist immer ein bisschen schwieriger. Man hat ja selbst immer irgendwie verzerrte Selbstübernehmung. Ich suche mir da Hilfe von außen, Weil es ja dann immer noch mir beispielsweise freigestellt ist, dann Nein zu sagen oder geht nicht oder mach ich nicht oder kann ich nicht oder ist mir grad nicht wichtig genug. Aber so dieses, wenn du Hilfe Ratschlag fragst, da ist mein Bauchgefühl schon, dass es dann eigentlich weniger damit zu tun hat, dass ich dir die Sachen nicht zutraue, weil ich so im, wie bei einem kleinen Kind, wenn man bei einem kleinen Kind das gerade irgendwie laufen lernt, essen lernt, essen ist gut, so mit Besteck zu essen. Wenn ich dem Kind aber die ganze Zeit schon alles klein schneide und dann hinstelle, dann vermittle ich dem Kind ja viel eher, ich traue dir das nicht zu, ich mache das für dich, bevor du da irgendwie Sauerei oder dir wehtust oder sonst irgendwas. Aber wenn das Kind es selber probiert und dann sagt, ah ok, ich komme nicht weiter, kannst du mir helfen, das klein zu schneiden, ist ja nochmal eine andere Ausgangssituation. Weißt du, was ich meine?
Manu: Nee. Nein, ich weiß nicht genau, worauf du jetzt auf unsere Situation bezogen hinaus willst. Dass ich ein kleines…
Rachel: Das du mal lernen solltest, Messer und Gabel zu verwenden. Nein, ich glaube, ich möchte mir angewöhnen, dich Hilfe bitten zu lassen.
Manu: Ja, das finde ich gut. Das ist ja aber genau das, was ich meine. Was ich auch vorhin gesagt habe, ist, wir haben beide dieses Helfer-Syndrom. Und das beinhaltet, dass man zu schnell schon die Hilfe anbietet, obwohl noch gar nicht nach der Hilfe gefragt wurde.
Rachel: Das ist jetzt, wenn man es zuhört, denkt man sich, darüber reden sie doch die ganze Zeit, aber für mich ist es gerade echt so ein, wenn es was Großes, wenn es was mit der Selbstständigkeit geht oder so große Bausteine, dann ist das gerade für mich echt so ein Aha-Moment, dass ich das eigentlich viel zu oft irgendwie, wir lösen das jetzt immerhin, da dachte ich mir so, okay, wir machen das zusammen und ich setze mich nicht einfach ungefragt hin und bastel in 1 Webseite. Aber ja, ich war dazu schnell, oft, glaube ich.
Manu: Aber das hatten wir, ja, ja.
Rachel: Ja. Aber ich auch. Ich überrumpel dich dann damit oft.
Manu: Aber ich ja auch. Wie oft ich dir auch irgendwie, wenn du Zweifel hattest oder an deiner Arbeit oder an deinen Ideen, wie oft ich dich dann auch mit irgendwelchen neuen Ideen überrollt habe, anstatt einfach zu sagen, dich zu fragen, was du brauchst. Oder eben auch zu warten, bis du mich Hilfe bittest. Ja. Ich glaube, das ist etwas, das habe ich aber ehrlich gesagt, wo ich die Folge jetzt vorbereitet habe, erwartet, dass wir da hinkommen. Dass wir uns eigentlich noch ein bisschen zu viel coachen. Wir übercoachen uns ein bisschen.
Rachel: Ja, wir sind halt einfach extrem nahe einander dran. Ja. Und, also Abhängigkeit ist ein großes Wort, aber ich glaube auch durch diese Situation, und da haben wir letzte Woche glaube ich auch mal kurz drüber gesprochen, dieses Neue hier in der Stadt und wir sind einfach gerade unsere wichtigsten Bezugspersonen, sind wir schon irgendwo gerade sehr abhängig voneinander. Und du übernimmst so viele Rollen in meinem Leben im Moment und ich bin dankbar, dass du das tust, aber auch da ist es meine Verantwortung, ein Bedürfnis von mir und meine Verantwortung und vielleicht siehst du das genauso, einen Teil dieser Arbeit, die hinter diesen Rollen steckt, auch wieder auf andere Schultern zu verteilen. Ja, absolut. Auf meinen eigenen Schultern oder eben auch auf anderen Menschen.
Manu: Ja. Ähm. Sehe ich total.
Rachel: Weil wir jetzt schon einfach extrem nahe einander dran sind. Ja.
Manu: Ja.
Rachel: Boah, Ich glaube, das arbeitet jetzt alles noch ziemlich nach.
Manu: Ich habe viele Sachen gar nicht von meinen Notizen, aber ist auch nicht mehr wichtig. Ist jetzt so viel besser gelaufen.
Rachel: Ja, also es ist spannend, genau.
Manu: Also insofern können wir die Frage so beantworten, weil die Frage ist ja, wann ich bin. Ich bin nicht dein Coach, aber manchmal wäre ich es gern. Ist eigentlich, ich bin dein Coach und manchmal wäre ich es gerne nicht. Oder?
Rachel: Ja.
Manu: Und vielleicht müssen wir auch üben, gemeinsam verzweifelt zu sein. Das habe ich mir neulich mal gedacht. Das ist zwar sehr komfortabel, dass wir das irgendwie immer ausbalancieren und irgendwie versuchen, dass es einem gut geht, einem schlecht geht, aber ich glaube, vielleicht müssen wir auch Üben, wie ist das, wenn es beiden mal beschissen geht. Oder beiden gut. Ist ja auch okay. Und Hilfe bitten, finde ich auch gut. Üben, uns gegenseitig Hilfe zu bitten.
Rachel: Und bis dann noch mal, also eher noch mal mehr zurückhalten.
Manu: Aber das habe ich mir zum Beispiel jetzt die letzten Wochen echt angewöhnt, dass ich dich Rat frage. Weil du mir das ein paar Mal gespiegelt hast, wo ich das irgendwie so ungeschickt formuliert habe, wo ich das wie ein Selbstgespräch, eine Frage an dich in den Raum gestellt habe. Und da hast du irgendwann gesagt, das nervt dich total, dass ich dich da nicht direkt frage. Und das war super, als du das gesagt hast, weil ich dann daraufhin mir das jetzt echt zu Herzen genommen habe. Und wenn ich einen Rat von dir will, dann frage ich dich direkt mit dieser Formulierung. Hättest du gerade Zeit, mir einen Rat zu geben oder Kapazität, mir einen Rat zu geben oder ich bräuchte bitte einen Rat von dir. Ja. Wie ist das?
Rachel: Ja, weil ich glaube, dass einfach dieses klare Kommunizieren, was man gerade braucht und will, Macht für den anderen einfach diesen Interpretationsraum. Muss ich das jetzt halten? Soll ich da jetzt drauf reagieren? Oder braucht er jetzt einen Ratschlag? Oder so dieses und diese Interpretationsarbeit einfach direkt aus dem Weg zu raumen, indem man einen Satz anders formuliert. Das ist richtig gut.
Manu: Aber du machst das nämlich inzwischen auch, habe ich beobachtet. Wenn du mich Rat fragst, formulierst du das auch inzwischen so. Ist das Absicht oder ist das einfach so?
Rachel: Nein, es ist unbewusst passiert.
Manu: Okay. Ist mir nur echt aufgefallen.
Rachel: Ah, okay, spannend. Ja. Ja. Okay. Ja, was wir alles übereinander lernen, wenn man da mal 69 Folgen Podcast miteinander macht.
Manu: Yes.
Rachel: Das passt schon wieder für die Woche. Die Folge wird nacharbeiten. Ich bin gespannt, was das mit uns macht. Ich nehme da was mit, dass ich dir weniger helfen will.
Manu: Same. Und dich gleichzeitig aber mehr trösten möchte.
Rachel: Ja, das finde ich gut. Dann reden wir im Jahr nochmal und streiten uns, warum wir uns nicht mehr helfen.
Manu: Ja, oder wir suchen uns einfach noch andere Stationen, wo wir Hilfe bekommen.
Rachel: Balance.
Manu: Also das ist für mich einfach ein großes Vorhaben.
Rachel: Ja, ist gut.
Manu: Alles klar. Dann bis nächste Woche.
Rachel: Bis nächste Woche. Ciao. Tschüss.