Rachel: Ich wäre jetzt auch gerne am Strand.
Manu: Ich wäre auch gerne am Strand.
Rachel: Da wo unser Intro gerade chillt. Ja. Das ist nicht gut.
Manu: Doch, das Intro ist gut.
Rachel: Nee, aber es erinnert mich jedes Mal, jeden Montag daran, dass ich nicht am Meer bin.
Manu: Dass du gerne am Meer möchtest. Ja, das verstehe ich. Das geht mir auch ein bisschen so.
Rachel: Musst du gerade noch was…
Manu: Ne, alles gut. Ich musste noch ein bisschen nachpegeln.
Rachel: Das klingt eigentlich nach Trinken.
Manu: Das ist so ein Euphemismus für Saufen. Nachpegeln.
Rachel: Tun wir nicht. Tun wir nicht.
Manu: Na, kurzes Update. Wie war deine Woche? Okay.
Rachel: Gut, wir haben gestern einen schönen Ausflug gemacht.
Manu: Ja, wir haben gestern einen sehr schönen Ausflug gemacht. Das war so ein bisschen ein Highlight. Wir waren mehr unter Menschen die Woche wieder. Das war auch schön. Wir haben uns daran erinnert, dass auf einmal im ersten Moment, im zweiten Moment, im ersten Moment hat man ja Lust, deswegen sagt man zu. Im zweiten Moment hat man dann wieder keine Lust, weil man dafür das Haus verlassen muss. Und am dritten Moment und am Ende ist man froh, dass man es gemacht hat.
Rachel: Es ist gerade sehr schön, dass wir viele Sachen erleben, die uns daran erinnern, dass das so läuft.
Manu: Ja, wir verlassen wieder öfter unsere Komfortblase.
Rachel: Die Bubble.
Manu: Die Komfortbubble.
Rachel: Ja. Sphäre.
Manu: Das ist eine kleine Reminiszenz an unsere erste Folge.
Rachel: Ja. Ja. Ja. Oh, hast du dich mit den Folgtiteln mal wieder auseinandergesetzt?
Manu: Ne, das ist mir gerade tatsächlich eingefallen, weil ich mir dachte, wir haben doch da schon mal geredet. Ach, das war tatsächlich in der ersten Folge.
Rachel: Das war 1 der Themen, die wir schon…
Manu: Und heute sind wir schon bei Folge 70.
Rachel: Folge 70. Es ist krass.
Manu: Crazy, oder?
Rachel: Hättest du dir das…
Manu: Nein. …vorstellen? Ich bin ganz ehrlich, nein.
Rachel: Nein? Nein. Oh, das ist spannend. Warum nicht?
Manu: Weiß ich nicht. Ich hab ich. Und zwar ist das gar nicht so, dass ich nicht das Vertrauen in uns hätte, sondern Ich hatte das Vertrauen nicht in mich.
Rachel: Du dachtest, ich mach das alleine weiter.
Manu: Ich dachte, dass wir irgendwann an den Punkt kommen, wo du mich mitziehen musst und das dann irgendwie unerträglich wird.
Rachel: Und wir dann aufhören.
Manu: Ja, ich bin jetzt mal ganz ehrlich. Aber ich bin deswegen nicht nur stolz auf uns, und das bin ich sehr, sondern ich bin auch stolz auf mich.
Rachel: Ja, ja, ich hab also, ich hab tatsächlich häufiger das Gefühl, dass du mich ziehst.
Manu: Aha, ich nicht, aber interessant.
Rachel: Oder mal so dran erinnerst mit Folgenvorbereitung, ich hab das Gefühl, da bist du tatsächlich wieder ein bisschen mehr in the Game.
Manu: Echt?
Rachel: Aber vielleicht ist es einfach so ein natürliches Geben und Nehmen in beide Richtungen.
Manu: Ich glaube auch. Ich glaube, dass wir da beide ziemlich gleichwertig viel reinstecken und auch daraus mitnehmen.
Rachel: Ja, das sowieso. Und Vor allem finde ich es auch schön, dass wir jetzt ja gerade auch in der Phase sind, wo auch sich einiges hinter den Kulissen tut. Da werden wir auch mal in den nächsten ein, 2 Wochen drüber sprechen.
Manu: Ja, voll. Wir haben ein paar Ankündigungen.
Rachel: Aber das kommt dann, wenn wir die ankündigen. Ich tease jetzt nur mal so ein bisschen.
Manu: Du merkst das, ne? Ja, ja. Du merkst das. Marketing-Strategie. Ja, ja.
Rachel: Mal ein bisschen anteasern. Für die Handvoll Leute, die das jetzt hören, freut euch auf bald.
Manu: Boah, da kommt…
Rachel: Wir können es euch leider noch nicht erzählen.
Manu: Aber seid gespannt.
Rachel: Seid gespannt, genau.
Manu: Ja gut.
Rachel: Wie war deine Woche?
Manu: Gut. Knackig irgendwie. Viel.
Rachel: Du hast gerade viel Vorbereitung. Ich finde es so schön, du hast gerade so Tage, so Phasen an Tagen, dass dir wieder einfällt, dass du bald auf die Gamescom fährst und dann so hebelig wirst Und dann so, oh Gott, oh Gott, es geht bald los. Und dann vergisst du es wieder. Und dann kommt es am nächsten Tag wieder und ein paar Stunden später. Und dann so, oh Gott, es geht bald auf die Games kommen. Und das ist sehr süß.
Manu: Es ist sogar manchmal so, dass ich mir zwischendurch denke, warum bin ich denn so aufgeregt?
Rachel: Ich bin so aufgeregt. Das ist sehr schön für mich zu sehen, dass du da gerade eine hibbelige Vorfreude entwickelst und keine Oh mein Gott.
Manu: Also ich habe ein bisschen Respekt jetzt vor den nächsten 3 Wochen, weil die nächsten 3 Wochen werden tatsächlich ziemlich arbeitsam. Also jetzt am Wochenende sind dann nochmal so 4 Tage entspannter. Aber die Frage ist, wie gut ich mich da entspannen kann, einfach vom Kopf her, weil ich natürlich viel auch an das denke, was da dann danach kommt. Ja, ich bin so ein bisschen, bisschen, bisschen hibbelig, bisschen nervös, bisschen viel Arbeit auch irgendwie, aber was ja auch gut ist. Es ist ja nichts, worüber man sich beschweren sollte in der Selbstständigkeit, Solange es in einem gesunden Rahmen bleibt. Genau, ich bin ein bisschen neblig.
Rachel: Das gestaltet sich. Und viel zu tun in den nächsten Wochen. Du hast quasi einen planmäßig hohen Output für die nächsten Wochen.
Manu: Ohohoho, einen hohen kreativen Output?
Rachel: Oder? Kann man das so sagen
Manu: geschickte überleitung in unser heutiges thema
Rachel: ich gehe einfach direkt rein
Manu: cool finde ich gut willst du sagen was ist unser heutiges Thema?
Rachel: Muss ich nochmal kurz in die Notizen gucken.
Manu: Steig du mal ein.
Rachel: Ich soll einsteigen?
Manu: Ja, steig du mal ein.
Rachel: Also die Frage, die wir uns heute stellen ist, Kreativität ohne Output, darf das sein?
Manu: Und die Antwort ist nein. Das war eine schöne Folge 70.
Rachel: Wir hören uns nächste Woche wieder. Lang lebe der Neoliberalismus. Geld, yay. Nur wer leistet, ist was wert. Und jetzt alle. Nur wer leistet ist was wert. Ich kann es mir ja lustig über eine Folge machen.
Manu: Bullshit. K.I.Z. Zu zitieren. Ich ziehe Geld an wie ein Magnet und jetzt alle. Ich ziehe Geld an wie ein Magnet.
Rachel: Den Song verlinken wir in den Show Notes. Ja, das ist das Thema
Manu: Ja, das ist das Thema der Woche.
Rachel: Und das sind, ähm… Es ist ein ambivalentes Thema.
Manu: Oh yeah.
Rachel: Ich bin gespannt. Hell yeah. Ich bin gespannt, was deine Conclusio ist, wie du dich darauf vorbereitet hast. Was ist dein Ansatz? Was ist dein erstes Gefühl?
Manu: Genau, ich würde so mal mit so 1 Bestands…
Rachel: Was ist dein Gefühl? Was ist dein Gedanke dazu?
Manu: Ja, also ich würde jetzt mal mit so 1 persönlichen Bestandsaufnahme dieser Frage anfangen. Und Ich habe so über die Zeit hinweg, in der ich kreativ arbeite, mich natürlich ursprünglich da auf eine ganz spielerische Art angenähert und da war Ausdruck oder Kreativität einfach nie an irgendwelche Ansprüche geknüpft. Und dann hat sich das irgendwann natürlich gewandelt. Also eigentlich ab dem Moment, wo ich damit Geld verdient habe, war dann auch immer wieder immer mehr Kreativität gekoppelt an, so das muss jetzt aber auch wirklich ein richtiger Output sein.
Rachel: Was ist Output für dich an der Stelle, in dieser Folge, in der wir darüber sprechen?
Manu: Also mindestens, dass es eine wirtschaftliche Signalwirkung hat. Das heißt, ich release einen Song, der Aufmerksamkeit generiert und im besten Fall dann Streams. Oder tatsächlich, dass ich wirklich ein Stück meiner Kreativität verkaufe, was ich für einen gewissen Zweck erstellt habe.
Rachel: Und Kreativität ist in dem Fall eine Art künstlerische Leistung.
Manu: Genau.
Rachel: Produktleistung.
Manu: Ja, man kann das natürlich philosophisch da noch weiterfassen. Das können wir dann auch gerne noch machen. Aber das ist jetzt so der, weil es halt meinen Arbeitsalltag ja auch bestimmt, der Weg, über den ich mich an dieses Thema angenähert habe. Und da hat sich bei mir dann irgendwann einfach so ein duales System entwickelt. Also ich habe eine Zeit lang verlernt, einfach kreativ ohne Output zu sein. Und das war dann immer mit einem Anspruch, dass das was wird. Und was das aber erzeugt hat, war natürlich auch eine Hemmung der eigenen Kreativität, weil ich dann irgendwann natürlich in meinen kreativen Prozessen total beeinflusst war von Ansprüchen, die ich vielleicht gar nicht bewusst wahrgenommen habe, aber die einfach mit reingespielt haben. Und dann hat sich da irgendwann so bei mir so ein zweigleisiges System entwickelt, dass ich einmal, wenn ich dann einfach keine Kreativität mehr hatte, dann einfach auf mein handwerkliches Können zurückgegriffen habe. Und dann, das heißt nicht, dass es qualitativ schlechter war, aber es ist dann verkopfter. Und die kreative Intuition hat dann immer mehr nachgelassen. Also, dass man einfach intuitiv kreativ ist. Und dann habe ich praktisch immer, wenn ich diese Welle surfen konnte, der intuitiven Kreativität, die gesurft und mitgenommen. Und wenn das gerade aber nicht ging, weil ich aufgrund von Ansprüchen blockiert war, habe ich halt einfach auf dieses handwerkliche Können zurückgegriffen.
Rachel: Würdest du sagen, dass dann diese handwerkliche Kreativität weniger innovativ ist?
Manu: Ja, ja, das auf jeden Fall. Die arbeitet mit Logik, diese Kreativität, die handwerkliche Kreativität. Weil ich natürlich über die Jahre hinweg irgendwann
Rachel: … Wiederholung, oder? Also Logik ist ja nicht…
Manu: Nein, Logik ist nicht das richtige Wort. Lass es mich versuchen zu erklären. Also diese Form der Kreativität greift auf das Gelernte zurück, was man gelernt hat. Und ich habe vielleicht gelernt, dass, wenn mir jemand sagt, hey, ich möchte da das und das Gefühl erzeugen, kannst du da was machen, dann habe ich entweder die Möglichkeit, wenn ich guten Zugang zu meiner intuitiven Kreativität habe, das erst mal im Kopf ein bisschen zu schaukeln, ein paar Tage sacken zu lassen und dann eine Intuition daraus zu entwickeln. Handwerkliche Kreativität oder handwerkliche Ansatz wäre dann, hey, ich habe gelernt in der Vergangenheit, wenn ich diese und jene Elemente kombiniere, dann erzeuge ich die und die Emotion. Und dann kombiniere ich jetzt einfach diese Elemente und erzeuge damit die oder die Emotion. Aber es ist vielleicht nicht hundertprozentig authentisch zu dem, was eigentlich gewünscht ist. Weißt du, was ich meine? Oder ist das zu verklausuliert, was ich jetzt sage?
Rachel: Ne, ich arbeite ja in meinem Arbeitsalltag längst nicht so mit viel, mit kreativem Ausdruck oder Produktdienstleistung, wie du es tust. Aber ich würde gerne einbringen an der Stelle, dass ich glaube, auch in der Beobachtung, was ich jetzt bei dir oder anderen Kreativen und KünstlerInnen gesehen habe, ich glaube, dass wenn man etwas anfängt, Ob das jetzt ein Auftrag ist oder tatsächlich was für dich so. Mhm. Dass es eher Dass es kein Schwarz und Weiß gibt, sondern dass es eine Art Verteilung- oder Balancefrage ist. Wenn du quasi diese spielerische, intuitive Inspiration, Kreativität nicht so antappen kannst, nicht so anzapfen kannst, Dann hast du am Anfang mehr dieses verkopfte, gelernte Rangehen. Wie habe ich es in der Vergangenheit gemacht? Deswegen auch dieses Wiederholungsding. Wie habe ich es gelernt? Wie habe ich es schon mal gemacht? Wie hatte ich schon mal ähnliche Ergebnisse? Und das schließt ja nicht aus, dass daraus dann wieder die intuitive … du musst dir vorstellen wie so ein Balken, der sich bewegt und dass daraus dann quasi, da kommt ein Gedanke, da kommt dann, da entsteht dann ein gelerntes Muster oder du benutzt das gelernte, darüber Inspiration zu bekommen, wie du intuitiv kreativer dann weiterarbeiten kannst.
Manu: Da bin ich auch wieder angekommen. Da bin ich die letzten 2 Jahre auch wieder angekommen, bei dieser Möglichkeit und dieser Kombination aus diesen Elementen. Ich wollte nur sagen, dass ich eine Phase hatte in meiner Arbeit bis vor 2 Jahren, wo ich so authentischen, kreativen Output, der sehr blockiert war einfach aufgrund von Output, Output, Output, raushauen, raushauen, raushauen, raushauen.
Rachel: Mhm.
Manu: Ich hab einfach da wahnsinnig viel Musik produziert. Mhm. Genau. Und das hat sich aber wieder gewandelt. Und daraus ist jetzt eben, und das hast du sehr schön gesagt, das ist auch kein schwarz-weiß, das kann man auch kombinieren. Also ich nehme mein gelerntes, meine gelernte Kreativität und ich nehme meine intuitive Kreativität und ich kombiniere das. Ja, absolut. Und ich habe da eben auch und ich habe gemerkt, oder was sind, so Moment, bevor ich jetzt zu meinen Workarounds gehe, wie ich da rausgekommen bin damals und wie ich wieder kreativer geworden bin, möchte ich erst von dir wissen, was deine ersten Gedanken zu dem Thema oder deine ersten Gefühle zu dem Thema waren?
Rachel: Also das erste Gefühl ist natürlich auch so dieses Idealbild und verklärt, verträumte, von wegen natürlich darf und muss das auch sein. Und es ist auch ganz wichtig, dass wir kreativ sind und uns Kreativität erlauben. Wir als Einzelperson, als Branche, aber auch als Gesellschaft, die keinen Output hat. Und wenn man dieses Gefühl dann weiter denkt und mal einspürt und da vielleicht auch, und Das ist ja auch was, worüber wir auch schon ein paar Mal gesprochen haben, einfach diesen Leistungsgedanken auszuklammern, weil gerade Kreativität ja vielleicht, einfach der Kreativität willen und diesen Muskel zu trainieren, das auch braucht, dass es keinen Output gibt. Das ist vor allem, Mit Output ist ja immer auch eine Bewertung dabei. Selbst wenn ich es jetzt nicht für etwas Monetäres mache, steht ja am Ende ein Ergebnis, das bewertet wird. Ob das jetzt von mir selbst ist oder jemandem ein Stipendium, wo ich mich bewerbe oder wirklich was marktrelevantes. Also Output bedeutet ja auch Bewertung irgendwo. Und ich glaube, dass es total wichtig ist, dass wir, jeder von uns, aber vor allem die von uns, die kreativ arbeiten, dass wir uns eben Kreativität ohne Output erlauben oder sogar Kreativität erlauben, die shitty ist. Also dieses, ich darf heute auch was schlechtes, also schlecht ist ja nur Wertung, aber so dieses, das muss nicht sein, es muss nicht gut sein, es muss jetzt nicht weltbewegend sein, es muss, es darf einfach nur sein. Das ist so ein bisschen auch einfach so eine Ruhepause für den Kopf, eine Ruhephase, so ein Erholungsmoment daraus eigentlich zu schaffen, das eben zu üben. Weil wir müssen Pausen und Ruhe und aus diesem Bewertungsrad auszusteigen. Das ist etwas, was man einfach auch immer wieder üben muss. Also das war das Gefühl, das ich in erster Linie hatte von wegen, ja, das müssen wir uns leisten und darf sein, muss sogar sein. Und auf der anderen Seite ist natürlich der Gedanke auf 1 gewissen Weise, damit man von der Arbeit leben kann, damit Kreativität gewertschätzt wird und da gehört in unserer Welt eben einfach dazu. Deswegen war der Satz am Anfang auch nicht komplett falsch. Es gehört eben auch eine Bewertung, wo am Ende auch irgendwie was Geldwertes dahinter steht, also ein Produkt. Das heißt, es muss auch ein Outcome sein, gerade wenn man sich damit sein Leben finanzieren möchte, als Solo-Selbstständiger oder eben in 1 ganzen Branche, die irgendwie davon lebt, dass kreative Produkte oder Innovationen auch am Ende ein Output haben und nicht einfach in 1 Gedankenblase verpuffen. Und dazwischen gibt es noch differenzierte Sachen, darüber sprechen wir bestimmt nachher nochmal drüber, aber das waren so meine beiden, dieses, ja, wir müssen uns das leisten, aber auf der anderen Seite muss uns auch klar sein, dass das nicht nur geht.
Manu: Ja, absolut, das stimmt. Und ich schließe da jetzt, wenn ich darf, direkt dran an, weil die Konklusio für mich ist eigentlich, Kreativität ohne Output ist das Wichtigste, kreativ zu bleiben. Es ist einfach ein Tool.
Rachel: Output zu schaffen.
Manu: Output zu schaffen. Weil ich glaube auch tatsächlich, ich bin ganz lang mit dem Ansatz rangegangen, Kreativität ohne Output ist Zeitverschwendung. Und ich habe wirklich gelernt die letzten 2 Jahre, 3 Jahre, dass Kreativität ohne Output mir ein Zeitersparnis bringt sogar. Dass das eigentlich on the long run dazu führt, dass ich immer besser werde, meine Kreativität zu channeln, immer schneller werde, immer intuitiver werde und dass das eigentlich on the long run dazu führt, dass ich immer besser werde, meine Kreativität zu channeln, immer schneller werde, immer intuitiver werde und dass das eigentlich on the long run mir ganz viel Zeit spart.
Rachel: Dass es vielleicht in dem Moment kein kurzfristiges Ergebnis mit sich bringt, aber dass es ein Outcome hat für die spätere Zukunft, weil man halt quasi schon wie eine Blaupause hat für eine Situation. Für, Ah, damals habe ich das doch nicht ausprobiert. Entweder weiß man, ich mache das so nicht.
Manu: Genau.
Rachel: Oder es hat funktioniert und jetzt kann ich es irgendwie zu einem Produkt machen. Und abrufen.
Manu: Und Deswegen würde ich gerne so ein paar Workarounds vorstellen, die bei mir echt funktioniert haben. Also zum einen, ich bin da nicht stringent drin. Ich mache das nicht jeden Tag. Ich habe das eine Zeitlang jeden Tag gemacht. Ich werde das wahrscheinlich auch wieder eine Zeit lang jeden Tag machen. Gerade habe ich es jetzt seit 2 Wochen wieder nicht gemacht, aber ich hatte das schon mal angeschnitten hier im Podcast. Ich habe meine Workbench, meine Werkbank genannt, dass ich jeden Tag mir ganz kurz Zeit nehme Und wirklich einfach irgendwas musikalisch oder soundtechnisch jetzt in meinem Fall skizziere, ohne drüber nachzudenken. Also wie so flowing writing, wenn man einfach schreibt, die Gedanken schreibt, so wie sie kommen. Und Genauso habe ich das auch gemacht für Sound oder Musik. Und das hat mir extrem geholfen. Das ist super, weil man dadurch halt irgendwie wieder lernt, dieses an ein fertiges Produkt denken, während man kreativ ist, loszulassen. Dass man das Ziel nicht immer direkt vor Augen hat. Das ist manchmal sehr, sehr wichtig für die Kreativität.
Rachel: Und gleichzeitig trotzdem so, dass diese Hand, wie die Werkzeuge halt, zu pflegen, zu schleifen. Ja.
Manu: Was ich auch gemerkt habe, ist, wenn ich irgendwie kreative Dienstleistungen mache, das heißt, wenn ich irgendwie Musik oder Sound für jemanden mache, dass ich in meinem zeitlichen Ablauf und in meinen Deadlines einplane, dass ich Sachen verwerfen werde. Weil wenn ich mir das einplane, dass ich weiß, ich werde Sachen verwerfen, dann fällt es mir viel leichter anzufangen, weil dann nicht sofort der geschliffene Diamant entstehen muss bei dem ersten Entwurf, den ich mache. Und meistens habe ich dann gar keine. Verwerfe ich gar nichts. Hab gar keinen Ausschuss. Aber einfach nur, nur den…
Rachel: Du planst den Ausschuss trotzdem von Anfang an.
Manu: Genau. Und nur die Tatsache, dass ich das eingeplant habe, verursacht schon, dass ich eigentlich keinen habe. Was auch noch wichtig ist, und jetzt wird es so ein bisschen psychologisch, dass man sich nicht über seinen eigenen Output definiert. Weil das führt dazu, dass die Kreativität etwas Existenzielles bekommt und man abhängig davon ist, in Bezug auf seine eigene Definition, von der eigenen Kreativität. Und das macht so Druck.
Rachel: Aber das ist ja, das würde ich einfach so greifen, dass das tatsächlich jede Art von Arbeit betrifft.
Manu: Ja, im Endeffekt ja.
Rachel: Es ist natürlich bei 1 künstlerischen oder kreativen Arbeit nochmal was anderes, weil wir vielleicht auch sehr stark damit sozialisiert sind, dass gerade künstlerische kreative Prozesse, dass das ja was total persönliches ist, dass ist dieser Genius-Gedanke auch, dass wenn man künstlerisches Genie ist, dann ist man ja von Gott geküsst und dann ist es ja so dieses, genau dieser, das ist so der Idealtyp Künstler, also eigentlich ein Genie.
Manu: Ja, und immer kreativ die ganze Zeit.
Rachel: Und aus sich heraus. Und eine Naturgewalt. Ja, ja, ja.
Manu: Eine kreative Naturgewalt.
Rachel: Oder das ist so ein bisschen dieses, damit sind wir sozialisiert und das ist so dieses Bild, das da am Ende steht Und das irgendwie alles muss, jede Skizze muss in 100 Jahren schon ausreichen, in einem Museum ausgestellt zu werden.
Manu: Ja, natürlich. Und da ist so viel Tiefe drin. Bei allem. Ja, ja.
Rachel: Genau. Und das einfach grundlegend zu hinterfragen. Deswegen finde ich es ja auch so interessant, dass der Genius ja eigentlich ganz anders herkommt. Dass es ja eigentlich einfach diese Hausgeister waren, die in der Mythologie oder in der Antike, war der Genius ja der Hausgeist, der schworen wurde, der besänftigt wurde, dem geopfert wurde, der dich halt besucht. Aber der ist nicht in dir, der kommt nicht aus dir oder du bist nicht… Also das ist so ein anderer… Das ist auch nah an der Idee, das ist ein Buch, das ich mal gelesen habe, Big Magic von Elizabeth Gilbert, die damals auch Eat Pray Love geschrieben hat, die Kreativität und Inspiration eigentlich auch als etwas greift, das dich besuchen kommt. Und entweder hast du halt dein Handwerkszeug und gehst da jeden Tag dran und auch wenn es gerade nicht aus dem Geist herauskommt, dann hast du aus den Händen das Handwerk und bleibst halt da und zeigst halt dieser Kreativität, ich bin da, ich bin offen, entweder kommst du rum oder nicht und wir hängen ab. Und wenn nicht, dann nicht.
Manu: Genau, Das ist eigentlich auch noch ein ganz wichtiger Punkt, den habe ich mir jetzt gar nicht aufgeschrieben, aber das ist eigentlich auch wichtig, sich Zeit dafür zu nehmen, dass einen die Kreativität besuchen kommen kann. Das heißt, es ist jetzt auch nicht gut, sich nur hinzusetzen oder das komplett auszuklammern. Es ist schon wichtig, dass man sich Zeiten einräumt, wo man sich tatsächlich hinsetzt mit dem Anspruch, ich mache jetzt was Kreatives. Man muss den Absprung halt dann finden, dass man merkt, heute,
Rachel: nee, okay. Dieses Jahr, ich mache jetzt was Kreatives, aber es darf dabei rumkommen, was dabei rumkommt. So. Also ich mache was Kreatives, aber es muss nicht ein Output dabei sein.
Manu: Ja.
Rachel: Und das ist auch so ein bisschen, finde ich, Das war auch so ein Gedanke, den ich jetzt in der Vorbereitung hatte, weil ich mir auch überlegt habe, so wie ist das eben mit uns hier in unserer Bubble, aber auch mit dem, ich habe ja auch viel im Bereich kultureller Bildung gearbeitet, wo ja auch irgendwie Kreativität etwas ist, was wir uns als Gesellschaft leisten, weil es eben nicht, oder der Anspruch von kultureller Bildung beispielsweise ist, dass wir kreativ sind, kreativ arbeiten, etwas Kreatives gestalten oder schaffen und das aus einem reinen Selbstzweck heraus. Also nicht, dass da am Ende eben was entsteht, was dann verwertet werden kann. Also deswegen ist ja gerade auch die Kinder- und Jugendarbeit in der kulturellen Bildung irgendwie so schön und so wichtig, weil da einfach, da ist kein Anspruch daran, dass das jetzt alles irgendwelche Protégés und Wunderkinder werden, sondern weil wir wissen, ist es total wichtig, dass Kinder darin Selbstwirksamkeit lernen, andere Perspektiven einzunehmen, sich auszudrücken, Teilhabe zu gestalten. Also das sind alles Dinge und das entsteht ja auch nicht nur klassisch durch die Künste. Kulturelle Bildung ist genauso auch Museumsbesuche, also das Rezipieren von anderen kreativen künstlerischen Prozessen. Aber es ist auch sowas wie das gemeinsame Kochen. Also dieses, Ich glaube, dass wir auch in der Gesellschaft oder in der Kultur leben, vielleicht auch. Und da kann ich mir vorstellen, dass das tatsächlich in anderen Kulturen, vielleicht sogar auch in Europa, Südeuropa, die südlichen europäischen Länder, dass so diese Kreativität der Kreativität willen im Alltag einen ganz anderen Stellenwert hat. Also durch Handwerk oder durch eben eine Kochkunst aus 1 Tradition heraus und das halt weiterzugeben und zu teilen und das gemeinsam zu machen beispielsweise und das hast du in Deutschland, wäre jetzt auch nochmal so ein Hot Take, mehr in ländlicheren Gebieten, wo Traditionen noch andere Stellenwerte haben, als in der Stadt, in Ballungszentren, wo viele Leute zusammenkommen und Kreativität dann eher so ein Innovationsmotor wird.
Manu: Ja, obwohl man auch da, also das stimmt, aber es ist schon auch so, dass, dass, dass, dass so kulturell geprägt, über Generationen kulturell geprägte Sachen, die manchmal auch ein sehr enges Korsett haben. Also, dass da dann auch wieder nicht so viel Platz ist für individuelle Kreativität, sondern dass das halt dann schon auch ein sehr bestricktes Regelwerk hat unter Umständen.
Rachel: Ja, aber so dieses Kreativität im Alltag mehr erfahren oder wertzuschätzen. Nicht zu bewerten, sondern wertzuschätzen oder überhaupt zu sehen, wahrzunehmen, wo wir kreativ im Alltag sind, ohne dass das ein Output hat oder wir das glorifizieren oder irgendwo zur Schau stellen. Ja. Aber wir halt kreative Entscheidungen treffen. Ja. Und das halt zu üben, weil das glaube ich schon auch eine Art Muskel ist, den man trainieren kann.
Manu: Definitiv. Und das spielt mit rein, das wollte ich vorhin eigentlich noch einhaken, aber ich sage es jetzt einfach, das spielt mit rein, auch wirklich zu analysieren, wo habe ich Ansprüche in meiner Kreativität und woher kommen diese Ansprüche. Sind das Ansprüche, die ich habe, die ich entwickelt habe, mit denen ich sozialisiert wurde? Sind das Ansprüche, die von außen kommen? Ich glaube, die Auseinandersetzung mit Ansprüchen ist für eine freie, losgelöste Kreativität auch extrem wichtig. Dass man die lernt einzuschätzen. Und ich bin da überhaupt nicht gut drin. Gar nicht. Also das merke ich, das ist für mich noch, glaube ich, die größte Hürde, die ich aktuell habe in meiner eigenen Kreativität oder Kreativität ohne Output, ist, Ansprüche zu identifizieren und dann auch einordnen zu können.
Rachel: Ja, und diese Phasen der Kreativität ohne Output bewusst zu suchen, haben wir vorhin schon darüber gesprochen, und auch das so zu verstehen, als eben diese Erholungsphasen, Ruhephasen, dass das nochmal andere Areale im Hirn ja auch runterfährt oder stimuliert, als wenn wir uns jetzt eben nach einem langen Tag irgendwie hinsetzen und Netflix gucken oder so. Ja, ja, ja, voll. Also dann lieber mal einen Mahl nach Zahlen. Das war für mich tatsächlich, das ist ja eher so ein handwerklich kreatives Ding, das ist viel vorgegeben, das ist ja das Konzept für einen Malen nach Zahlen. Aber das habe ich für mich gemerkt, dass ich da auch keinerlei Anspruch habe, dass das am Ende irgendwas ist, was man sich tatsächlich aufhängt oder so. Sondern das ist für mich einfach, ich weiß, das sind jetzt viele, viele Stunden, die ich einfach nur für mich habe, wo meine Hand was zu tun hat, mein Kopf sich an den Farben freut. Und das war für mich echt, das habe ich noch Bock drauf, merke ich gerade. Also das ist für mich so ein schönes einfach nur aus dem Selbstzweck heraus, was Kreatives zu machen und den Output tatsächlich bewusst auszuklammern und zu sagen, ich weiß ganz genau, dass das nichts wird.
Das ist einfach nur Genuss für mich.
Manu: Schön, ja, voll, total. Du gehst mit mir Gitarre spielen zurzeit.
Rachel: Aber das ist aber sehr interessant, weil das ja eigentlich sehr nah dran ist an deiner Arbeit.
Manu: Ja, aber ich habe irgendwie gemerkt, das hat sich gemorpht, die letzten 3 Wochen.
Rachel: Cool.
Manu: Irgendwie ist das für mich sowas geworden, deswegen spiele ich gerade auch immer so viel.
Rachel: Ja, gerade zu einem Hobby tatsächlich.
Manu: Ja, weil es mich auch irgendwie so rausholt. Ich denke dann nicht nach währenddessen. Ist gut. Cool. Eine Sache wollte ich noch sagen. Es gibt einen Workaround, der auch noch unglaublich wichtig ist. Das ist eigentlich kein Workaround, das ist eigentlich eine Grundregel der Kreativität.
Rachel: Und das ist ein Big Claim.
Manu: Ich habe es früher produktives Langweilen genannt, das stimmt aber nicht mehr so ganz für mich persönlich. Also wenn ich einen, einen kreativen Impuls zu bekommen, braucht es Phasen der Ruhe. Also es ist bei mir auch manchmal so, dass ich, ich plane mir das inzwischen auch ein, wenn ich irgendwie kreative Aufträge bekomme, wo ich irgendwie Musik machen muss, darf, will, dass ich auch am Anfang, wenn ich dann so einen Kick-Off habe und man irgendwie so dann das Konzept mal so grundsätzlich abgesteckt hat, dass ich mich dann nicht direkt dann dran setze, sondern dass ich mir dann echt ein, 2, vielleicht sogar 3 Tage Zeit lasse, dann natürlich andere Sachen mache oder in anderen Sachen irgendwie noch arbeite oder so, Aber damit noch nicht anfange und mir dann wirklich in diesen 2, 3 Tagen Zeiten nehme, wo ich das einfach nur im Kopf ein bisschen schauke. Irgendwie beim Spazieren gehen oder so und das reifen lasse. So blöd wie das klingt, aber das ist total wichtig, dann den richtigen kreativen Impuls zu haben. Und ich glaube, das geht extrem vielen Leuten, die kreativ arbeiten, so, oder können das bestätigen, dass diese Phasen der Ruhe und des Reifenlassens total wichtig sind für den kreativen Impuls.
Rachel: Das ist total spannend, weil ich nämlich gerade merke, jetzt wo du das zu noch erzählst, und wir haben da ja auch schon ein paar mal tatsächlich ohne Mikro drüber gesprochen, finde ich es gut, dass wir jetzt immer mit Mikro drüber reden. Ich finde das total cool, Ich finde es richtig gut, dass du das kannst. Ich bin neidisch, weil ich merke, dass bei mir kreative Gedanken, Ideen, Entscheidungen, Impulse ganz viel im Gespräch stattfinden. Also dass ich das Ping-Pong brauche, so oft wie jetzt gerade. Wir haben da schon ein paar Mal drüber geredet, aber jetzt reden wir nochmal drüber und jetzt komme ich erst auf den Gedanken. Also ich habe, mein Hirn kann das sehr schwer, so dieses sich hinsetzen, in Ruhe und jetzt mal über was nachdenken, bewusst. Da passiert so viel irgendwie gleichzeitig, dass so ein Gespräch mir oft erst die Möglichkeit gibt, mich jetzt mal nur darauf zu fokussieren.
Manu:
Weil das so funnelt.
Rachel: Und du vielleicht einen Halbsatz sagst oder ein Stichwort oder eine Tonalität oder das, das dann was in mir zündet, dass dann irgendwie die Kreativität kommt. Und so haben wir das ja auch oft in so Gesprächen gehabt, wenn wir für dich für Content gebrainstormt haben oder mit anderen Projekten, den Podcast tatsächlich an dem wir arbeiten, dass ich ganz oft merke, dass es bei mir in diesen Gesprächen passiert und gar nicht so häufig, wenn ich wirklich alleine für mich bin und Hirnsätze und dann jetzt mal mir Zeit nehme. Das ist gerade ein Paradebeispiel, dass ich merke, das ist interessant. Das habe ich jetzt wieder was gelernt über mich. Okay. Cool.
Manu: Spannend.
Rachel: Ja. Okay. Okay. Cool. Spannend.
Manu: Dann würde ich sagen, an dieser Stelle, mit dieser Erkenntnis…
Rachel: Machen wir ein Schleifchen drum.
Manu: Machen wir ein Schleifchen drum. Eine schöne Schleife.
Rachel: Das war Folge 70. Sehr schön.
Manu: Folge 70.
Rachel: Das ist Hausnummer. Ja.
Manu: Gut.
Rachel: Mein Hirn denkt gerade noch irgendwie weiter. Ja, alles gut. Ja, okay, sehr gut. Gut,
Manu: dann können wir nächste Woche nochmal ein kleines Recap machen.
Rachel: Ob da noch mehr bei rumgekommen ist.
Manu: Ja. Gut.
Rachel: Ich versuche dran zu denken.
Manu: Ich auch.
Rachel: Aber eben nicht so aktiv. Vielleicht muss ich anfangen, mir selbst Gespräche zu führen.
Manu: Maybe. Vielleicht hilft dir das, so deine Gedanken zu sammeln. Gar nicht blöd. Du brauchst so ein kleines Diktiergerät, weißt du?
Rachel: Ja, ich hab ja ein Handy.
Manu: Aber mit einem Diktiergerät ist cooler.
Rachel:
Ja, das stimmt.
Manu: So ein Stift, der gleichzeitig ein Diktiergerät ist.
Rachel: Setz mir keine Flausen ins Ohr. Na gut.
Manu: Den Kopf.
Rachel: Ich weiß nicht.
Manu: Setz mir keine Flusen ins Ohr.
Rachel: Ich und Sprichwörter. Okay. Alles klar.
Manu: Dann Bis nächste Woche.
Rachel: Bis nächste Woche. Tüdelü. Tschüss.