#077 – „Ich hab mehr Ideen als Kapazitäten“ – Kreatives Chaos und Priorisierung

Wahrscheinlich kennt jede*r Selbständige*r dieses Dilemma. Und gerade weil man in der Eigenverantwortung alle Freiheiten hat (zumindest in der Theorie) fällt es manchmal besonders schwer, sich für die "richtige" Idee zu entscheiden. Und "richtig" kann hier wirklich alles bedeuten. Wir sprechen über Ideen-Sammlungen, Marktplätze und Botanische Gärten, Dokumentation, Bullshit-Methoden und bleiben an einer Frage hängen: Kann ich akzeptieren, dass ich nicht alles machen werde? (Habt ihr ne Antwort?)

Transkript

Rachel: Check. Check.

Manu: Check. Test, Test. 1, 2. Aha.

Rachel: Aha, aha. Ja.

Manu: Aha, aha. Jetzt merke ich, dass es wieder zu laut ist. Warum?

Rachel: Letztes Mal hatten wir Probleme mit zu leise.

Manu: Ja, es ist wie verhext.

Rachel: Hätten wir nur jemanden, der sich mit Soundtechnik auskennt.

Manu: Ja, das wäre super, wenn wir da jemanden damit beauftragen könnten, der das macht.

Rachel: Wenn ihr jemanden kennt, der jemanden kennt, dann behaltet es für euch, denn wir haben den Profi hier in unserer Mitte sitzen.

Manu: Ja merkt man ja auch. Aber ist ja auch so ein bisschen, ne, also man muss ja auch in der Öffentlichkeit zeigen, wie die Arbeit aussieht.

Rachel: Mal ein Blick hinter die Kulissen.

Manu:

Mal ein Blick, ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen.

Rachel: Ein ehrlicher Blick auf Soundboard.

Manu: Ein ehrlicher Blick auf Soundboard in die DRW rein geblickt. Ne? Hi! Hi! Zuallererst. Oh. Zunächst. Hi! Zuallererst, zunächst. Wir haben das ja gestern für uns schon irgendwie ein bisschen zelebriert, aber ich finde es wichtig, das hier auch nochmal zu nennen, weil es war ja mit ein Grund, weswegen wir diese Podcast-Aktion ins Leben gerufen haben.

Rachel: Der Podcast an sich.

Manu: Der Podcast an sich.

Rachel: Ja, es ist reingewachsen.

Manu: Es ist miteinander verwoben. Es war jedenfalls ein neues Triebmittel, sage ich mal, diesen Podcast. Die Hefe. Die Hefe. Also unser Umzug nach Leipzig war die Hefe für den Podcast-Teig, den wir angerührt haben letztes Jahr. Ja. So. Und wir uns inzwischen übrigens bei Folge 77 befinden.

Rachel: Das auch.

Manu: Hilarious.

Rachel: Crazy. Witzig auch.

Manu: Witzig. Wir sind jetzt, wir sind gestern vor einem Jahr aus unserer Wohnung in München ausgezogen und haben uns auf die Reise begeben, auf das Abenteuer begeben. Also das haben wir natürlich davor auch schon mit dem ganzen Akt des Ausziehens aus dieser Wohnung. Aber gestern vor einem Jahr waren wir fix und alle und haben den Ort verlassen, an dem wir davor 3 Jahre, 4 Jahre gewohnt haben.

Rachel: 4, ja.

Manu: Ja, genau. Und dann einfach mit Unterbrechung, mit Zwischenstopp in Niederbayern dann nach Leipzig gezogen sind. Das ist jetzt genau ein Jahr her.

Rachel: Das war so interessant, dass du das, also es ist uns gestern wirklich eingefallen. Es war so, krass, heute ist der so und so viel. Und ich hatte in den ganzen letzten 2 Wochen immer wieder das Gefühl so, hey, 28. 29. September, irgendwas war doch da, irgendwas, was wir nicht vergessen sollten, wollten, wie auch immer. Bis mir dann gestern eingefallen ist, ja, 28. September ist wichtig, aber nicht 25, sondern 2024, das war der Übergabetermin unserer Wohnung. Und es ist crazy. Es war gestern echt so, wir saßen dann hier, wir waren spontan super lang spazieren, war gar nicht geplant, wir waren einen kleinen Ausflug gemacht und nochmal ganz neue Ecken in Leipzig gesehen, das vor allem. Und dann saßen wir hier auf unserem Sofa, das immer noch ganz neu ist für uns, in unserer Wohnung, in der wir jetzt auch ziemlich genau seit einem halben Jahr sind. Und wir waren so ja crazy. Vor einem Jahr standen wir wirklich da und hatten keinen Plan. Also wir hatten einen Plan, aber wir hatten nichts sicher. Wir hatten nichts irgendwie in Stein gemeißelt. So und so läuft das jetzt.

Manu: Vor allem auch kein Zuhause mehr.

Rachel: Ja genau, wir hatten diese Zwischenunterkunft quasi, aber da war ja auch noch gar nicht klar, wie lange sind wir da jetzt eigentlich? Wie genau sieht das dann aus und so? Und jetzt ein Jahr später sind wir hier und das ist krass, was alles passiert ist. Das war gestern echt nochmal ein schöner Reminder, was wir alles geschafft haben. Herzlichen Glückwunsch!

Manu: Ja, herzlichen Glückwunsch dir auch. 

Rachel: Ich bin stolz auf uns.

Manu: Genau, wollte ich aber nochmal hier im Podcast erwähnen, weil es ja doch auch irgendwie mit unserem Podcast zusammen hängt.

Rachel: Ja, weil ihr das ja ziemlich hautnah alle miterleben konntet, durftet, musstet.

Manu: Ja. Und dann haben wir auch gestern noch kurz darüber gesprochen, was das mit uns gemacht hat. So dieses Abenteuer, dieses Jahr.

Rachel: Hat das nochmal nachgearbeitet in dir?

Manu: Das hat voll nachgearbeitet in mir, ja. Also vor allem, weil ich mich versucht habe an den Menschen zu erinnern, der ich da war vor genau einem Jahr. Und ich finde, ich finde es erstaunlich, also die Beobachtung, die ich wirklich gemacht habe, aber das habe ich ja gestern auch schon zu dir gesagt, es ist krass, wie viel mutiger wir geworden sind. Also auch so, jetzt so wie wir unser Leben führen. Also es ist irgendwie ein anderer Mut da und ein anderes Grundvertrauen. Auch wenn’s immer wieder auch mal ein Struggle ist mit der Arbeit, ähm, damit eben in 1 neuen Stadt, immer noch neuen Stadt zu sein und sich irgendwie neuen Herausforderungen auch zu stellen. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, wir sind viel, viel mutiger geworden. Ja. So, wir waren damals wirklich, wir sind aus dieser Wohnung raus und waren eigentlich, hatten so eine Phase hinter uns, wo wir uns so eingeigelt haben. Mhm. Und irgendwie das Das hat dieser Umzug nach Leipzig echt verändert, dass wir so einen anderen Grundmut haben, irgendwie Sachen zu verändern, Sachen auszuprobieren, spontan zu sein. Und so sind wir unfucking fassbar spontan für unsere Verhältnisse geworden.

Rachel: Wie dieser Spaziergang gestern.

Manu: Ja, der da völlig eskaliert ist. Weil wir neue Sachen entdecken wollten.

Rachel: Ja, ich glaube auch, wir sagen mehr Ja.

Manu: Beweis Stück A.

Rachel: Beweis Stück A. Und ja, dieses Rausschälen aus diesem Kokon, das ist so ein bisschen, wenn wir bei der Naturmetapher bleiben, auch.

Manu: Beweglicher werden, irgendwie.

Rachel: Ja, und das ist, lohnt sich, ist so weird, aber es ist, man ist ja so oft einfach im eigenen Alltag, im eigenen Kopf drinne, dass man oft diese Vergleichspunkte braucht, so jetzt ist es ein Jahr her, sich zu erinnern eben, was, an welchem Punkt stand man denn vor einem Jahr oder vor einem Monat oder vor 5 Jahren oder so. Und das war dann irgendwie echt eine schöne Überraschung, weil es uns so überkommen ist, diese Erinnerung von einem Jahr. Und es war echt zart. Und wir haben letztes Jahr in den Podcast-Folgen gejammert und gemeckert, aber ich glaube, es war trotzdem immer noch nur ein Bruchteil davon, wie scheiße es wirklich war. Nein, ganz so krass ist es nicht. Wir sind ja schon ehrlich. Scheiße ist ein Blödsinn.

Manu: Es war eine krasse Herausforderung.

Rachel: Wir haben versucht nicht ganz so viel immer nur zu meckern. Aber es war… Und Es sind Phasen, es sind Wellen. Es ist ja noch nicht so, dass wir jetzt in den letzten 12 Monaten nur steil bergauf in eine Richtung. Nee, nee. Da werden wir dann nächstes Jahr drüber reden. Genau. Aber ja, das war gestern ein schöner Moment, der Reminiszenz, da nochmal zurück zu gucken und zu sagen, ja krass, cool.

Manu: Und ich möchte noch ergänzen, weil du das gerade gesagt hast, dass da auch viel Negatives war, oder was sich zumindest auch in den Momenten sehr negativ angefühlt hat, aber trotzdem hat es uns auch in den Bereichen in Bewegung gebracht.

Rachel: Ja, voll.

Manu: Wir haben angefangen, irgendwie uns viel mehr mit, oder ich zumindest, ich rede jetzt mal nur von mir, mich mit meinen negativen Gefühlen auseinanderzusetzen, mich damit zu beschäftigen, nach Lösungswegen zu schauen, so Strukturen auszuprobieren, Sachen generell auszuprobieren, wie kann ich mein Leben einfach verbessern. Und ich finde, da sind wir auch total in Bewegung gekommen. Und auch in unserer Kommunikation miteinander darüber. Und ich finde auch da, auch in diesem negativen Bereich gab es eine positive Entwicklung.

Rachel: Ja, das natürlich. Und es ist auch So ein schönes Bild, dass wir ja auch, ich habe am Samstag im Wohnzimmer ein paar Kisten ausgepackt, unser Regal zu füllen, jetzt wieder mit den Dingen, die wir dann doch noch haben. Und es ist das eingetreten, was wir schon prophezeit haben in den letzten 12 Monaten tatsächlich, dieses Wenn dann mal die Kisten ausgepackt werden zu sehen, okay, da ist immer noch einiges dabei, was wir nicht hätten mitnehmen müssen.

Manu: Überhaupt nicht.

Rachel: Und ich glaube, genauso passiert das jetzt auch im Inneren immer mehr, immer weiter. So dieses jetzt hier auch noch mal anders anzukommen, jetzt auch noch mal in Kisten reinzugucken und die auszupacken und zu sagen, okay, das behalten wir, das stellen wir da hin, das kriegt einen guten Platz, das kann da bleiben, aber muss nicht immer im Vordergrund stehen oder irgendwie darf man auch verstecken oder muss man sich nicht jeden Tag mit auseinander setzen. Und dann gibt es Dinge in diesen Kisten, wo man jetzt eben ja später drauf guckt. Als Leipzig Manu und Leipzig Rachel mit all diesen Erfahrungen, die wir in den letzten 12 Monaten gemacht haben und denkt sich, jo, brauch ich gar nicht mehr.

Manu: Ne. Ne.

Rachel: Ist gar nicht mehr, passt gar nicht mehr zu mir oder das habe ich aus Ängsten oder Gefühlen oder ich kann mich doch nicht trennen oder könnte ich ja vielleicht noch gebrauchen, behalten, obwohl man es nicht braucht.

Manu: Ja, obwohl man es hinter sich lassen kann. Ja, absolut.

Rachel: Genau.

Manu: Ja, das war mir noch irgendwie wichtig, da nochmal kurz drüber zu sprechen.

Rachel: Ja, sehr schön.

Manu: So, wir haben ein Thema.

Rachel: Wir haben ein Thema für diese Folge 77 mitgenommen. Wir schnapseln schon wieder.

Manu: Und zwar, ich habe mehr Ideen als Kapazitäten. Ja. Was ist dein Gefühl dazu?

Rachel: Immer.

Manu: Immer. Aber Das war in der Vorbereitung auch mal. Ich dachte mir so, ja, obviously.

Rachel: Also, hä? Also, deswegen ist man ja auch irgendwo selbstständig wahrscheinlich, weil man diese Freiheiten denkt, man hätte dann die Freiheiten, mal all die Ideen umzusetzen oder vielleicht mehr Ideen umzusetzen.

Manu: Da-dum, Trugschluss!

Rachel: Guess what? Ne, es war…

Manu: Da wurde man klassisch von der Selbstständigkeit gegaslighted.

Rachel: Man hat sich mal wieder selbst gegaslighted. Ich hatte in der Vorbereitung viele verschiedene Gedanken und Gefühle und habe versucht auf der einen Seite das natürlich auch so ein bisschen jetzt auch pragmatisch anzugehen und auch irgendwas mitzubringen, dass man das auch an die Hand geben kann, so in der Theorie. Und auf der anderen Seite bin ich aber auch auf so Gedanken gekommen, die so ein bisschen unbequem waren. Die so ein bisschen, oh, weiß ich nicht. Da bin ich erstmal gespannt, wie das Gespräch läuft.

Manu: Same. Das ist interessant, ja.

Rachel: Okay. Genau. Ja. Schieß los.

Manu: Nein, schieß du los.

Rachel: Nein, womit wollen wir anfangen? Wollen wir einfach nochmal ran tasten? Sollen wir ein bisschen trockener reinsteigen ins Thema?

Manu: Naja, also wir können es ja mal von hinten aufräumen. Wir können ja wirklich mal so allgemeiner darüber reden. Also wirklich mal so zu diesen Standard-Tipps. Ich habe mich viel mit so diesen Standard-Sachen, Methoden und so auseinandergesetzt. Also vielleicht nähern wir uns darüber mal an, an das Thema und dann sagen wir mal jeweils so wie das bei uns aber eigentlich in der Realität aussieht.

Rachel: Ja, finde ich gut, weil ich habe auch so ein paar Methoden mitgebracht, über die wir reden könnten, wo wir auch kurz einfach ein Feedback geben. So, yo, ausprobiert, ist Mist. Oder nicht ausprobiert, aber klingt auch schon wie Mist. Also, Wenn man sich das mal anguckt.

Manu: Okay.

Rachel: Was hast du?

Manu: Also ich möchte jetzt erstmal noch einen Disclaimer vorweg schießen für vielleicht gegebenenfalls Selbstständige, die uns zuhören und bei denen jetzt auch gerade so ein bisschen sich so der Hals zuschnürt, wenn man so darüber nachdenkt, oh mein Gott, ich habe ja so viel, was ich da noch in meinem Pile of Shame an Ideen habe, womit ich mich aber einfach nicht auseinandersetze, weil die Zeit fehlt, weil das Geld fehlt oder whatever. Man ist damit nicht allein. Ich glaube, das ist ein wichtiger Disclaimer vorweg, dass damit ist man definitiv nicht allein. Also wir haben, glaube ich, in der Selbstständigkeit alle immer die ganze Zeit Ideen, die aber dann irgendwo auf 1 Notiz, in der Notiz-App oder in einem Notizbuch irgendwo verschwinden dann auch wieder. Das wollte ich nur sagen. So. Ich hab hier stehen, weil das ja so ein beliebter Tipp ist dann bei sowas und ich das ja auch schon mal gepredigt habe mit meiner, mit meinen Musikskizzen und so, dass man sich ein Ideenarchiv anlegt. Und da habe ich aber geschrieben Ideenarchiv versus Kill your Darlings. Und das Ding ist nämlich mit dem Ideenarchiv, das habe ich jetzt auch gemerkt, nachdem ich das jetzt wieder eine Weile gemacht habe, das übt auch totalen Druck aus. Weil dann sammeln sich da diese Ideen und dann ist ja trotzdem so dieses kleine Teufelchen im Kopf, was dann sagt, ja, aber da sind ja jetzt mega viele Ideen langsam. Also da musst du ja jetzt mal was damit machen. Du kannst sie ja jetzt nicht da rumliegen lassen. Also hallo. Das ist ja, also hä? Das musst du ja jetzt auch mal umsetzen. Und da bin ich dann schon wieder manchmal an dem Punkt, Und das ist etwas, was mir so Auftragsmusik machen auch gelehrt hat. Wenn ich irgendwie für, keine Ahnung, als ich noch an Filmmusik mitgearbeitet habe, wenn es darum ging, irgendwie man erarbeitet so eine voll gute Skizze, von der man selber total überzeugt ist und dann sagt ein Entscheidungsträger, nee, gar nicht. Und das ist natürlich erstmal voll niederschmetternd. Und da habe ich gelernt, so dieses Kill your Darlings Ding, dass man sich nicht zu sehr mit Ideen, die man selber hat, emotional verknüpft, weil es manchmal muss man die Sachen dann auch pragmatisch gehen lassen können. Und ich glaube, das ist auch etwas, wenn man Ideenarchiv anlegt, das ist schon schön und gut, aber auch da muss man, glaube ich, ein gesundes Verhältnis dazu finden, dass man dann Sachen auch manchmal einfach nur anlegt, sie mal angelegt zu haben oder aufgeschrieben zu haben, sie dann vielleicht auch nie wieder anzurühren. So ehrlich muss man dann auch sein mit sich selbst, glaub ich.

Rachel: Genau, das sind ja diese verschiedenen Themen jetzt, die wir da anreißen und die auch im folgenden Titel, sag ich jetzt mal, auch schon anklingen. Dass man Ideen sammelt auf der einen Seite und auf der anderen Seite ist ja eben dieses ganz große Thema Priorisierung. Ja. Und das ist ja, da ist ja dieses Kill your Darlings eine Methode oder eine Möglichkeit. Ich bin in meine Sammlung auch draufgegangen. Ich überlege gerade, ob ich, ich habe es aber tatsächlich dazu geschrieben, aber ich hatte es in meinem Kopf. Kill your darlings, ich hasse es. Ich finde, ich hasse es einfach. Ich finde das dumm. Ich verstehe, ich kann es logisch nachvollziehen. Ich glaube, es kommt auch darauf an, welche Art von Idee, worum es jetzt irgendwie geht. Ist es ein künstlerisches Projekt, ist es ein Passion Project, ist es eine strategische Entwicklung in der Selbstständigkeit oder wie auch immer. Aber ich, ähm, nee, da läuft’s mir kalt den Rücken runter. Ich find das doof. Ich will mich dagegen wehren. Ich weiß auch nicht, ob mir das Wording, ob da einfach so ich dieses auf die 12 und da geht es auch darum, sowas dann auch überspitzt darzustellen. Aber ich würde da echt nur bedingt zu sagen, ja, natürlich muss man sich Es ist eine individuelle Geschichte, aber ich find dieses Kill your darlings Es gibt ja einen Grund, warum manche Ideen, ob das jetzt Skizzen in einem Und dann ist es vielleicht für den Auftrag nicht das Richtige. Und da muss man sein Ego nach hinten schieben und sagen, ja okay, da mache ich halt jetzt das, was der Auftraggeber denkt. Es ist das, was er will. Manchmal kommt man da auch nicht drum rum, dann ist das andere Ego größer und das muss halt dann gestillt werden. Befriedigt werden, so rum werden Egos gestillt. Nur die Babys, naja, ein anderes Bild. Es gibt ja einen Grund, warum es dein Darling ist und warum da vielleicht eine extra Portion Herzblut mit drin steckt. Und deswegen will ich das nicht killen. Ich kann es auf den Backburner stellen oder ich kann sagen, jo, nicht jetzt, okay, aber ich möchte mich von diesem endgültigen Killen verabschieden.

Manu: Interessant. Da haben wir unterschiedlichen Blick drauf.

Rachel: Ja, ist ja auch vollkommen legitim und wie gesagt, es kommt auf den Kontext der Idee an, worum es jetzt letztendlich geht, aber da kommen wir auch glaube ich dann später im Verlauf der Folge dann auch nochmal drauf zu sprechen. Es ist für mich oder für meinen Hirn keine Methode, zu priorisieren.

Manu: Okay. Dann habe ich was, wenn ich das nennen darf, dann habe ich vielleicht noch einen Streitpunkt. Sicherheit. Und zwar Priorisierung versus Leidenschaft. Und da muss ich sagen, ich hasse Priorisierung. Ich mache es, ich tue es, aber es ist eigentlich etwas, was mir total widerspricht, weil in dem Moment, wo ich etwas mache, was meine Leidenschaft weckt, und ich aber dann merke, dass es aber eigentlich in der Prio gerade ganz hinten Weißt du, ich mach irgendwie, ich schreib einen Song, aber ich müsste eigentlich Akquise machen. Als Beispiel. Mhm. Und ich hab aber grade Der Funke ist grade da. Mhm. Aber ich muss dann trotzdem in dem Moment mich in der Priorisierung für einen anderen Task entscheiden. Weißt du, was ich meine?

Rachel: Ja, das ist dann aber, das ist halt dann dieses, Entschuldigung, das ist ja dann einfach, dass du nicht aber 2 Ideen gegeneinander hast, sondern Das eine ist halt ein Must-Do, ein To-Do, das halt in 1 gewissen Weise genau, jetzt halt eine Priorität hat, weil man sich aus logischen, rationalen Gründen sagen kann, ja, das und das muss halt Das spielt ein bisschen in diese One-Thing-Methode ein. Da hat Kato vor ein paar Wochen, Monaten, ich such’s nochmal raus, hat einen sehr guten Blogbeitrag dazu geschrieben, warum für sie die One-Thing-Methode nicht funktioniert. Also dass man sich grundsätzlich die Frage stellt, was ist die eine Sache, die ich jetzt machen kann, die alles andere leichter macht oder unwichtig macht.

Manu: Oh Gott, ja, aber da kriege ich schon direkt… 

Rachel: Ja, da kriegt man auch direkt so dieses… Also Natürlich ist das jetzt alles auch unter der Prämisse oder Präambel, dass Hirne unterschiedlich funktionieren und manche Leute brauchen das. Manche, die irgendwo auf dem Neurodivergenz-Spektrum unterwegs sind, da funktioniert das dann auch nur bedingt, wenn man halt sagt, okay, ich hab vielleicht, so funktioniert mein Hirn überhaupt nicht.

Manu: Mhm.

Rachel: Aber das ist ja bei diesen ganzen Methoden, die es gibt immer Deswegen find ich das immer so schwierig, wenn da dogmatisch gesagt wird, du musst deine Tage damit beginnen, morgens eat the frog-mäßig, mach halt erst das, was kacke ist und dann…

Manu: Ja, hab ich ja so eine Tendenz.

Rachel: Das sind so Sachen, die kann man ausprobieren, aber ich glaube, man muss es wirklich, man muss das dann ehrlich mit sich reflektieren und sagen, mach ich das und es bringt was, okay, dann mach ich es weiter oder mach ich das, es gemacht zu haben, aber es bringt am Ende nichts. Das ist ja bei vielen Methoden. Man muss einfach ehrlich oder kann ich nur Teile davon übernehmen? Das ist ja auch möglich.

Manu: Das ist total interessant, dass du das sagst, weil da bin ich jetzt auch in der Recherche drüber gestoßen, nochmal über diese Eat the Frog Geschichte. Also, dass du sozusagen erst die Projekte bewältigst, die halt wichtig sind, wichtig im existenziellen Sinne und dann praktisch für Passion Projects oder Ideenentwicklungen danach, die dann Zeitraum setzt. Was ich aber jetzt immer mehr merke, ist, Wenn ich mit so einem Block morgens starte, mit so einem Eat-the-Frog-Block starte morgens, ist bei mir Kreativität danach tot.

Rachel: Das ist ein Cockblock für Kreativität. Das ist wie die nächste Folge, wenn der Frogblock zum Cockblock wird.

Manu: Ja, genau.

Rachel: Ich glaube, ich muss die Folge jetzt als explizit taggen

Manu: Spätestens jetzt. Und Nur den Gedanken zu Ende zu führen, ich glaube, ich möchte wirklich einführen, dass ich, wenn es meine Passion Projects geht oder Ideenentwicklung, dann muss ich das von morgens an machen. Also da muss ich mir, wenn dann einen ganzen Tag dafür nehmen, wo ich sage, okay, dann mache ich da einfach nur das.

Rachel: Und wenn man da morgens aufwacht und sich denkt, boah, nee, ich weiß nicht genau, ob ich das heute kann, gerade wenn es kreative Ideen geht, kann man sich dann beispielsweise die Zeit herausnehmen und sagen, okay, wie komme ich in diese Stimmung? Ja. Wie übe ich das? Dann ist es vielleicht erst mal die ersten 2 Stunden am Tag, überhaupt locker werden im Kopf und im kreativen Muskel. Mhm. Stattdessen denke ich, okay, da mach ich jetzt halt irgendwie doch wieder die To-dos und die Frog-Geschichten und macht das dann morgen und so. In der Realität wissen wir alle, dass sich Pläne ändern können und Termine et cetera. Aber dann ist es, glaub ich, eher wichtiger zu sagen, nee, ich versuch jetzt wirklich, bei dem Tag heute zu bleiben. Investier da morgens irgendwie mal die ein, 2 Stunden, in die richtige Stimmung zu kommen, so blöd das jetzt klingt, und mach dann abends länger oder was, sobald es dann sprudelt. Aber ich glaube auch, dass das so dieses morgens in das eine Thema sich dann schon einstimmen. Das ist, ähm Ja, das ist ja letztendlich auch da, wo viele neurodivergente Hirne Das ist tatsächlich einfach ein Thema, weil ich mich da in den letzten Monaten wieder mit auseinandergesetzt hab. Dieses zwischen sehr extremen Tasks oder To-Dos und Projekten zu springen einfach so anstrengend ist, dass man dann halt sagen muss, okay, was ist jetzt der Fokus? Und da ist auch wieder Thema Priorisierung zu sagen, auch eine Methode, diese 3 Fokusregel. Was sind diese 3 Dinge, die heute oder 3 Dinge, die diese Woche wirklich wichtig sind und alles andere schiebe ich womöglich und machbar. Und das finde ich im Prinzip eine sehr gute Methode, gutes Herangehen. Da kommt leider die Realität ganz oft dazwischen, dass dann irgendwelche Projekte dazu gezogen werden. Aber in meiner idealen Vorstellung meiner Selbstständigkeit wäre das tatsächlich dieses, so würde ich gerne viel mehr arbeiten.

Manu: Das verstehe ich sehr gut, kann ich gut nachfühlen. Aber es würde mir gerade ausgehen, dass es nicht umsetzbar ist. Ja. Ja, in der Realität. Ich hab noch eine kurze Ergänzung zu dieser ganzen Kill-your-Darlings-Geschichte, weil ich mir das auch noch aufgeschrieben hab. Was ich mehr etablieren möchte, ist Ideen weitergeben.

Rachel: Mhm. Oh!

Manu: Also, weißt du, Ideen-Sharing. Also, dass man wirklich sagt, okay, ich habe hier eine Idee. Ich kann es selber nicht umsetzen, weil mir die Zeit fehlt, weil mir das Geld fehlt, weil mir die Mute… Also weißt du, vielleicht passt es gerade nicht, aber ich kenne jemanden, da passt es wie Faust aufs Auge. Ich gebe die Idee weiter. Das war irgendwie so, es kam mir so, wo ich mich so mit dem Thema auseinandergesetzt habe und dachte mir, ey, das ist ja eigentlich was, was man viel mehr etablieren müsste unter Selbstständigen. Dass man einfach sagt, ich habe eine Idee, ich habe ein Passion Project oder so, keine Ahnung, Das ist aber nur eine grobe Idee und eigentlich passt es gar nicht zu 100% zu mir. Ich gebe es einfach weiter.

Rachel: Das ist eigentlich mega geil, so ein Ideenmarktplatz.

Manu: Ja, genau.

Rachel: Dass man da so ein riesiges schwarzes Brett hat und man sagt, ich kann das gerade nicht. Aber das ist halt so ein Ego-Ding, dass man immer denkt, das ist meins und ich will das ja dann auch machen. Oder es kam ja von irgendwie, ich bin jemand, ich muss mich dann immer richtig zügeln. Auch wenn jemand mit seinen oder ihren Ideen erzählt und ich dann weiß, es geht jetzt schon prinzipiell darum, dass man das vielleicht irgendwie zusammen macht oder sonst was.

Manu: Mhm.

Rachel: Ähm, da ist ja dann dieses Kollaborative oft, dieses wir können eine Idee teilen, wenn wir da beide zusammen arbeiten, irgendwie sowas. Und ich dann oft zu schnell schon mitrenne, weil mich halt auch irgendwie was die Idee im ersten Moment begeistert, statt dann zu sagen, ja, megacool, ich unterstütze das, ich unterstütze dies. 

Manu:Ich unterstütze dies.

Rachel: Aber ich hab die Kapazitäten vielleicht tatsächlich gerade einfach nicht. Ich gebe das wieder frei, die Partnerschaft, die Idee-Partnerschaft Und bitte sucht dann, packt das auf diesen Marktplatz und guck, wo du was findest. Ja, voll.

Manu: Aber das ist, glaube ich, was, was man echt in so selbstständigen Netzwerken mehr etablieren könnte.

Rachel: Ja. Dass dann auch so Ideen auffallen, die noch gar nicht so super krass ausgereift sind, aber dass das letztendlich da einfach mal so ein Riesen-Dokument ist, ein Riesen-Board, wo man halt sagt, jo, da und die und die und die Idee. Oft ist das ja dann einfach ein Impuls, den jemand anders anders interpretiert und daran weiterdenkt, aber so diese Impulse festzulegen. Das wäre eigentlich ein cooles Community-Projekt irgendwann mal. Das ist auch gerade gedacht, ne? Lasst mal hören, was ihr davon denkt, wie ihr die Idee findet. Oh nein, das ist schon wieder eine Idee. Ich habe noch ein paar andere, so ganz klassische Methoden, die ich glaube ich einfach der Vollständigkeit halber droppen wollen würde. Hau raus, ja. Also Ideen zu sammeln und zu priorisieren bzw. Auch mal zu ordnen, ist ja auch ganz klassisch dieses Kanban-Board. Also was sind Ideen einfach nur für die Zukunft, was ist in Arbeit, was ist fertig. Dann gibt es die Eisenhower-Matrix, kennen wahrscheinlich auch viele von euch. Manu nickt, ich fasse sie noch mal kurz zusammen. Wo du quasi in der einen Ecke hast, das ist dringend und wichtig, und in der anderen Ecke diagonal ist das nicht dringend und auch nicht wichtig. Und da organisiert man dann quasi die Sachen, die dringend und wichtig sind, werden sofort erledigt bis hin zu, mach ich später, wird delegiert oder kann gelöscht werden, braucht eigentlich niemand. Das sind halt all diese Methoden, die auf einem Board ganz gut funktionieren oder die auch vielleicht, wenn man mal spiegelt mit jemand anderem, wo das irgendwie hilft, sowas mal einzuordnen und zu hinterfragen und zu reflektieren, wo das vielleicht Sinn macht. Aber ich glaube gerade in der kreativen Arbeit, da ist es dir jetzt gerade irgendwie hochgekommen.

Manu: Ja, weil ich merke, also Ich beobachte mich ja, das hat mir die letzten 2 Folgen schon rausgehört, ich beobachte mich ja gerade, versuche mich sehr aktiv selber zu beobachten. In meiner Arbeit und in meiner kreativen Arbeit auch. Und ich merke, dass ich das richtig tief in mir drin habe. Ich mache das total viel und ich merke aber, dass das eigentlich gar nicht so gut ist. Weil da sind wir wieder bei diesem Eat-a-Frog-Ding, auch so ein bisschen, ne? Weil ich hab so die Tendenz gerade einfach immer so morgens dann erst mal so ganz viele high-priority-Tasks halt abzuarbeiten. Und das aber für meine Kreativität echt gar nicht zuträglich ist. Genau. Also das spielt, haut genau in die Kerbe auch nochmal mit rein.

Manu: Ja.

Rachel: Ja. Ja. Ja. Ja. Ja. Ja.

Manu: Ja. Ja.

Rachel: Ja. Ja. Und es ist ja, wie gesagt, das sind jetzt alles diese Methoden, die klassisch aus dem, glaube ich, aus dem Projektmanagement kommen und die in gewissen Kontexten auch ihre Rechtfertigung haben.

Manu: Stimmt, das muss man noch ergänzen.

Rachel: Muss man natürlich auch sagen, Aber es ist auf der anderen Seite eben die Frage, ob es dann für Ideen und eine Priorisierung von Ideen sinnvoll ist. Und ich würde jetzt auch generell mal in den Raum stellen, ob das überhaupt die richtige Frage ist. Wie priorisier ich jetzt meine Ideen? Ich glaube, das ist was, womit man sich auseinandersetzen kann, wenn man mit der Meta-Ebene fertig ist. Und die Meta-Ebene ist eben das, als ich mich in der Folge vorbereitet habe, was mich so hat unbequem werden lassen. Weil ich merke, ich hab mit dieser Meta-Ebene, ich hab so viele Ideen, what now, what now, echt, da hab ich noch einiges im Argen.

Manu: Same, ich auch.

Rachel: Und ich glaube, wenn man sich da nicht zumindest das angeguckt hat, oder man muss es noch nicht gelöst haben, man muss noch nicht fertig sein, aber davor macht dieses Priorisieren gar keinen Sinn. Ja. Weil man seinen Frieden schließen muss mit 1 ganz großen, wichtigen Frage. Mit all den Ideen, die ich habe, kann ich akzeptieren, dass ich nicht alles machen werde.

Manu: Sooo. Scheiße.

Rachel: Und das tut weh.

Manu: Das tut scheißweh. Das… Da kann ich auch gar nicht damit umgehen.

Rachel: Du hast grad auch so ein bisschen Vermeidungsding, nicht? Wir können die Folge jetzt hier auch aufhören. Und ein Spiel reden.

Manu: Ey, Das ist so krass, weil ich wirklich Ich das ist so ein so ein Gedanke, der mich catcht, wenn ich nachts wach liege. Ja. So. Fuck, du wolltest doch eigentlich Du hast dich selbst verraten. Und dann schäm ich mich total vor mir selbst.

Rachel: Deswegen fand ich es so interessant, dass du am Anfang der Folge von diesem Pile of Shame geredet hast. Dass du das damit schon so krass benennst, weil ich bin gerade noch, ich glaube vielleicht ist Humor meine Coping-Strategie. Ich glaube das wissen wir alle.

Manu: Du glaubst das? Ja okay, Niemand glaubt das.

Rachel: Wer die letzten 77 Folgen gehört hat, weiß das vielleicht.

Manu: Das ist eine große psychologische Studie hier, was wir hier machen.

Rachel: Ich sag ja immer so, ja, ja, haha, ja, im nächsten Leben werde ich dann das und das. Und das sag ich immer so mit einem zwinkernden Auge, aber eigentlich innerlich zerreißt es mich, weil ich so viele Ideen hab und so vieles, was ich machen wollen würde, was leider… Wo ich dann vorher erstmal mit meinen ganzen Ansprüchen klarkommen muss. Also das ist ja leider so ein Domino-Ding. Das ich eigentlich gerne irgendwann aus der Frage kann ich akzeptieren, dass ich nicht alles machen kann oder machen werde. Vielleicht, ich würde gerne irgendwann dahin kommen, zu der Frage dann daraus ein, kann ich akzeptieren, dass ich nicht alles gleich gut machen werde? Boah, Ich hab keine Ahnung. Also ich bin ja noch gar nicht bei der Frage, aber ich glaube, das ist eigentlich das, was man draus machen muss. Ja. Irgendwie einen Frieden damit zu finden und zu sagen, ich kann schon alles machen, aber halt nicht alles perfekt.

Manu: Ja, weiß ich auch nicht. Sorry, also ich verstehe das, ich verstehe, was du sagst, aber ich weiß, ich bin jetzt mal richtig gemein, Ich weiß auch noch nicht mal, ob der Gedanke die Lösung ist, ehrlich gesagt.

Rachel: Nein, stopp!

Manu: Also, Vielleicht geht es auch manchmal darum, dass man das eigene Glück nicht abhängig davon macht, was man alles umsetzt oder umgesetzt bekommt Oder dass Träume manchmal einfach auch nur Träume bleiben. Und dass das aber dann vielleicht irgendwann auch keinen Einfluss mehr hat auf das eigene Glück. Sondern dass man das Glück woanders sucht.

Rachel: Ja und es entwickelt sich ja auch. Und Ideen und Pläne, die man mal hatte, die sind dann eben vielleicht in ein paar Jahren auch nicht mehr so wichtig und man guckt dann nicht verbittert darauf zurück, dass man es nicht gemacht hat, sondern sieht ja, aber stattdessen habe ich dies und jenes und es war auch nicht richtige Entscheidung. Ich meine, ich hatte ja auch schon viele andere Ideen in meinem Leben, die ich machen, was ich mal machen wollen würde. Und ich glaube, da schlägt sich dann jetzt gerade ganz natürlich dieser Bogen zu diesem, womit du angefangen hast, Ideen zu sammeln. Ich glaube, was ich noch viel mehr machen möchte, ist diese Ideen zu dokumentieren.

Manu: Ja, das ist auf jeden Fall eine Lösung. 

Rachel: Also ohne sie zu bewerten, ohne sie zu priorisieren, außer es ist jetzt gerade wirklich was, Folge ist schon explizit, wie Arsch auf Eimer passt. Dann ja, das zu dokumentieren oder irgendwie für sich beizubehalten, es halt nicht zu vergessen. Ich, da, da, an der Stelle kleiner Side-Note. Kato hat letzte Woche ihren ersten Sub-Stack veröffentlicht. Und da taucht sie auch so ein bisschen in dieses Thema ein. Da geht es Journaling tatsächlich ganz konkret. Und da finde ich eben diese Brücke ganz schön, dem Raum zu geben, eben solche Ideen oder Gedankengänge, die zu bestimmten Ideen führen oder das Weiterführen, den Raum zu geben, das festzuschreiben, zu dokumentieren, in welcher Art und Weise. Weil ich jetzt gerade ganz aktuell, da haben wir bei den letzten 10 Tagen viel drüber geredet, an dem Punkt bin, eine Idee von vor fünfeinhalb, 6 Jahren aufzugreifen, die ich damals hatte. Das würde ich auch mal gerne machen. Wo sich jetzt alles fügt, dass es genau die richtige Idee damals war und sich bestätigt, dass es jetzt der Zeitpunkt wäre, das in die Welt zu setzen.

Manu: Also du meinst, dass man das manchmal auch einfach loslassen muss, weil dann kann das auch sein, dass einem ganz homogen diese Idee wieder begegnet.

Rachel: Und man dann merkt ja, okay, jetzt ist die Zeit. Und dafür halt dieses Dokumentieren und Festhalten und auch austauschen sich darüber. Also nicht immer nur im eigenen ständigen Kämmerlein, sondern eben, das ist so eine andere Methode, die ich mir jetzt überlegt habe.

Manu: Ja, das ist schön.

Rachel: Auch über so ein Buddy-System ist zu groß, aber mit anderen Menschen über Ideen zu reden, auch wenn sie noch so klein sind und in diesen Gesprächen, in diesem Austausch auch vielleicht tatsächlich durch das gezwungen werden, das in Worte zu fassen, ob das jetzt eben in dem Journaling ist oder in dem Gespräch, da auch zu merken, vielleicht kristallisiert sich da auch schon eine Priorisierung raus. Von wegen ist das jetzt überhaupt der Zeitpunkt, brauche ich dafür eigentlich noch was anderes? Oder kann die Idee jetzt einmal, der Samenkorn ist gesetzt, jetzt lasse ich das mal liegen und gucke, was daraus wächst. Einmal sich austauschen darüber.

Manu: Ja, das ist glaube ich, ich glaube das Austauschen ist extrem wichtig. Festhalten. Genau. Und ich möchte jetzt auch noch ergänzen aus jetzt so 1 ganz persönlichen Perspektive, weil ich gerade auch wieder meine Passion Projects so wiederentdecke, ja. Und irgendwie, also gerade so dieses Songschreiben, songwriting einfach meine musik machen und ich ganz oft aber auch die momente habe wo ich jetzt weiß okay jetzt hätte ich irgendwie einen Abend oder 2 Stunden oder 3 Stunden dafür Zeit und dann bin ich einfach zu erschöpft, das zu machen. Und das ist für mich gerade noch so ein Punkt, so dieses schlechte Gewissen dann auch gehen zu lassen und deswegen finde ich das schön, was du gerade gesagt hast. Also weil manchmal muss man das auch loslassen und dann habe ich ja auch immer wieder mal so Tage, wo mich dann die Leidenschaft so packt, dass ich da mich den ganzen Tag damit auseinandersetze, weil ich gerade Zeit habe dafür. Ja, das ist gut. Sich auch nicht da selbst geißeln und nach dem Motto so ich muss jetzt alle, alles was ich da irgendwie, wo die Leidenschaft hin will und was ich so als Projekt habe oder Idee habe, ich muss das alles durchpressen irgendwie.

Rachel: Ja und dafür eben auch dieses Dokumentieren. Also ich meine, du als, gerade als Musiker kennst du das ja auch, dass du wahrscheinlich Monate, Jahre später über eine Skizze stolperst oder über eine Songzeile oder genau, oder jetzt wie dein altes Album auskramst und sagst, da habe ich jetzt ganz andere Ideen zu. Aber weil du es festgehalten hast und ich glaube, wir dürfen uns nicht auf unser Hirn verlassen, das ist dann schon, also ich kann mich nicht allein auf mein Hirn verlassen.

Manu: Das braucht einfach manchmal eine Hilfe.

Rachel: Und das möchte ich mehr üben. Das finde ich gut. Ich möchte nicht mehr austauschen mit Menschen. Und ich finde diesen Marktplatz, Marktplatz ist für mich zu Kommerz, so ein Park. Ich hätte gerne so einen botanischen Garten.

Manu: Und ich, ja, voll. Und weil du das gerade gesagt hast mit dem Austausch und ich finde es auch wichtig in diesem Austausch auch mal die Regel abzustecken, dass man erst mal einfach nur mal Ideen entwickelt. Und zwar mal ohne, ohne so jetzt müssen wir aber in 72 Stunden schon das erste umgesetzt haben davon, sondern auch mal einfach nur den Spaß an gemeinsamen Ideen entwickeln, einfach nur mal zelebrieren. Weil ich merke, das ist bei mir auch immer so ein Druck. Wir müssen das jetzt sofort produktiv umsetzen, wo ich mir denke, manchmal, also auch so, es gibt ja diese Regeln, du musst jetzt 72 Stunden, innerhalb von 72 Stunden so den ersten Schritt dann gemacht haben, nachdem du so eine Idee gepitcht hast. 

Rachel:Ja, aber wie willkürlich ist das? Du kannst auch sagen, ja innerhalb der nächsten 24 oder innerhalb der nächsten 100 oder innerhalb der nächsten 12.

Manu: 3 Jahre.

Rachel: Also nein, aber es ist so, warum nicht 48?

Manu: Ja, ich finde auch. Ich finde auch. Ja. Genau.

Rachel: Boah. Ja.

Manu: Ich habe jetzt, ich habe Bock. Kreative Arbeit.

Rachel: Ja, es ist, ähm, apropos. Ja, das ist tatsächlich auch noch so ein Punkt. Einmal ganz kurz, ja, du meldest dich, Manu.

Manu: Ja, ich möchte mich jetzt, soll ich mir jetzt selber Druck machen und mich hier in unserem Podcast zu 1 kreativen Idee committen, die ich innerhalb des nächsten Jahres umsetzen möchte? Oder mache ich es lieber nicht?

Rachel: Doch, kannst du sehr gerne tun, aber jetzt baust du was da gerade in Druck auf. Du kannst auch einfach mal die Idee teilen, ohne zu sagen, ich muss das dann auf jeden Fall teilen. Du teilst dir und guckst, was du musst. Das muss jetzt nicht produktiv und das musst du nicht bewerten und das musst du nicht, sondern du kannst die Idee einfach teilen, natürlich.

Manu: Ja, also ich, ich merke… Das hier ist ein mega Safe Space. Ich hab gerade, ja voll, ein privater Safe Space.

Rachel: Ja, und es hört doch keiner, dich hört doch keiner.

Manu: Funny cause it’s true.

Rachel: Hey.

Manu: Nein, das stimmt nicht.

Rachel: Also was ist deine Idee?

Manu: Meine Idee ist, ich möchte in einem Jahr mich trauen mit meinen Songs hier in Leipzig auf eine Jam, nicht eine Jam, in eine Open-Mic-Veranstaltung zu gehen und nur mit Gitarre 3, 4 Songs zu spielen. Das hat sich so manifestiert jetzt.

Rachel: Die Idee ist drin, ne?

Manu: Die Idee ist so tief drin. Also ich habe ja schon Auftritte gemacht und so, aber noch nie so allein nur mit Gitarre. Und ich glaube, das ist echt ein riesen Challenge. Ich kriege ganz spitzige Hände, wenn ich nur daran denke, aber ich glaub, das will ich machen.

Rachel: Ja, weil die Idee war immer wieder da.

Manu: Ja, die verfolgt mich ja schon seit Jahren.

Rachel: Und ich glaub, man darf auch darauf vertrauen, dass gute Ideen wiederkommen. Ja. Also die sind ja nicht konsequent da und kacken dir auf die Schulter, weil dann werden sie so nervig, dass du sie schon umgesetzt hättest. Ja, ja. Aber man darf darauf vertrauen, dass sowas dann auch wiederkommt, wenn es die richtige Idee für dich ist. Ja, ja. Und ähm… Ja.

Manu: Beauty.

Rachel: Gut. Dann…

Manu: Machen wir den Sack zu an dieser Stelle, oder?

Rachel: Ja, ich bin mir sicher, dass wir den an anderer Stelle wieder aufmachen.

Manu: Mit Sicherheit? Wie so viele andere Säcke, die wir gesammelt haben? Gut, dass es eine Explicit-Folge ist.

Rachel: Also ich muss sagen, dass ich wirklich gerade echt noch viel an diesem Gedanken rumknabber, auf den ich immer noch Also, dieses Kann-ich-das-akzeptieren, dass es halt nicht alles geht.

Manu: Mhm.

Rachel: Und da bin ich echt mal gespannt, ob es da eine Rückmeldung zu gibt und wie es euch damit geht.

Manu: Ja, das wäre tatsächlich echt toll zu hören. Ja, das finde ich auch wichtig. Ja.

Rachel: Gut. Lirumlarum, an dieser Stelle Folge 77.

Manu: Folge 77 und wir gehen jetzt mal ein bisschen das Nächste in die Sonne halten, oder?

Rachel: Ja, in die September-Sonne.

Manu: Alles klar. 

Rachel:Alles klar. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.


In dieser Folge haben wir kurz über Katos (aka Katrin Gildner, aka kommunikato) Blogbeitrag zur The-One-Thing-Methode und ihr neues Substack-Projekt geredet. Große Kato-Liebe an dieser Stelle.

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