#072 – „Wen will ich eigentlich anziehen?“ Warum Zielgruppenarbeit manchmal alles kaputtmacht

Bevor es für uns in eine kleine Sommerpause (nur 2 Wochen. Wir sind hier ja nicht beim ÖRR) geht, widmen wir uns heute nochmal der Zielgruppenarbeit. Wann macht sie Sinn, wo steht sie im Weg? Was sind unsere bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse? Spoiler: es ist auch gut zu wissen, mit wem man NICHT arbeiten will. Wir sind am 02.09.2025 wieder für Euch da! 🐟

Transkript

Manu: Hallo.

Rachel: Hallo.

Manu: Hallo.

Rachel: Folge 72.

Manu: Jawollo. Wir gehen rein. Oh Gott, du bist richtig motiviert.

Rachel: Oh Gott, du bist richtig motiviert. Du bist eilig. Du kannst heute nicht so lange, du bist schon durch.

Manu: Ne, das stimmt nicht. Wir machen das. Ich habe tatsächlich heute den Projektordner angelegt und ich war meiner Zeit schon voraus. Es war schon alles unter 73 eingespeichert und dann habe ich das alles nochmal rückgängig gemacht, nachdem ich extra nochmal nachgeguckt habe.

Rachel: 72.

Manu: Ich war ungeduldig, siehst du? Da war ich ungeduldig.

Rachel: So. So nämlich. So. Ich habe eine wichtige Frage.

Manu: Ja, bitte.

Rachel: Was ist dein Lieblings-Dinosaurier?

Manu: Also ich habe blöderweise heute ein Video gesehen von jemandem, der anhand von Dinosaurier so charakterliche Einschätzungen macht. Jetzt habe ich total Angst, mich von Lina Sauer zu entscheiden.

Rachel: Oh nein. Aber welcher würde aus deinem Herzen kommen?

Manu: Aus meinem Herzen? Der Velociraptor.

Rachel: Okay, und was war die Charakterbeschreibung, die dich jetzt …

Manu: Hinterhältig und fies.

Rachel: Okay.

Manu: Naja, aber das bin ich halt dann wohl.

Rachel: Deine Verlobte ist im Skorpion geboren. Also ich finde, es passt eigentlich, dass diese Art von Wesen, dass du dich dazu hingezogen fühlst.

Manu: Was ist dein Lieblingsdino?

Rachel: Ich kenne nicht genug Dinos. Mir war es nur wichtig, dass du das mal mitteilen kannst, weil du in den letzten Wochen immer wieder über Dinos geredet hast.

Manu:Ich war die letzten Wochen wieder im Dino-Game. Also ich habe wenig Zeit, gerade für Hobbys, aber das war etwas, was ich so ein bisschen wieder entdeckt habe. Ich gehe zurück ins Dino-Game, glaube ich.

Rachel: Ja, ich fände es schön, wenn du jetzt vielleicht für die nächsten Folgen mal immer so einen Dino-Effekt mitbringst.

Manu: Mal einen Dino-Effekt mitbringe? Okay.

Rachel: Mit dem du die Folge startest.

Manu: Ja. Shit, das hätte ich eigentlich direkt machen können. 

Rachel: Ja. Zum Beispiel, wir wissen, dass Velociraptoren hinterhätig und fies sind.

Manu: Ja, ja. Aber auch schlau.

Rachel: Ja, du kannst beim nächsten Mal ein bisschen wissenschaftlich gebackedere Infos mitbringen, aber das wäre doch schön.

Manu: Ja, okay, cool. Alles klar. Talking about Dinos. Genau. So. Cool.

Rachel: Erstmal kurzer Disclaimer schon mal, damit ihr euch nicht am Ende der Folge total erschreckt, sondern euch jetzt quasi schon mal darauf einstellen könnt, wir machen eine kleine Sommerpause. Ja. Wir haben es in der letzten Folge schon kurz angekündigt, aber wir sagen es jetzt nochmal, damit ihr euch eben am Ende der Folge nicht erschreckt, dass ed das jetzt war für 2 Wochen.

Manu: Es wär so schön gewesen, wenn du jetzt erstmal 3 Monate gesagt hättest.

Rachel: Für 6 Jahre. Wir sind weg. Wir gehen auf Reisen. Nein, wir sind am 2. September wieder da.

Manu: Richtig.

Rachel: Dann, also.

Manu: Ja, also ist jetzt ein bisschen Pause.

Rachel: Ein bisschen Pause. Ein bisschen einfach, weil wir viel unterwegs sind und dann mal ein bisschen, ein bisschen verschnaufen und wir uns dachten, lieber geplant eine Pause machen statt unangekündigt einfach durch sein.

Manu: Ja, aber es zeichnet sich schon ab. Ich wollte eigentlich auf unserem Instagram letzten Freitag einen reposten und ich hab’s wieder gnadenlos verschlüsselt.

Rachel: Ja, es ist gerade einfach, Manu, es ist so viel, es werden gerade so viele große entscheidungen getroffen.

Manu: Was? 

Rachel: Es passiert viel und deswegen fällt sowas halt mal runter.

Manu: Okay.

Rachel: Zum Beispiel, das wird unsere Zimmer doch tauschen.

Manu: Stimmt, wir tauschen Zimmer. Haben wir gestern beschlossen.

Rachel: Gestern standen wir hier. Ich denke die ganze Zeit, gestern war Montag, aber gestern war Sonntag.

Manu: Ja, das fühlt sich so an.

Rachel: Crazy.

Manu: Ja, weil heute ein sehr langer Montag ist.

Rachel: Fühlt sich an wie 2 Montage. Nein, wir standen in der Wohnung und haben ein bisschen geplant und überlegt, denn es kommt eine Couch. Wir kriegen eine Couch nach 4 Monaten.

Manu: Vielleicht können wir sogar auf dieser Couch unseren Podcast aufnehmen.

Rachel: Genau, und dann standen wir und haben geplant und geguckt und überlegt und haben gemerkt, eigentlich müssen wir das nochmal tauschen. Und es hat sich nach 1 großen Entscheidung angefühlt. Ging es dir auch so gestern?

Manu: Ja, Es wirkt auch noch nach. Ich habe Nachbeben von dieser weltbewegenden

Rachel: … Also, es klingt bescheuert, aber ich glaube dadurch, dass wir in der alten Wohnung einfach nie die Möglichkeit hatten. Da war einfach alles von der Zimmeraufteilung schon so gesetzt und hier allein schon. Das macht es aufregend. Aber ich habe da so ein Faible für. Ich habe das in meinen Wohnungen davor oder in den WG-Zimmern, in denen ich war, habe ich das gar nicht mehr so viel gemacht, aber ich hatte den Urge schon immer sehr viel umzustellen. Das war auch so ein ADHS-Zeichen eigentlich. Und ich erinnere mich noch ganz genau in meiner Kindheit und Jugend, wie oft wir in den Mittagspausen, während mein Vater seinen Mittagsschlaf gemacht hat, wir so leise wie möglich versucht haben, komplette Zimmer umzuräumen oder zu tauschen, wir Geschwister untereinander, möglichst leise, möglichst still. Das hat mich immer sehr beglückt. Das war eine neue Umgebung. Das macht es gut für mein Hirn. 

Manu: Dann wird das auch gut sein.

Rachel: Genau, das sind große Entscheidungen. Und dann wird der Podcast zukünftig woanders, in einem anderen Raum aufgenommen.

Manu: Vermutlich, ja. 

Rachel: Und dann wird das akustisch auch nochmal ein bisschen besser.

Manu: Ja, es wird nicht mehr so hallen. Genau. Ja. Wie war deine Woche? Mal ganz kurz unsere klassischen Anfangsfragen.

Rachel: Ich muss ein bisschen überlegen, weil wir ja die letzte Folge vorab aufgenommen haben, deswegen haben wir jetzt quasi länger nicht mehr…

Manu: Das hab ich mir auch gedacht.

Rachel: Aber war gut, war schön. Wir waren zwischendurch mal auf dem Land.

Manu: Ach stimmt, das war ja… du bist so durch.

Rachel: Das war schön. Es war nicht so schönes Wetter, aber ich hab’s mit dir sehr genossen. Ich fand, wir waren spazieren ganz, ganz viel, verhältnismäßig viel für unsere Verhältnisse. Wow. Wow. Nee, fand ich, fand ich gut. War ein guter … Und mit den Bahnfahrten ist alles gut gegangen.

Manu: Da war ich auch überrascht.

Rachel: Aber da hat alles funktioniert, trotz Sommerferien. Und dann ist jetzt so ein bisschen einfach die Vorbereitung gewesen darauf, dass ich jetzt ab Mittwoch auch wieder unterwegs bin für eine Woche. Also es ist so, Dinge abarbeiten, fertig werden, damit es dann einfach vom Tisch ist schon mal. Ja, und Dinge, die sich hinter den Kulissen abspielen und weiterarbeiten. Und Da werde ich nach der Sommerpause bestimmt mal drauf eingehen. Aber ja, viele spannende Dinge, die gerade irgendwie passieren. Und mein Hirn kommt nicht ganz hinterher. Aber es fühlt sich gut an. Es fühlt sich nach Bewegung an und das finden wir gut. Bewegung ist gut.

Manu: Ja, Bewegung ist cool.

Rachel: Im Kopf zumindest.

Manu:

Ja.

Rachel: Wie war deine Woche, Emanuel? Wie war deine Woche?

Manu: Also das ist so lustig, ne? Unser Landausflug, das kommt mir so vor, als ob das schon ewig her wäre. Ob das schon 2 Wochen wieder her ist.

Rachel: Nee, letzte Woche. Wir sind letzte Woche Mittwoch erst zurückgekommen.

Manu: Ja, ich muss ehrlich gestehen, seitdem bin ich echt ziemlich im Arbeitstunnel. Und ich habe gestern am Sonntag auch was gemacht und jetzt heute auch und bin ein bisschen blöd im Kopf irgendwie vom Arbeiten. Aber gleichzeitig bin ich die ganze Zeit so nervös, weil ich will so viele Sachen auch noch machen. Ich würd gern auch noch Content machen, aber ich merk grade, ich schaff’s nicht. Ich werd’s nicht schaffen.

Rachel: Denn warum? Was steht an?

Manu:

Ach so, weil nächste Woche ist Gamescom. Also erst DevCom und Gamescom. Das davor ist praktisch Die DevCom ist ein Kongress von Spieleentwicklern auf dem Gelände der Gamescom. Und dann ist eben die Gamescom noch im Anschluss. Und da werde ich bei beiden Veranstaltungen zugegen sein. Und durchaus auch mit dem ein oder anderen Spiel bin ich auf der Gamescom vertreten, an dem ich mitgearbeitet habe. Und diese Entwickler wollen natürlich jetzt, weil das ist ja eine der wichtigsten Veranstaltungen, wenn nicht sogar die wichtigste Veranstaltung für deutsche Entwickler, noch die ein oder andere Demo fertig machen oder einen Zwischenstand oder irgendwie nochmal was polishen. Und da bin ich gerade echt ganz schön am Rödeln, wie man so schön sagt. Und werkel so vor mich hin. Und ich merke echt, also gerade Sounddesign, wenn man das mal so 6 Stunden am Stück gemacht hat an einem Tag, dann passiert irgendwas mit dem Hirn. Das schmilzt so ein bisschen.

Rachel: Das ist, glaube ich, die magische Marke bei dir. 6 Stunden mehr geht eigentlich nicht.

Manu: Ja, das ist krass. Eigentlich möchte man ja meinen, Das würde besser gehen, aber ich merke auch, bei Sounddesign ist echt nochmal was anderes, die Abnutzung vom Gehör im Vergleich zu Musik. Bei Musik geht das irgendwie, weil man längere Stricken hört und dann geht das, aber bei Sounddesign, so mit diesen kurzen Sounds, die dann immer im Loop laufen. Das macht dann irgendwie echt ein bisschen blöd im Kopf. Naja, gut. Genau, ey, voll abgeschw…

Rachel: Bitte ins Mikro sprechen.

Manu: Da bin ich jetzt wohl abgeschwofen. Aber ansonsten ist alles gut und ich freue mich sehr auf nächste Woche und ich freue mich jetzt auch über das Arbeiten und es ist nur einfach ein bisschen anstrengend.

Rachel: Ja, du musst dann dir ein paar Notizen machen, was du dann gerne auch noch im Podcast teilen möchtest von der Gamescom.

Manu: Ja, werde ich machen.

Rachel:

Das wird, glaube ich, ganz spannend.

Manu: Ja, voll. Ich werde machen. Ich werde auch Videomaterial aufnehmen. Ich werde auch vielleicht einen kleinen Vlog machen, mich jetzt hier schon direkt zu committen. Aber ich werde auch hier im Podcast berichten davon, wie es war.

Rachel: Sehr gut. Also werde ich dir quasi keine … Wunder dich bitte nicht nach der Gamescom, wenn ich dich nicht frage, wie es war.

Manu: So, also ich muss von mir aus dann praktisch

Rachel: … Nein, ich … nein, auch so jetzt, wenn wir nicht aufnehmen, ich werde, ich will quasi alles ganz neu hören

Manu: Ach so, wir, pfff.

Rachel:

Nein, ganz so extrem machen wir es nicht

Manu: Ja gut.

Rachel: Ja, aber das wird krass. Also ich bin, ich bin ja ab Mittwoch dann schon unterwegs. Du bist dann am Sonntag weg, dann sehen wir uns kurz in Köln.

Manu: Richtig.

Rachel: Und dann gehen wir schon wieder getrennter Wege. Wird auch spannend.

Manu: Ja, Ja, voll.

Rachel: Aber wird gut.

Manu: Glaube ich auch.

Rachel: Wird gut. Ich habe gar keine Angst davor. 

Manu: Ich auch nicht. 

Rachel: Ich bin damit vollkommen fein. Okay, das war das kurze Update. Ich merke, ich habe das tatsächlich einfach gerade auch gebraucht, weil die letzte Aufnahme so lange her ist.

Manu: Nochmal zu checken, wie viel, was jetzt dazwischen, in der Zwischenzeit.

Rachel: Was ist eigentlich alles passiert, wer sind wir? 

Manu: Ja, das ist alles einfach 10 Tage. 

Rachel: Was machen wir eigentlich?

Manu: Und in diesen 10 Tagen ist irgendwie, ich glaube, wir haben ganz viel weggelassen, aber mir fällt es jetzt auch nicht mehr ein.

Rachel: Dann war es vielleicht auch nicht so wichtig.

Manu: Es ist, wie es ist.

Rachel: Es ist, wie es ist. Dann steigen wir mal ins Thema ein, das du dir ausgesucht hast. Habe ich? Hast du.

Manu: Echt? Ja. Habe ich das ausgesucht? Ich habe ja die ganzen letzten 4 Themen, glaube ich, sogar ausgesucht.

Rachel: Weiß ich nicht, aber das hier warst auf jeden Fall du. Du gesagt, oh, da würde ich gerne drüber sprechen.

Manu: Ja, das stimmt. Und dann saß ich heute, wo ich mich vorbereitet habe, und gestern auch schon saß ich da und habe mich gefragt, warum eigentlich? Ich habe gar nicht so viel dazu zu erzählen.

Rachel: Oh, okay.

Manu: Ja, interessant. Aber ist so, wir reden heute über Zielgruppenarbeit.

Rachel: Genau.

Manu: Staubtrockene Angelegenheit.

Rachel: Ja, das ist jetzt unsere Perspektive drauf. Ich würde mal meinen, dass es einige Menschen gibt, die das anders sehen.

Manu: Kann man auch absolut anders sehen. Das ist eigentlich so die Vorstellung, die ich ganz lang hatte und mich aufgrund dessen da auch viel zu lange nicht damit auseinandergesetzt habe.

Rachel: Ich habe noch ein paar Einstiegsfragen mitgebracht, so ein bisschen, in das Thema reinzukommen, wo ich jetzt auch noch keine konkreten Antworten drauf habe, aber irgendwie dachte ich, vielleicht kommen wir so mal rein. 

Manu: Und unsere Perspektive auf das Thema Zielgruppenarbeit ist ja schon auch aus dieser, korrigiere mich wenn ich falsch liege, aus dieser Social Media Brille heraus. 

Rachel: Also im Sinne von Zielgruppe, die angesprochen werden will. Es geht jetzt nicht nur klassisches Produkte entwickeln auf eine Zielgruppe hin, oder? Oder besprechen wir es heute einander vorbei?

Manu: Nee, absolut.

Rachel: Okay, dann ist jetzt mal meine erste Frage zum Thema, ob du dich wohler fühlst, wenn du genau weißt, wer dir zuhört?

Manu: Nein.

Rachel: Wolltest du das ausführen oder so stehen lassen?

Manu: Also ich habe jetzt die Möglichkeit, auf die Frage zu antworten, indem ich total tief gehe oder…

Rachel: Schwimm mal weiter oben, vielleicht kommen wir nachher auf die tiefen Themen nochmal zurück.

Manu: Nein, ich möchte… Das ist eigentlich eine komische Frage. Also du meinst jetzt in Bezug auf den Podcast, ob ich wissen will, wer mir zuhört?

Rachel: Den Podcast klammern wir aus. Der Podcast, der findet jetzt auf so 1 Meta-Ebene statt, aber ich meine jetzt in deiner Kommunikation, ob das jetzt eben Webseite, Content, das Produkt an sich ist oder deine Dienstleistung, deine Arbeit, deine Selbstständigkeit. Was ja.

Manu: Ja, okay, dann habe ich es jetzt richtig verstanden. Ja, dann ist es schon wichtig, wer mir zuhört, weil ich will ja, dass mir Leute zuhören, die Interesse an meiner

Rachel: Arbeit haben. Aber fühlst du dich wohler, wenn du ganz genau weißt, wer da… Nein. Das war ja die Frage.

Manu: Das ist dafür nicht entscheidend. Nein. Nein. Also ich fühle mich weder unwohl, wenn ich genau weiß, wer mir zuhört, wie auch andersrum. Also das ist tatsächlich, das ist nichts, was in meinem Kopf irgendwie einen Platz einnimmt, der Gedanke.

Rachel: Dann vielleicht mal die andere Frage, inwiefern…

Manu: Achso, ich verstehe die Frage falsch.

Rachel: Nein, nein, nein. Nee, das ist ja, Das war jetzt keine Frage, die schon voll den tiefen Sinn hatte. Aber dann rudern wir vielleicht nochmal zurück. Was hast du denn schon in dem Bereich gemacht? Oder was sind deine Erfahrungen mit Zielgruppenarbeit?

Manu: Also meine Erfahrung mit Zielgruppenarbeit ist ehrlich gesagt, ich habe es einerseits total lang unterschätzt und vernachlässigt und dachte mir, brauche ich nicht, bin Künstler, 10 Gruppen Arbeit, mache ich mir keinen Kopf drüber. So, ich blase mein Zeug da raus in die Welt und schau, was passiert. Und Dann habe ich das natürlich auch versucht, oder wir ja auch zusammen, dass man das eingrenzt, zurecht ja auch, und irgendwie so genau guckt, wen möchte man ansprechen.

Rachel: Als du dann bei deiner Arbeit noch die Dienstleistungsgeschichte mit dem Sound mehr dazu genommen hast. Genau, genau, genau.

Manu: Also wo ich noch viel mehr Dienstleistungsangebot hatte. Und da war das dann aber eigentlich auch, das schwappte dann in das andere Extrem irgendwie rüber, dass das dann irgendwie sehr eng war, so dieses Zielfeld und dadurch irgendwie da gar keine Flexibilität war und dadurch halt auch keine wirkliche Zielgruppe entstanden ist. Also die war im Kopf da, die Zielgruppe, aber in der Realität nicht. Und ich glaube, das ist auch oft etwas, das ist glaube ich auch so fucking schwer bei Kultur- und Kreativbranche. Man kann noch so viel im Kopf die Vorstellung von 1 Zielgruppe haben, aber die kann sich dann in der Realität trotzdem drastisch davon unterscheiden. Das ist auch viel so ein trial and error Ding, finde ich. Und da hat mir zum Beispiel Social Media dann total geholfen, dass ich da dann festgestellt habe, durch das reelle Ausprobieren hat sich dann so eine lose Zielgruppe gebildet.

Rachel: Für den Content, für den Marketing jetzt.

Manu: Für den Content, den ich mache, für das Marketing, das ich mache. Das ist nicht klar abgrenzbar. Es kommen immer wieder Leute dazu und das finde ich auch schön, wo ich mir denke, hätte ich nie erwartet, dass sich das interessiert, was ich hier mache. Dass du echt einen Blick in diese Nische wirfst und dir denkst, ah, ist interessant. Das wäre so Ah, ist interessant. Ja, das wäre so meine Erfolg damit.

Rachel: Ich überlege gerade, ob… Vielleicht ist das schon eine Erkenntnis, die für die Folge später interessant ist. Weil ich habe ja in verschiedenen Bereichen auch schon gearbeitet und jetzt gerade auch wieder mehr in einem Verband, für den ich tätig bin. Und da ist auch, also Zielgruppenarbeit, sage ich mal, ist da nochmal eine andere, weil du da klare Segmente hast. Also Zielgruppen, die sich wirklich stark voneinander unterscheiden, die aber alle von uns angesprochen werden sollen, wollen. Der Verband für kulturelle Bildung, also auch Kultur im weitesten Sinne, der aber als eine Art Lobby und Nachverband natürlich eben nicht nur Kultur- und Kreativschaffende anspricht oder ansprechen will, sondern eben auch in die Verwaltung oder in die Politik hinein. Und du sprichst natürlich andere Themen aufs Tablett, wenn du mit Verwaltung und Politik sprichst, als wenn du eben mit den Akteuren redest. Oder auch andere Segmente dann auch noch, die sich unterscheiden, je nachdem, worum es jetzt konkret geht. Aber ich merke, dass das bei so einem Thema, das oder bei 1 Arbeit, 1 Dienstleistung, einem Service, wahrscheinlich bei einem Produkt nochmal viel stärker, das wirklich nicht nah an der eigenen Person dran ist. Es viel leichter ist, Zielgruppen zu abstrahieren und dann auch in mehreren Gruppen und Segmenten zu denken und zu arbeiten und dann eventuell eben auch zu sagen, okay, wir haben auch wirklich jemanden, der nur diese Kommunikation und Ansprache für eine Gruppe oder generell die Kommunikation übernimmt, weil dann wird es auch mal kleinteiliger. Aber wenn du halt eine Personenmarke bist, die erstmal das aufbaut und dann da den Fokus hat, dann eine gewisse Zielgruppe zu haben, das macht Sinn. Und es ist ja auch nicht verkehrt, ein grobes Bild davon zu haben, mit wem möchte ich eigentlich sprechen oder mit wem möchte ich zusammenarbeiten und so. Aber Ich glaube, dass man halt aufpassen muss, dass es einen dann nicht zu sehr einschränkt oder zu einem eigenen Korsett irgendwie wird. Ja. Oder dass man zu eng darin denkt. Aber das war jetzt gerade die Überlegung, dass je mehr ich das von mir abstrahieren kann, weg abstrahieren kann, desto spezifischer kann die Zielgruppe sein. Also wenn ich jetzt wirklich an ein Produkt denke, da kann ich das ja ganz anders vermarkten.

Manu: Ja, ja, und auch anders einordnen.

Rachel:

Als wenn es halt menschelt. Wenn es menschelt, dann kannst du halt nicht sagen, okay, ist das jetzt genau die junge Akademikerin zwischen 29 und 32. Also das ist ja diese klassische, eine Art der Ziehgruppenarbeit ist ja mit Avataren oder Persona zu arbeiten. Das kommt ja klassisch aus dem Marketingbereich. Und das finde ich ja auch so krass, das habe ich im Studium nochmal eine ganz andere Perspektive drauf bekommen, was für Institute oder Marktforschungsinstitute dahinter stecken, diese Zielgruppen zu segmentieren und zu verstehen und dir die Ergebnisse dann für richtig teuer Geld zu verkaufen. Also Sinusmilieu, Sinusstudie, vielleicht schon mal gehört oder andere, wo du dann irgendwie als Mensch, der was verkaufen willst, dir für richtig Asche irgendwie einmal erklären lässt, welche Segmente es gibt, wie Gruppen eingeteilt werden und so. Es ist schon super interessant für Sozialstudien, glaube ich. Oder, aber es ist, also

Manu: Ist schon auch ein bisschen aus meiner Perspektive, Gottes willen. Aber für mich ist es manchmal immer noch so ein bisschen absurd.

Rachel: Ich finde, man pendelt so zwischen, es gibt eine Orientierung und Halt und man bekommt irgendwie einen Sinn dafür, ein Bild dafür. Und ich sehe das ja auch bei anderen Solo-Selbstständigen, die in ihrer Community beispielsweise wirklich ihre Zielgruppe mit denen dann auch in Interaktion treten, wo dann auch irgendwie klar ist, jetzt geht es hier tatsächlich nicht nur Community, so von wegen cool, dass du da bist, hör mir einfach zu, sondern wenn du Zielgruppe für meine Dienstleistung, für mein Produkt ist, dann was wäre das und wäre das und das interessant für dich? Oder würdest du das und das Angebot kaufen? Was brauchst du von mir? Also da merke ich, dass mein Kopf gerade so ein bisschen unterscheidet zwischen Community und Zielgruppe. Community sind so alle, die den Space sharen wollen. Absolut. Gartenparty-Style. Und die Zielgruppe ist dann halt die, die du am Ende monetarisieren willst oder die sich auch monetarisieren lassen will. So, merk ich gerade, dass mein Kopf diese Unterscheidung macht.

Manu: Ja, also ich würde dir jetzt spontan zustimmen, kenne mich aber mit der ganzen Grundthematik nicht gut aus. 

Rachel: Das ist ja auch nur aus dem Bauch heraus irgendwie. Also ich habe das in meinem Studium und vorher in der Arbeit auch immer wieder irgendwie mit Zielgruppen gearbeitet und ich glaube auch, dass ich Menschen ganz gut darauf hinleiten kann, das für sich zu erarbeiten oder sich da mal strategisch von A bis Z Gedanken drum zu machen. Was will ich, was will ich nicht? Aber ich merke, dass es mir persönlich mit meiner Arbeit unglaublich schwerfällt, das runterzubrechen. Und vor allem, und da hatte ich letztes Jahr eine ganz gute Erfahrung mal mitgemacht, überraschenderweise, vor allem habe ich eine Schwierigkeit, Menschen oder eine Zielgruppe auszuklammern.

Manu: Mhm.

Rachel: Da hatte ich letztes Jahr… ich habe da schon ein paar Mal drüber gesprochen, aber ich werde sie jetzt auch nochmal verlinken, in den Shownotes, in der Podcast-Folge von Nora positioniert. Da haben wir letztendlich genau darüber oder auch darüber gesprochen in meiner Zielgruppe, dass ich eigentlich ein Problem damit hatte zu sagen, ich schränke mich ja schon total ein, wenn ich sage, ich will eigentlich nur in der Kultur- und Kreativwirtschaft arbeiten, weil ich halt gerne mit kreativen Menschen arbeite. Und hatte dann so eine Blockade, weil ich dachte, okay, das ist ja schon ein Bruchteil nur, das ist ja schon total runtergebrochen und relativ spitz. Und dann im nächsten Schritt zu sagen, okay, ich grenze das noch weiter ein, bestimmte Sparten bzw. Bestimmte Art von Gruppen, je nach Erfahrungsstand, halt nicht für den kompletten Neuling. Und ich weiß auch, dass ich eine Musikerin wahrscheinlich besser beraten und betreuen kann als eine Designerin, die ja auch alle Kultur- und Kreativwirtschaft sind. Aber halt, also Das war für mich letztes Jahr ein ganz großes Learning und deswegen finde ich es schön, dass es eine Podcast-Folge gibt, wo man das hören kann, wo ich es lerne. Dass man auch einfach sagen muss, mit wem will ich nicht arbeiten oder mit wem kann ich nicht so gut arbeiten. Und das würde mich jetzt bei dir interessieren, ob du diese Erfahrung auch schon gemacht hast.

Manu: Ja, also ich habe es noch nicht kontextualisiert im Sinne der Zielgruppenarbeit oder Zielgruppenanalyse, aber es ist etwas, was sich die letzten Wochen und Monate rauskristallisiert hat. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis, große Firmen anzusprechen mit meinem Angebot. Egal, ob ich sie aktiv anspreche oder sie irgendwie aufmerksam werden über meinen Content oder über mein Marketing.

Rachel: Was ist für dich große Firma?

Manu: So, jetzt, genau, jetzt grenze ich ein bisschen ein. Also beispielsweise, ich habe ja auch schon irgendwie Audio-Brandings für größere Firmen gemacht. Also 1 war sogar so eine Holding, die nochmal wiederum ganz viele Tochterfirmen hatte und so. Und das Ding ist, was mir aufgefallen ist, dass meine Arbeitsweise und mein Weg mit jemandem zusammen etwas zu erarbeiten, also zum Beispiel ein Audio Branding, was die Marke oder die Person halt darstellen soll oder bestmöglich verkörpern soll und die Vision, die dahinter steht, dass dieser Weg mit anderen Kreativen beispielsweise oder Creatoren, also mit Einzelpersonen, viel, viel besser funktioniert, als wenn das mit 1 Corporate ist. Das hat sich rausgestellt und dasselbe, dieselbe Erfahrung mache ich jetzt auch noch und das ist ein bisschen frischer noch, dieselbe Erfahrung mache ich jetzt auch noch im Game Dev Bereich. Dass ich merke, Ich kann mit kleinen Teams, mit kleinen Firmen, mit Indie-Entwicklern mega gut zusammenarbeiten. Es funktioniert richtig, richtig gut. Und es macht unglaublich Freude. Und es befeuert so auf beiden Seiten auch nach meiner Erfahrung so die Kreativität. Aber ich habe auch gemerkt, sobald irgendwie deine größere Firma da am anderen Ende ist, ist die, wie soll ich das sagen, ist die Bereitwilligkeit, den Kreativen von alleine zu lassen, einfach nicht mehr so groß. Und das ist etwas, was mich in meiner Arbeit durchaus einschränkt. Und das hat meine Zielgruppe schon verändert, mehr so auf eine passive Art und Weise, aber ich denke, ich werde das jetzt langfristig auch aktiv mal shapen dahingehend. 

Rachel: Das ist spannend, das ist eigentlich so ein Learning by doing, oder ein Prozess, das bei dir eigentlich entstanden ist.

Manu: Aber das kann ich als solches auch nur wahrnehmen, weil ich mit dir ganz viel schon diese Zielgruppenarbeit mal gemacht habe. Und dadurch kann ich das jetzt auch mehr wahrnehmen. Und dadurch kann ich jetzt auch mehr irgendwie sagen, okay, dann richte ich meinen Content vielleicht auch noch mehr dahingehend ausübe, obwohl eigentlich mein Content… 

Rachel: Ja, ja, aber eben ist vor allem, also das, was du jetzt ja gerade sagst, widerspricht ja gar nicht groß dem, was wir damals mal zusammen erarbeitet haben. Es ist eigentlich so eine Bestätigung dessen, dass auch noch andere Faktoren damit reingehen, als das, was wir uns in der Theorie erarbeitet haben. Und es ist halt so dieses schwarze Schafe, in Anführungsstrichen, also die, die jetzt nicht in deiner Wunsch-Zielgruppe sind, die sich da irgendwie mal rein mogeln und sich dann bestätigen, das ist eigentlich der andere Weg, der richtig ist. Aber total spannend, dass das darüber geht.

Manu: Wie ist jetzt, hast du nochmal über Zielgruppe nachgedacht seit deinem Gespräch mit Nora? Hat sich da für dich nochmal was geändert?

Rachel: Ja, also was ich, wo ich in der Umsetzung nochmal klarer geworden bin, ist glaube ich schon, dass ich in meiner Ansprache, in meinem Wording, wenn ich jetzt an meine Webseite oder Social Media oder so auch nochmal denke, da einfach auch mich traue, das klingt so groß, da nochmal ganz klarer von KünstlerInnen spreche, Also dass das letztendlich, also dieses kreativ schaffende Kultur- und Kreativwirtschaft, das wirklich nochmal stärker einzugrenzen und sagen, nee, das sind die Künstlerinnen tatsächlich, KünstlerInnen, mit denen ich arbeiten möchte. Oder ja, arbeite. Und es ist tatsächlich, Es gibt eine Gruppe, die ich in der Podcast-Episode mit Nora, die ich angestriffen habe, da in der Überlegung, als ich laut nachgedacht habe, mache ich ja gerne, deswegen habe ich ja einen Podcast. Und was ich dann danach aber gar nicht mehr weiter nachverfolgt habe, also die so ein bisschen bei mir durchs Raster gefallen sind und die ich jetzt in der langfristigen Planung, sowas will ich eigentlich sonst noch alles in meinem Leben oder mit meiner Arbeit erreichen, gerade wieder anfangen, so ein bisschen mit rein zu denken. Das klingt jetzt total kryptisch, werde ich vielleicht auch noch mal bezahlt, das zu teilen, aber ich merke, dass ich jemand bin, der eine gewisse Zielgruppe vielleicht eher so rumtänzelt, so ein Auge drauf wirft. Also wenn es wirklich an diesem, mit Strategie sich ans Reißbrett setzen und sagen, hier, mit wem will ich denn eigentlich arbeiten, was will ich machen, was sind meine Angebote, Dienstleistungen, Branchesparte, kleineren wirklich runterzugehen und zu sagen, einfach mir eine Klarheit zu geben, was will ich eigentlich. Und dann eben, Und für mich ist dann wirklich klassisch die Webseite was, wo man das einfach kommuniziert. Weil ich glaube, dass ich, und deswegen habe ich auch die Entscheidung getroffen, ich weiß nicht wer es mitbekommen hat auf Social Media, dass ich für meine selbstständige Arbeit, für meinen Workshop- und Beratungsbusiness jetzt tatsächlich meinen Instagram-Kanal so ein bisschen eingefroren habe, in Anführungsstrichen. Also ich habe so ein 9-Grid-Profil erstellt, also die neuen wichtigsten Themenbeiträge, das ist jetzt einfach safe und fix und die können da jetzt eine Weile stehen. Sonst verwende ich jetzt nicht mehr viel Hirnschmalz auf stetigem Content für dieses Profil. Weil da, und das schließt sich ja kreiszzudem, was ich vorhin gesagt habe, mit diesem, das ist so eine abstrakte, Also wenn es so eine Dienstleistung ist, dann habe ich das Gefühl, muss ich sehr spitz in meiner Zielgruppe sein, so in meiner Ansprache darauf. Ich merke aber, das macht mir keinen Spaß. Das ist mein Problem. Dass ich anfange dann, mir da so ein bisschen in so eine Selbstzensur reinzugehen und zu viel überlege, was wollen die jetzt hören oder sehen und was wollen die von mir. Während ich aber eigentlich gerade in meiner Kommunikation, in meinem Ausdruck, in meinem Social Media, es runterzubrechen, total mich danach sehne, das alles auszuklammern, zu sagen, was will ich denn erzählen, was will ich denn machen, was will ich zeigen.

Manu: Siehst du, steht in meinen Notizen, Angebot größer als Zielgruppe.

Rachel: Ja, Angebot oder halt wirklich die Nachricht, was ist die Message, was will ich eigentlich zeigen. Deswegen war ich sehr klug, habe ich vor einem Jahr schon das aufgebrochen und gesagt, es gibt auf Instagram beispielsweise mein persönliches Profil und es gibt mein Arbeitsprofil und jetzt habe ich das wirklich auch noch mal getrennt und auf meinem Profil kann ich dann quasi die in Anführungsstrichen Zielgruppenansprache machen oder die Ansprache machen, die sich eben nicht an Zielgruppen richtet und was ist jetzt euer Problem, das ich löse, weil…

Manu: Was ist euer Scheißproblem?

Rachel: Was ist euer Scheißproblem? Sondern Ich bin ich, ich zeige Dinge, die mir wichtig sind und da komme ich weg von diesem Zielgruppendenken, Zielgruppenarbeit hin zu, in der Vorbereitung habe ich das schöne Wort Relevanzthemen gelesen und benutzt, dass man einfach wirklich mit Themen arbeitet, die für mich persönlich relevant sind, auf verschiedenen Ebenen. Und ich schaue einfach mal, wo andere da mit mir resonieren und sagen, yo, geht mir also so dieses einfach mal senden und gucken, wer hängen bleibt. Und das ist dann meine Community und im besten Fall sind da ein paar Leute dabei, die ich als Zielgruppe monetarisiere. Ja.

Manu: Aber da habe ich auch echt gemerkt, da hat mir das Content machen, selber Content machen, echt den Spaß gegeben, mich mit Zielgruppe in Anführungsstrichen auseinanderzusetzen. Ja, absolut. Und ich glaube, genauso funktioniert es auch.

Rachel: Also eigentlich mit Community über Themen, Dinge, Projekte, die dir wichtig sind.

Manu: Und ich glaube, weder Angst haben davor, mit irgendwas zu breit zu sein, zu breitbandig oder zu sehr Nische. Also ich glaube, beides muss erlaubt sein, beides muss man ausprobieren können. Also ich habe einfach festgestellt, ich dachte, wo ich mit meinem Sounddesign und Musikcontent angefangen habe, dass das total breitbandig ist, was ich da mache. Und jetzt habe ich eigentlich herausgefunden, seit den 2 Jahren, das ist so nischig, was ich mache.

Rachel Ich bin mir auch sicher, dass sich das bei dir noch weiterentwickeln wird und dass deine Nische sich in Bereichen noch stärker herauskristallisieren wird, die dir jetzt im Moment noch gar nicht kommen. Ja, ja, absolut. Nach Kategorien, die nicht augenscheinlich sind, aber die halt irgendwie in die Richtung gehen. Und ich glaube, also dieses so ein Zielgruppenarbeit ist, ich will sie nicht verteufeln, sie kann ein guter Anhaltspunkt sein und ist ein guter erster Schritt. Und auch wichtig, in bestimmten Bereichen vielleicht auch über eigene Dinge drüber zu stolpern. Sprich, also eben jemand wie Nora, die ja ganz viel Mit Zielgruppenarbeit macht und da einem das eine oder andere, das wollte ich schon wieder irgendwie falsch reden, wenn du einen Zahn ziehen kannst. Das ist richtig. Ich wollte Haar ziehen. Und Haar zupfen, wollte ich sagen. Ganz komisch. Nein.

Manu: Was hast du neulich zu mir gesagt? Du wolltest sagen, du bist ein toller Hecht.

Rachel: Ja, Ich wollte dich aufmuntern. Ich wollte sagen, Manu, du bist so ein toller Hecht.

Manu: Und was hast du gesagt?

Rachel: Du bist ein guter Hering. Und seitdem ist das unser geflügeltes Wort. Manu, du bist ein richtig guter Hering. 

Manu: Vor allem auch, dass du beide Wörter ersetzt hast. Das finde ich so stark daran. Ein guter Hering. Aber ein guter Hering ist so, ist so, ist unter einem tollen Hecht, finde ich. Nee. Nee?

Rachel: Nee, also Wenn es gleichbedeutend ist, gleichzusetzen. Guter Hering und toller Hecht. Es ist ja so ein Substitut gewesen, ein gleichwertiger Austausch. Das heißt, wenn ein guter Hering schon so toll ist wie ein toller Hecht, dann will ich gar nicht wissen, was ein toller Hering ist.

Manu:  Ein überdurchschnittlich guter Hering.

Rachel: Wo war ich? Achso, genau, Nora. Die zupft einem nicht die Haare, sondern zieht einem die Zähne. Fuck.

Manu:

Aber nicht vom Beruf

Rachel: Nee, aber den einen Zahn zieht sie einem. So.

Manu: Ja, so. Große Verwirrung. 

Rachel: Ich bin jetzt aufgeregt. Also da, wo man eigene Blockaden hat oder Denkmuster, die einem in dieser Zielgruppenarbeit irgendwie einschränken.

Manu: Ja. Und das ist absolut sinnvoll. 

Rachel: Und es macht Sinn, sich damit mal bewusst und strategisch damit auseinanderzusetzen, aber es soll einen nicht einengen.

Manu: Ja, und im besten Fall setzt man sich mit jemandem damit auseinander, der sich richtig oder die sich richtig gut damit auskennt, wie Nora. Ja. Ja. Ja.

Rachel: Nora ist auch ein richtig guter Hering. Falls du diese Folge mal hörst, Nora, Entschuldigung, aber Du bist ein toller Hering.

Manu: Aber du hast es auch ernst gemeint. Nora ist ein guter Hering. 

Rachel: Was soll ich denn jetzt sagen noch? Also ich bin durch. Ich will noch eine Sache sagen, aber nichts mehr zur Zielgruppe. Willst du noch was zur Zielgruppe sagen?

Manu: Let’s go.

Rachel: Es ist nicht nur wichtig, es nochmal kurz zusammenzufassen, nicht nur wichtig herauszufinden, mit wem man arbeiten will, wer die Zielgruppe ist, wen man ansprechen möchte, sondern eben auch, mit wem man nicht arbeiten will. Und vor allem und oft, also wenn man mal ganz ehrlich ist, ist es ja nicht so, dass ich mir denke, oh, deine Nase gefällt mir nicht oder deine Haare, deswegen arbeite ich nicht mit dir oder deinem Namen oder deinem Alter, sondern es geht ja dabei immer, und da kommen wir auf das, was du vorhin auch schon angesprochen hast, es geht ja gewisse Werte oder eine Haltung, die dahinter steckt. Also wenn du jetzt sagst, du hast nicht mehr so viel Bock, mit großen Konzernen zusammenzuarbeiten und es daran liegt, dass du das Gefühl hast, dass die dich nicht so leicht von der Leine lassen oder einfach mal machen lassen oder dir nicht vertrauen, so dass du einfach dein Zeug machen kannst, dann geht es ja nicht in erster Linie darum, dass es ein Konzern ist und wir wollen kapitalistische Strukturen zerschlagen. Das auch, aber in erster Linie geht es darum, welche Werte und Haltungen stehen. Sich da eben zu überlegen, nicht nur Zielgruppe, sondern was sind auch meine to do, to work with und not to work with Kategorien. Absolut.

Manu: Und ich glaube, ich würde jetzt einfach mal behaupten, zumindest in meinem Beruf, ist das Beste, was man da machen kann, Authentizität zu zelebrieren, weil Das ist, glaube ich, ein sehr, sehr guter Mechanismus, eine Zielgruppe zu filtern, schon von vornherein.

Rachel: Die Menschen mit dem eigenen Cringe schon abzuschrecken.

Manu: Oder anzulocken.

Rachel: Oder anzulocken.

Manu: Ja, richtig. Genau. So, und jetzt wollte ich noch ganz kurz sagen, weil ich gesagt habe, ich möchte nicht mehr mit großen Firmen im Game Dev Bereich arbeiten. EA, falls ihr zuhört, ihr könnt mich trotzdem anfragen, ist kein Problem.

Rachel: Nur die?

Manu: Ne, hier, Dings.

Rachel: Welche Firma denn nicht, Manu? Welche Firma nicht?

Manu: Äh, äh, Blizzard braucht mich nicht anzufragen.

Rachel: Okay.

Manu: Nee, Blizzard braucht mich echt nicht anzufragen.

Rachel: Gut, alle anderen dürfen zumindest mal fragen. Ja. Alles Weitere wird im persönlichen Gespräch erklärt.

Manu: Aber bitte immer, ne, Bewerbungsunterlagen mitschicken und ein bisschen Portfolio. Ja, ja.

Rachel: Was für eine aufregende Folge.

Manu: Ja, ich merke es schon gar nicht mehr, ich bin die ganze Zeit aufgeregt gerade.

Rachel: Du hast Level einfach.

Manu: Ich hab Level. Ich hab echt Level.

Rachel: Was ist los mit meinem Sprachzentrum?

Manu: Ich hab wirklich Level. Aber ich bin ein guter Hering und ich gehe da durch. 

Rachel: Ja, du bist ein ganz guter Hering.

Manu: Ich werde da als überdurchschnittlich guter Hering heraus hervorgehen. Aus diesem Prozess der nächsten 2 Wochen. Ich bin mir sicher.

Rachel: Ja, ich bin gespannt. Oh mein Gott, Manu!

Manu: Ja. So, jetzt, genau, ich werde jetzt auch ein bisschen rührselig, merke ich. Wir machen jetzt 2 Wochen Pause.

Rachel: Das erste Mal geplante Podcast-Pause. Das erste Mal. Nach 72 Folgen.

Manu: Und das bei Folge 73.

Rachel: Nein.

Manu: Achso, 72. Ich habe nur geguckt, ob du noch aufpasst.

Rachel: Ich habe ja gerade 72 gesagt.

Manu: Ja, stimmt.

Rachel: Hast du aufgepasst? Nein. Für diesen Montagnachmittag?

Manu: Nein.

Rachel: Okay, sehr schön. Wir, ihr da draußen, erstmal jetzt kommt mal ein bisschen näher ran. Bevor wir uns in diese Pause verabschieden, nochmal ein ganz großes Dankeschön an jeden und jede Einzelne, die sich immer mal wieder oder Woche für Woche oder einmal, alle auf einmal hinsetzt und sich Zeit nimmt, diesen Podcast zu hören. Vielen Dank. Ihr seid unsere Zielgruppe. Euch finden wir richtig gut. Ihr seid alle gute Heringe. Ihr seid die beste Zielgruppe überhaupt.

Manu: Egal, wer ihr seid. Dankeschön.

Rachel: Ich glaube, ich komme nicht an die guten Heringe heran. Dankeschön an dieser Stelle. Wir wünschen euch einen schönen Rest August, genießt den Sommer und Wir hören und sehen uns Anfang September wieder.

Manu: Anfang September. Schöne Zeit.

Rachel: Haltet die Ohren steif und die Augen offen.

Manu: Ich freue mich jedes Mal, wenn du ansetzt, ein Sprichwort auszusprechen, weil ich mir denke, vielleicht…

Rachel: Ich krieg langsam Panik, aber ich bin auf Level langsam. Oh nein.

Manu: Alles klar.

Rachel: Okay. Gut, dann … Dir eine schöne Zeit ab der Gamescom, Manu.

Manu: Ja, danke. Dir auch eine schöne Zeit unterwegs.

Rachel: Tschüssi. Tschüssi.

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